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Archiv 2009 "Internationale Fleischnachrichten"

IF Nr. 6 vom 16. Dezember 2009

Niederlande

Parlament plant Kampagne zur Senkung des Fleischkonsums


(AIC) – Das niederländische Parlament hat am 8. Dezember mehrheitlich einen Vorschlag der grünen Partei Groen Links und der sozialdemokratischen Partei PvdA (Partij van de Arbeid) unterstützt, eine groß angelegte multime-diale Werbekampagne zur Verringerung des Konsums von Fleisch, Fisch und Milch zu lancieren. Damit soll die Klimabelastung durch die mit der Tierhaltung einhergehen-den Kohlendioxid-Emissionen gesenkt werden. 15 bis 20 % des weltweiten CO2-Ausstoßes seien auf den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten zurückzuführen. Zielgruppen der Kampagne sollen sowohl jüngere Menschen als auch Erwachsene sein. (1)


Niederlande

Marktlücke
bei Fleisch-Getreide-Mischprodukten

(AIC) – Fettarme Fleischprodukte der Firma Meatless, die unter der Marke „Meatlight“ angeboten werden, sind bei den niederländischen Verbrauchern gut angekommen. Die Produkte haben einen pflanzlichen Anteil von 20 % (z. B. Weizen). Der Kalorien- und Fettgehalt ist Firmenangaben zufolge nur halb so hoch wie bei herkömmlicher Ware.

„Meatlight“ wurde Ende August 2009 von Meatless, einem auf Fleischsubstitute spezialisiertem Hersteller, in Kooperation mit dem Fleischwarenanbieter Van Pelt Vlees Group lanciert. Die Produkte sind bislang nur in den fünf Filialen der südwestniederländischen Supermarktkette Agrimarkt erhältlich und werden in den Varianten Wurst, Hambur-ger und Rinderhackfleisch angeboten. Die Umsatzanteile belaufen sich inzwischen im Segment Rinderhackfleisch auf 6 %, bei Wurst auf 30 % und bei Hamburgern auf 39 %.

Die Produkteinführung wurde unter anderem durch Verkostungsaktionen und Poster am POS unterstützt. Dabei standen der geringe Fettgehalt, der gute Geschmack und die im Vergleich zur konventionellen Ware angeblich umweltfreundlichere Erzeugung im Fokus. (2)


Deutschland

Tönnies forciert Engagement in Russland


(AIC) - Der größte deutsche Fleischverarbeiter Tönnies, Rheda-Wiedenbrück/Nordrhein-Westfalen, will seine Aktivitäten in Russland weiter ausbauen. Dies hat der Geschäftsführer des Unternehmens, Josef Tillmann, kürzlich angekündigt. In den vergangenen vier Jahren hat die Unternehmensgruppe in Belgorod (etwa 800 km südlich von Moskau) rund 27.000 ha Ackerfläche zum Anbau von Futtergetreide erworben. Der Bau von fünf Mastanlagen mit jeweils 20.000 Mastplätzen, zwei Sauenanlagen mit jeweils 5.000 Plätzen sowie einem Mischfutterwerk sei bereits abgeschlossen.

Am selben Standort errichtet der Konzern einen Schlacht- und Zerlegebetrieb mit einer Kapazität von jährlich rund 2 Mio. Schweinen. In dem 90.000 qm großen Betrieb, der zusammen mit der russischen Ak-tiengesellschaft Prioskolje gebaut wird, will Tönnies nach der Fertigstellung etwa 2.000 Personen beschäftigen. Wegen der Finanzkrise habe man das Projekt im Jahr 2009 nicht so rasch umgesetzt, wie zunächst geplant. Die Produktionseinrichtungen einschließlich des Schlacht- und Zerlegebetriebes sollen in drei bis vier Jahren in Betrieb genommen werden. Auch in anderen Regionen Russlands plant Tönnies weitere Projekte zum Aufbau der Schweinefleischerzeugung. (3)


Frankreich

Tulip präsentiert Verpackungsinnovation
für Fleischkonserven

(AIC) – Der dänische Fleischwarenhersteller Tulip Food Company, Randers/Mitteljütland, hat vor kurzem erstmals Fleischkonserven in Kunststoffbechern in den französischen LEH lanciert. Die Becher wurden mit einem Verpackungslieferanten als Alternative zu Konservendosen entwickelt. Damit können Fleischerzeugnisse nach Angaben der Tulip-Mutterfirma Da-nish Crown aufgrund „neuer Barriereeigenschaften“ ungekühlt zwei Jahre lang aufbewahrt werden. Außerdem weisen die Becher, die in zwei Größen (200 g und 340 g) angeboten werden, mehrere Vorteile gegenüber Dosen auf: Sie sind leichter zu öffnen und zu entleeren. Außerdem können sie ohne großen Aufwand mit eventuellen Resten wieder befüllt und ver-schlossen werden.

Tulip Food Company will diese angebliche Weltneuheit schon in Kürze in ganz Europa und weiteren Län-dern einführen. Das Unternehmen erhofft sich von der verbraucherfreundlichen Verpackung die Erschließung neuer Käuferschichten, die durch herkömmliche Konservendosen nicht erreicht werden können.

Die Tulip Food Company ist mit einem Jahresumsatz von rund 630 Mio. EUR und einer Mitarbeiterzahl von etwa 1.700 der größte dänische Fleischwarenhersteller. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielt das Unternehmen im Ausland. Dabei beliefert es mehr als 130 Länder. Der Fleischwarenhersteller betreibt sieben Produktionsstätten im Inland, zwei Standorte in Deutschland und ein Werk in Schweden. (4)



Frankreich

Cooperl übernimmt Brocéliande


(AIC) – Die größte französische Schweineschlachterei-gruppe Cooperl Arc Atlantique, Lamballe, hat nach fünfmonatigen Verhandlungen am 4. Dezember den Fleischwarenhersteller Brocéliande übernommen. Damit baut der Genossenschaftskonzern sein Geschäfts-feld Fleischwaren deutlich aus. Bislang erzeugte das Unternehmen in zwei Werken etwa 23.000 t Fleisch-waren pro Jahr. Nach der Übernahme erhöht sich diese Menge auf fast 75.000 t. Der kalkulatorische Gesamtumsatz steigt dadurch um etwa 300 Mio. EUR auf 2 Mrd. EUR.

Das Brocéliande-Werk in Loudéac will Cooperl modernisieren. Diese Investition soll zum Teil mit Sub-ventionen finanziert werden. Wenn die Beihilfen nicht genehmigt werden, will Cooperl das Werk schließen. Dort arbeiten 450 Personen.

Brocéliande ist eine Tochterfirma des französischen Genossenschaftskonzerns Unicopa. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 1.200 Menschen und erzeugt in vier Werken jährlich insgesamt etwa 51.000 t Fleisch-waren, die unter Handelsmarken verkauft werden. In diesem Geschäft ist Brocéliande mit einem Jahresum-satz von rund 300 Mio. EUR Marktführer in Frank-reich.

Cooperl wird von rund 2.200 Landwirten mit Schwei-nen beliefert. Das Genossenschaftsunternehmen be-schäftigt etwa 4.650 Mitarbeiter, verarbeitet jährlich etwa 6 Mio. Schweine und erwirtschaftet einen Jahres-umsatz von 1,7 Mrd. EUR. (5)


Dänemark

Danish Crown erhält Umweltpreis

(AIC) – Der größte dänische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Danish Crown, Randers/Mitteljütland, hat vor kurzem den Umweltpreis „Kloge m2 Pris“ des heimischen Finanzinstitutes Realkredit Danmark für die Region Ostjütland erhalten. Mit dieser Ehrung würdigte Realkredit Danmark die langjährigen Bemühungen von Danish Crown, in seinen Betrieben Energie und Rohstoffe einzusparen sowie die Kohlendioxid-Emissionen zu verringern. Dabei ragt der Bank zufolge besonders der Großbetrieb in Horsens/Ostjütland heraus, in dem jährlich rund 4 Mio. Schweine geschlachtet werden. (6)


Dänemark

„Explosiver“ Exportzuwachs
bei Bioschweinefleisch

(AIC) – Die dänische Handelsgesellschaft Friland, Randers/Mitteljütland, rechnet für das Geschäftsjahr 2009/10 (Oktober bis September) mit einem Umsatz- und Gewinnwachstum. Dafür werden nach Erwartung des Managements vor allem verstärkte Exporte sorgen. Die Tochterfirma des führenden dänischen Schlachte-reikonzerns Danish Crown hat im Rahmen ihrer Internationalisierungsstrategie in jüngster Zeit die Anzahl der Abnehmerländer durch die Erschließung neuer Märkte wie China und Singapur erhöht. Dadurch hofft Friland auf eine Fortführung des expansiven Auslandsgeschäftes.

Friland hat nämlich im Geschäftsjahr 2008/09 den Ab-satz von Bioschweinefleisch im Ausland um 44 % ge-genüber dem Vorjahr gesteigert. Die Exporterlöse er-höhten sich bei dieser Produktkategorie jedoch auf Grund gefallener Verkaufspreise lediglich um etwa ein Drittel. Zu den wichtigsten Abnehmerländern des dänischen Biofleisches gehörten Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Auf dem dänischen Markt verkaufte Friland 2008/09 ungefähr gleich viel Bioschweinefleisch wie im Vorjahr.

Friland erzielte 2008/09 einen Umsatz in der Größen-ordnung von 460 Mio. DKK (62 Mio. EUR). Dies ent-sprach ungefähr dem Vorjahreswert. Rund zwei Drittel des Firmenumsatzes stammten aus dem Absatz von Biofleisch. Mit Verkaufserlösen von mehr als 300 Mio. DKK (40 Mio. EUR) war Friland nach eigener Einschätzung der größte Anbieter von Bio-fleisch in Europa. Das übrige Drittel des Umsatzes entfällt auf Premiumfleisch aus Freilandhaltung, bei dem Friland der größte Anbieter in Skandinavien ist. Zurzeit beliefern rund 1.100 dänische Mastbetriebe das Unternehmen mit Schweinen und Rindern aus ökologischer Produktion und Freilandhaltung. (7)


Dänemark

Danish Crown
setzt auf Konsumpatriotismus

(AIC) – Der marktbeherrschende dänische Schlachte-reikonzern Danish Crown hat in der ersten Dezember-hälfte 2009 im Inland eine kostspielige Werbekampagne für einheimische Schweinefleischerzeugnisse ge-startet. Diese Kampagne, die unter dem Motto „100 % dänische Weihnachten“ („100 % Dansk jul“) steht, appelliert im Rahmen von TV-, Rundfunk-, Internet- und Zeitschriftenwerbung an den Konsumpatriotismus der dänischen Verbraucher. Zusätzlich kennzeichnet Danish Crown fast 1 Mio. Schweinefleischpackungen im LEH und in Metzgereien mit dem Aufdruck „100 % dänische Weihnachten“.

Durch die Marketingaktivitäten will der größte Anbieter von dänischem Schweinefleisch gezielt den Anteil ausländischer Produkte im Weihnachtsgeschäft zurückdrängen. An den Feiertagen und zum Jahresende verzehren die Dänen besonders viel Fleisch. Dabei steht der Konsum von Schweinebraten, Bratwurst und Lendchen im Vordergrund. Danish Crown hat im Geschäftsjahr 2008/09 (Oktober bis September) einen Inlandsumsatz in Höhe von rund 5,4 Mrd. DKK (723 Mio. EUR) erzielt. Das waren 0,1 % mehr als im Vorjahr. (8)


Großbritannien

Tulip baut neue Wurstfabrik


(AIC) – Der große britische Fleischwarenhersteller Tulip Ltd., Warwick/Mittelengland, will verschiedenen Presseberichten zufolge sein im Mai 2009 in Bromborough/Wirral stillgelegtes Werk umrüsten. Die Tochterfirma des umsatzstärksten dänischen Schlachtereikonzerns Danish Crown will angeblich rund 12 Mio. GBP (13 Mio. EUR) in den Betrieb investieren, um dort noch vor Mitte 2010 Würste zu produzieren. Dadurch will das Unternehmen ungefähr 270 neue Arbeitsplätze schaffen. Im Gegenzug wird Tulip voraussichtlich in Kürze die veraltete Wurstfabrik in Peckham in der Nähe von London schließen. Dort werden rund 375 Mitarbeiter ihre Stellen verlieren. Tulip betreibt in Großbritannien über 20 Produktionsstätten, in denen insgesamt etwa 7.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das Unternehmen hat nach Informationen der Mutterfirma Danish Crown im Geschäftsjahr 2008/09 (Oktober bis September) einen „Rekordgewinn“ erwirtschaftet. (9)


Großbritannien

Vion UK und Banham Poultry
planen Verarbeitungsanlage für Geflügel

(AIC) – Vion UK und der britische Geflügelanbieter Banham Poultry wollen im Rahmen eines Joint Ventures eine Verarbeitungsanlage für Geflügel in Eye/Suffolk errichten. Wie die Lokalpresse berichtet, sollen insgesamt 900 Arbeitsplätze entstehen. Mit dem beabsichtigten Neubau verfolgen die Unternehmen das Ziel, ihre Erzeugung zu rationalisieren.

Der Marktanteil von Vion UK bei den britischen Geflügelschlachtungen belief sich im Jahr 2008 nach eigenen Angaben auf rund 16 %. Dies entspricht schätzungsweise mehr als 130 Mio. Schlachtungen pro Jahr. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch im britischen Markt für Schweine-, Rind- und Schaffleisch aktiv. Im vergangenen Jahr belief sich der Nettoumsatz im Vereinigten Königreich auf etwa 1,5 Mrd. EUR. Vion UK ist ein Tochterunternehmen der niederländischen Vion Food Group, die zu den führenden Fleischkonzernen Europas gehört.

Banham Poultry Limited ist ein integriertes Familienunternehmen und schlachtet jährlich etwa 22 Mio. Hähnchen. Der Umsatz im vergangenen Wirtschaftsjahr 2008/09 (Oktober bis September) belief sich auf rund 90 Mio. GBP (100 Mio. EUR). Banham Poultry beschäftigt etwa 600 Personen. (10)


Großbritannien

Neuer Kodex für Kennzeichnung
von „britischem“ Schweinefleisch

(AIC) – Das britische Landwirtschaftsministerium hat einen Kodex zur unmissverständlichen Herkunfts-kennzeichnung bei Schweinefleisch aufgestellt. Ab dem 1. Februar 2010 muss Schweinefleisch mit dem Hinweis „British“ von Tieren stammen, die in Großbri-annien geboren, gehalten und geschlachtet wurden. Die Unterzeichnung des Kodex ist freiwillig. Dies ist das Ergebnis von Beratungen der Arbeitsgruppe „Vermarktungskette Schweinefleisch“ (Pig Meat Supply Chain Task Force) des Landwirtschaftsministeriums. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben den Kodex unterschrieben. Dazu gehören neben der Ab-satzförderungsorganisation für britisches Schweine-fleisch BPEX (British Pig Executive) und Vertretern der inländischen Schweinehalter auch die großen Super-marktketten Tesco, Asda, Morrisons und Sainsbury’s. Auch führende Schweinefleischanbieter wie Vion UK, ein Tochterunternehmen des niederländischen Kon-zerns Vion Food, und Tulip, ein Tochterunternehmen des dänischen Schlachtereikonzerns Danish Crown, sowie das britische Unternehmen Cranswick haben sich dem Kodex untergeordnet.

In der Vergangenheit hatte die häufig unklare Auslo-bung der Herkunft für Ärger in der britischen Schwei-nebranche gesorgt. Beispielsweise wurde importiertes Schweinefleisch, das in Großbritannien lediglich ver-arbeitet wurde, mit dem Label „erzeugt in Großbri-tannien“ ausgezeichnet. Die Schweinefleischimporte - vor allem aus Dänemark und den Niederlanden - las-ten auf den britischen Erzeugerpreisen.

Um dem Importdruck entgegenzuwirken, hat die Absatzförderungsorganisation für britisches Schweinefleisch BPEX in der Vergangenheit intensive Werbekampagnen mit dem „Quality Standard“-Label gefahren, um die britische Herkunft von Schweinefleisch herauszustellen und den Verbrauchern die Unterscheidung heimischer Ware von konkurrierenden Importprodukten zu ermöglichen. Das Logo ist in den Farben der britischen Flagge gestaltet. Im Vordergrund der Kampagnen stand das Argument, dass die gesetzlichen Regeln für die Schweinehaltung in Großbritannien strenger und damit tierfreundlicher seien als in den Herkunftsländern der Importware.

Branchenkenner bezweifeln allerdings, dass das „Quality Standard“-Logo für Schweinefleisch tatsächlich ein eindeutiges Herkunftszeichen ist. Das Zeichen weist genau genommen lediglich darauf hin, dass das Fleisch nach britischen Standards erzeugt wurde. Dies kann jedoch auch im Ausland geschehen. Dem EU-Regelwerk zufolge muss die Zeichennutzung sogar ausländischen Anbietern zugestanden werden, weil die Werbekampagnen für das Label mit steuerähnlichen Branchenabgaben finanziert werden.

Auch der für April 2010 angekündigte Ersatz des „Quality Standard“-Logo durch das produktübergreifende „Roter Traktor“-Logo dürfte das Problem nicht entschärfen. Das „Roter Traktor“-Logo ist ebenfalls in den Farben der britischen Flagge gestaltet. Das Werbebudget soll aber auch aus steuerähnlichen Branchenabgaben generiert werden. (11)


Großbritannien

EBLEX startet Exportmarketing-Offensive

(AIC) – Die Absatzförderungsorganisation für engli-sches Rind- und Lammfleisch EBLEX (English Beef and Lamb Executive), Kenilworth/Warwickshire, will im 1. Quartal 2010 eine umfangreiche Werbekampagne im Ausland starten. Zielländer sind Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Spanien, Portugal, Dubai und Zypern. EBLEX will englisches Rind- und Lammfleisch in erstklassigen Restaurants und auf Messen (SIA, Alimentaria, Gulfood), präsentieren und Roads-hows veranstalten. Im Fokus der Werbemaßnahmen steht das „Quality Standard“-Label, das auf die quali-tätsgesicherte Erzeugung nach englischen Produktionsvorschriften und die besondere Fleischqualität hinweisen soll. Es enthält als Herkunftshinweis das Georgskreuz der englischen Flagge.

Darüber hinaus will EBLEX den Export von Zuchtvieh in die Ukraine und nach Frankreich fördern. Das Wer-bebudget der Absatzförderungseinrichtung beläuft sich im laufenden Wirtschaftsjahr (April 2009 bis März 2010) auf insgesamt 6,4 Mio. GBP (7,0 Mio. EUR). Dies entspricht etwa der Hälfte des Vorjahresbudgets. (12)


Irland

Deutlich mehr Beihilfen für
Rindfleisch-Qualitätssicherung


(AIC) – Die irischen Rinderhalter haben 2008 von staatlichen Beihilfen für das nationale Güte- und Her-kunftszeichenprogramm (Beef Quality Assurance Scheme) in Höhe von 3,9 Mio. EUR profitiert. Dies waren 31 % mehr als im Vorjahr. Mit diesem Betrag übernahm die Agrarmarketinggesellschaft Bord Bia alle Kosten für die Zertifizierung und die Betriebskontrollen im Rahmen des Qualitätssicherungsprogramms für Rindfleisch. Dank der intensiven staatlichen Unter-stützung haben sich insgesamt ungefähr 25.000 zertifizierte irische Mastbetriebe an dem Pro-gramm beteiligt. Dies waren rund 4 % mehr als im Vorjahr.

Zusätzlich setzte Bord Bia im vergangenen Jahr umfangreiche staatliche und parafiskalische Mittel ein, um für das in das Qualitätssicherungsprogramm „Quality Assured“ einbezogene Markenfleisch „Irish Beef“ zu werben. Die öffentlich-rechtliche Organisation führte dabei beispielsweise Absatzförderungskam-pagnen für das irische Markenrindfleisch bei 30 in- und ausländischen LEH- und Food-Service-Ketten durch. Bord Bia gelang es im Verlauf des Jahres 2008, die Anzahl der europäischen Einzelhandels- und Fast-Food-Unternehmen, die „Irish Beef“ anboten, um fünf auf 67 zu erhöhen. (13)



Schweiz

Großbetriebe können mit Konkurrenten in der EU mithalten

(AIC) – Die großen Schweizer Schlachthöfe und Fleischverarbeiter können im freien Wettbewerb mit europäischen Konkurrenten gleicher Größe durchaus bestehen. Diese Meinung vertrat der Vorstandsvorsit-zende Adolphe R. Fritschi von der eidgenössischen Aktiengesellschaft Bell vor kurzem auf der 14. Schwei-zerischen Fleischfachtagung in Basel. Das Gros der inländischen Schlachtereien sei dagegen „wegen der Enge des Schweizer Marktes“ ungenügend ausgelastet und wenig spezialisiert. Damit sind diese Betriebe Fritschi zufolge „nicht zukunftsgerichtet strukturiert“.

Die Bell-Gruppe ist seit Jahren gemessen an den Ver-kaufserlösen und am Absatzvolumen Schweizer Marktführer bei Fleisch. Der Konzern hat 2008 Erlöse aus Warenverkäufen in Höhe von rund 1,9 Mrd. CHF (1,3 Mrd. EUR) erzielt. Das waren knapp 19 % mehr als im Vorjahr. Bell hat im vergangenen Jahr durch die
Übernahmen der Fleischverarbeiter Groupe Polette (Frankreich), Zimbo und Abraham (beide Deutsch-land) eigenen Angaben zufolge „wichtige Schritte der Internationalisierungsstrategie realisiert“. Das Kon-zernunternehmen Bell International verfügt seitdem über Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich, Belgien, Spanien und Ungarn. Diese international ak-tive Firma rechnet bei einer Mitarbeiterzahl von knapp 3.500 mit einem Jahresumsatz von rund 560 Mio. EUR. Bell International stellt jährlich über 90.000 t Fleisch- und Wurstwaren her. (14)


Schweden

Verbrauchervertrauen zurückgewinnen
mit regelmäßigen Tierschutzkontrollen

(AIC) – Die staatliche Agrarbehörde Jordbruksverket, die dem schwedischen Landwirtschaftsministerium unterstellt ist, hat vor kurzem regelmäßige Tierschutzkontrollen in den heimischen Schweinebetrieben an-geordnet. Veterinärmediziner sollen diese Überprüfungen in fünfwöchigem Abstand zusammen mit den regelmäßig durchgeführten Gesundheitskontrollen vornehmen. Damit decken diese Kontrollen die etwa 90 % der schwedischen Schweinebetriebe ab, die regelmäßig Tiergesundheitsuntersuchungen durchfüh-ren lassen.

Durch die Tierschutzkontrollen will das schwedische Landwirtschaftsministerium das Vertrauen der Verbraucher in inländisches Schweinefleisch möglichst rasch zurückgewinnen. In der zweiten Novemberhälf-te 2009 hatte die radikale Tierschutzorganisation „Djurrättsalliansen“ rund 90 schwedische Schweinebetriebe wegen angeblicher Verstöße gegen das nationale Tierschutzrecht angezeigt. Durch diesen in den Medien breit gestreuten Skandal war die Nachfrage nach schwedischem Schweinefleisch aus konventioneller Produktion kurzfristig gesunken. (15)

Schweden

Viele Verbraucher schränken Fleischkonsum
aus Klimaschutzgründen ein

(AIC) – Rund 45 % der schwedischen Konsumenten haben nach eigener Einschätzung ihren Fleischverzehr reduziert, um auf diese Weise zum Klimaschutz beizu-tragen. Dies ist das aktuelle Ergebnis einer repräsenta-tiven Befragung von 1.000 Schweden im Auftrag der Naturschutzbehörde Naturvårdsverket. (16)


Finnland

Kapitalerhöhung
bei HKScan beschlossen


(AIC) – Die Aktionäre des führenden finnischen Schlachtereikonzerns HKScan, Turku, haben vor kurzem auf einer außerordentlichen Hauptversammlung erwartungsgemäß einer Kapitalerhöhung zugestimmt. Sie ermächtigten den Vorstand, bis zu 20 Mio. neue Aktien auszugeben. Noch am gleichen Tag gab der Vorstand von HKScan die Emission von 14,7 Mio. Aktien bekannt. Diese Wertpapiere sollen vom 2. bis 23. Dezember 2009 über einen Finanzdienstleister zu einem Stückpreis von 5,30 EUR verkauft werden.

Bei der von Unternehmenskennern erwarteten Zeichnung aller neuen Aktien kann HKScan Bruttoeinnahmen von über 78 Mio. EUR generieren. Mit dem zusätzlichen Eigenkapital will der Schlachtereikonzern Hybridobligationen über 20 Mio. EUR zurückzahlen sowie durch Investitionen seine „operationale und strategische Flexibilität erhöhen“. (17)


Finnland

Atria setzt Rationalisierungsmaßnahmen um

(AIC) – Der zweitgrößte finnische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Atria, Turku, streicht Ende 2009 insgesamt 123 von ungefähr 2.250 Stellen in seinen inländischen Betrieben. Dies teilte die Aktiengesell-schaft vor kurzem nach mehrmonatigen Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern mit. Durch das bereits im September 2009 angekündigte Rationalisierungs-programm will Atria in Finnland die Kosten um jähr-lich etwa 5 Mio. EUR reduzieren. (18)

Norwegen

Informationsbüros für Fleisch fusionieren


(AIC) – Das Informationsbüro für Fleisch (Opplysningskontoret for kjøtt) und das Informationsbüro für Eier und weißes Fleisch (Opplysningskontoret for egg og hvitt kjøtt) wollen zum 1. Januar 2010 fusionieren. Durch den Zusammenschluss wollen beide Organisa-tionen ihre primär an die Verbraucher gerichteten Kommunikations- und PR-Aktivitäten über Fleisch bündeln und die vorhandenen Mittel effektiver als bisher nutzen. Beide Informationsstellen, die zusammen 18 Mitarbeiter beschäftigen, versuchen vor allem über die Verbreitung von ernährungsphysiologischen und gesundheitsorientierten Informationen sowie von Rezepten und Ernährungstipps den Absatz von heimi-schem Fleisch in Norwegen zu fördern. (19)


Russland

Selbstversorgungsgrad bei Fleisch soll
mindestens 80 % erreichen

(AIC) – Der russische Sicherheitsrat hat bei seiner jüngsten Sitzung im Dezember 2009 die Regierung aufgefordert, bis Ende März 2010 neue politische Maßnahmen zur deutlichen Erhöhung des Selbstver-sorgungsgrades bei Grundnahrungsmitteln zu initiieren. Dabei soll die russische Regierung bei Fleisch einen Selbstversorgungsgrad von 80 bis 90 % anstreben. Marktbeobachter schätzen den Selbstversorgungsgrad bei dieser Produktgruppe aktuell auf knapp 50 %. Besonders gering ist bislang der Selbstversorgungsgrad bei Rindfleisch, während er bei Geflügel am höchsten liegen dürfte. In den vergangenen Jahren haben besonders vertikal integrierte Großunternehmen wie Cherkizovo eigene Geflügelmastbetriebe aufgebaut bzw. bestehende Massentierhaltungen erweitert.

Bei der Umsetzung der politischen Vorgaben des Sicherheitsrates, dem auch Staatspräsident Dimitri Medwedew angehört, wird sich die russische Regie-rung nach den Erwartungen von Insidern voraussichtlich auf staatliche Fördermaßnahmen zur Ankurbelung der Fleischproduktion und auf Importrestriktionen zum Schutz inländischer Anbieter konzentrieren. Vor kurzem hat Russland seine für das Jahr 2010 geltenden Einfuhrquoten bei einzelnen Fleischarten deutlich verringert. Dabei wurden die Zollkontingente für Geflügelfleisch um 23 % auf 500.000 t und bei Schweinefleisch um 18 % auf 780.000 t gesenkt. Für den Import von tiefgefrorenem und frischem Rindfleisch sollen die Quoten bei 530.000 bzw. 30.000 t liegen. (20)


Russland

Cherkizovo
baut Geflügelproduktion weiter aus

(AIC) – Der zu den größten integrierten Fleischherstel-lern zählende Konzern Cherkizovo wird die Erzeu-gung von Geflügel in seinem zentralrussischen Betrieb in Bryansk (rund 350 km südwestlich von Moskau) erheblich forcieren. Die Aktiengesellschaft wird dort mit Unterstützung der staatlichen Sberbank zunächst ungefähr 1,8 Mrd. RUB (41 Mio. EUR) in den gerade begonnenen ersten Bauabschnitt der Betriebserweiterung investieren. Durch die vor kurzem begonnene Erweiterung will Cherkizovo bis 2012 die Produktionskapazität des Geflügelgroßbetriebs in zwei Bauabschnitten von jährlich 32.000 t auf 63.500 t Lebendge-wicht fast verdoppeln.

Cherkizovo ist eigenen Angaben zufolge derzeit der wichtigste Anbieter von russischem Geflügel. Der Konzern hat im Zeitraum Januar bis September 2009 gut 138.900 t Geflügelfleisch verkauft. Ein großer Teil des Fleisches stammte von Tieren, die Cherkizovo in eigenen Mastbetrieben aufgezogen hat. (21)


Rumänien

Smithfield expandiert in Rumänien

(AIC) – Der größte rumänische Schweinefleischverarbeiter Smithfield Prod, ein in Temeswar/Banat ansäs-siges Tochterunternehmen des US-amerikanischen Smithfield-Konzerns, will in Rumänien eine Handelskette mit eigenen Filialen aufbauen. Im Rahmen eines Pilotprojektes sollen Ende dieses Jahres je eine Vertriebseinheit in Barchau/Moldau und Brăila/Walachei eingerichtet werden. Bereits im April 2009 hatte das Unternehmen eine Filiale in Temeswar eröffnet.

Smithfield ist seit dem Jahr 2004 in Rumänien aktiv. Der Konzern hat dort Schlacht- und Verarbeitungsan-lagen sowie große Mastbetriebe gekauft. Der Schlachthof von Smithfield Prod hat nach eigenen Angaben eine Kapazität von 600 Tieren je Stunde. Der Jahres-umsatz der Schweinefleisch-Verarbeitung beläuft sich auf etwa 145 Mio. USD (97 Mio. EUR). Wichtigste Ge-schäftsfelder sind Frischfleisch und Halbfertigprodukte für rumänische Verarbeiter und den LEH. (22)



Brasilien

Erfolgreiche Kapitalerhöhung bei Marfrig

(AIC) – Der brasilianische Fleischkonzern Marfrig Alimentos, São Paulo, hat im Rahmen einer Kapitaler-höhung gut 79 Millionen neue Aktien zum Stückpreis von 19 BRL (7,36 EUR) an der heimischen Börse platziert. Dadurch konnte sich Marfrig frisches Kapital in Höhe von 1,5 Mrd. BRL (581 Mio. EUR) beschaffen. Mit diesen Mitteln will die Aktiengesellschaft vor allem die im November 2009 vollzogene Akquisition des brasilianischen Geflügel- und Schweinefleischverarbeiters Seara finanzieren.

Marfrig hat für die Übernahme von Seara gut 706 Mio. USD (471 Mio. EUR) an den US-Mischkonzern Cargill bezahlt. Zusätzlich musste Mafrig die Schulden von Seara in Höhe von knapp 194 Mio. USD (129 Mio. EUR) übernehmen.

Durch die Akquisition kann Mafrig den Umsatz um jährlich rund 1,7 Mrd. EUR erhöhen. Seara betreibt 12 Produktionsstätten zur Verarbeitung von Geflügel und Schweinefleisch sowie ein Hafenterminal. Dadurch ist Marfrig jetzt der zweitgrößte Geflügelfleischhersteller in Brasilien. Außerdem gehört Marfrig durch den Er-werb von Seara nunmehr zu den weltweit fünf wich-tigsten Anbietern von Fleisch. (23)


USA

Neue Kommunikationsstrategie gefordert

(AIC) – Der Fleischsektor muss sich gegenüber den Verbrauchern besser präsentieren als bisher. Dies sagte kürzlich Charlie Arnot, Leiter des halbstaatlichen Marketinginstituts für Lebensmittel CFI (Center for Food Integrity), bei der Eröffnung eines Kongresses zum Thema „Forschung in der Fleischwirtschaft“ in Chicago. Das zunehmend schlechte Image der Branche bei den Verbrauchern lässt sich mit Argumenten, die auf wissenschaftliche Aspekte und die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Branche abheben, kaum oder gar nicht verbessern, so Arnot. Dies habe eine CFI-Umfrage unter mehr als 2.000 US-Verbrauchern im August und September 2009 ergeben. Die Konsu-menten haben den Umfrageergebnissen zufolge kein Interesse an Einzelheiten, die die Sicherheit von Lebensmitteln betreffen und sind weitgehend uninformiert.

Viel wichtiger als die Darstellung der eigenen Kompe-tenz oder technischen Fähigkeiten sei es, das Vertrau-en der Verbraucher zu gewinnen: Die Konsumenten müssen davon überzeugt werden, dass die Fleischbranche ihre Wertvorstellungen teilt. Um diese Bot-schaft zu vermitteln, müssten sich die Werbemaßnahmen der Fleischwirtschaft auf die Meinungsführer unter den Verbrauchern konzentrieren. Bei dieser Zielgruppe verspreche das Internet als Ansprachemedium den größten Erfolg. Dieses Medium erlaube auch die effiziente Vermittlung komplizierter Zusammen-hänge. (24)


Kanada

Neue nationale Exportmarke entwickeln

(AIC) – Eine strategische Neuorientierung des nationa-len Schweinefleisch-Marketings halten Absatzförde-rungsorganisationen wie der Canadian Pork Council (CPC) und Alberta Pork für dringend erforderlich, um angesichts eines starken kanadischen Dollars und hohen Futterkosten international konkurrenzfähig zu bleiben. Dabei gehe es vor allem um die Erzielung von höheren Preisen. Um dies zu erreichen, sollte kanadi-sches Schweinefleisch nicht mehr als Massenprodukt, sondern als Markenprodukt verkauft werden. Kanadisches Schweinefleisch sollte sich deshalb durch folgende Aspekte von der Konkurrenzware aus anderen Ländern unterscheiden:

- Getreidefütterung,
- feste Konsistenz,
- bessere Textur,
- höheres Niveau der Lebensmittelsicherheit.

Um dies zu erreichen, müssen die Landwirte nach Vorstellungen des CPC enger mit Schlacht- und Ver-arbeitungsunternehmen sowie mit dem LEH zusam-menarbeiten. Eine höhere Wertschöpfung könnten die Schweinehalter beispielsweise auch erzielen, wenn sie Anteile an Verarbeitungs- und LEH-Unternehmen halten würden.

Darüber hinaus sei die provinzübergreifende Koopera-tionsbereitschaft der Erzeugerorganisationen erforder-lich, um gemeinsam eine kanadische Marke für Schweinefleisch zu entwickeln. Mit dieser Marke kön-ne dann bei ausländischen Verbrauchern geworben werden. Die Entwicklung von einzelnen Provinzmar-ken sei dagegen sinnlos, weil diese zu unbedeutend und zu unbekannt seien, um international wahrgenommen zu werden. „Wenn Sie nach Japan reisen, spricht man dort von kanadischem Schweinefleisch und nicht von Manitoba- oder Alberta-Schweinefleisch“, erklärte der CPC-Vorsitzende Jurgen Preugschas der kanadischen Presse.

Interessante Exportmärkte sind Preugschas zufolge Indien, Südkorea und Kolumbien. Auch in Italien be-stehe Interesse in größerem Umfang, wie Anfragen von Schweinefleischeinkäufern auf der Lebensmittelmesse Anuga in Köln im Oktober dieses Jahres ergeben hätten. Eine darauf folgende Handelsmission habe dies bestätigt. (25)


Australien

MLA stockt Fördermittel deutlich auf

(AIC) – Die Branchenorganisation MLA (Meat & Live-stock Australia) will im Rechnungsjahr 2009/10 (Juli bis Juni) einen Betrag von insgesamt ungefähr 172 Mio. AUD (106 Mio. EUR) für die Finanzierung von Fördermaßnahmen für den australisches Rinder-, Schaf- und Ziegensektor einsetzen. Dies sind nach dem Haushaltsplan der MLA gut 14 % mehr als im Vorjahr. Die Organisation will 2009/10 fast 67 Mio. AUD (41 Mio. EUR) für Marketing, Qualitäts-förderung und Produktentwicklung ausgeben. Davon sind über 47 Mio. AUD (29 Mio. EUR) für Gemein-schaftsmarketinginitiativen für australisches Rind-, Lamm- und Ziegenfleisch vorgesehen. Dabei sollen 16,8 Mio. AUD (10,3 Mio. EUR) in Australien, 11,2 Mio. AUD (6,8 Mio. EUR) in Japan und 5,6 Mio. AUD (3,4 Mio. EUR) in Südkorea verwendet werden.

Die MLA wird 2009/10 Mittel in Höhe von 38,7 Mio. AUD (23,7 Mio. EUR) zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und der Nachhaltigkeit bereit-stellen. Hierbei sollen effizienzverbessernde Maßnahmen in der gesamten Produktionskette und die Sicherung der Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen.

Wichtigste Einnahmequelle der MLA sind 2009/10 mit 94,6 Mio. AUD (58,1 Mio. EUR) Erzeugerabgaben auf Schlachttiere. Der australische Staat will sich mit 40,3 Mio. AUD (24,7 Mio. EUR) an der Finanzierung der Branchenorganisation für den Rinder-, Schaf- und Ziegensektor beteiligen. Die übrigen Mittel werden hauptsächlich von den Schlachtereien, Fleischverarbei-tern und Lebendviehexporteuren aufgebracht. (26)


Neuseeland

Silver Fern Farms
etabliert LEH-Partnerschaftsprogramm

(AIC) – Der umsatzstärkste neuseeländische Schlachte-rei- und Fleischwarenkonzern Silver Fern Farms, Du-nedin/Südinsel, hat im Jahr 2009 das so genannte „Backbone-Partner-Liefer-Programm“ („Backbone Partners´ Supply Programme“) erfolgreich eingeführt. Dies geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervor. Bei dem Programm werden im Rahmen einer integrierten Wertschöpfungskette bestimmte Mastbetriebe sowie die LEH- und Fast-Food-Kunden von Silver Fern Farms miteinander verlinkt. Konkret bedeutet dies, dass die an dem Programm teilnehmenden Kunden ihre Anforderungen hinsichtlich Fleischqualität, Liefermenge, Mastendgewicht und andere Produktparameter Silver Fern Farms mitteilen. Der Genossenschaftskonzern sucht anschließend ge-eignete Mastbetriebe, die die jeweiligen Kundenwünsche in der Tierproduktion berücksichtigen. Durch dieses integrierte Konzept will Silver Fern Farms die Wünsche des LEH und anderer Abnehmer bestmöglich erfüllen sowie für die einbezogenen Mitgliedsbetriebe die Zahlung von Premiumpreisen ermöglichen.

An dem „Backbone“-Programm beteiligen sich Silver Fern Farms zufolge bereits fünf LEH-Ketten in Europa: Neben den beiden britischen Handelsriesen Tesco und Marks & Spencer handelt es sich dabei um Migros (Schweiz), Intermarché (Frankreich) und Citti (Deutschland).

Silver Fern Farms ist nach eigenen Angaben der größte Hersteller und Exporteur von Fleisch in Neuseeland. Der Konzern bietet neben Rind- und Lammfleischerzeugnissen auch Wild an. Hauptabsatzmärkte für Rindfleisch sind Neuseeland und der Nahe Osten, während bei Wild Deutschland und Schweden die wichtigsten Abnehmerländer sind. Silver Fern Farms betreibt 21 Verarbeitungsstätten und vermarktet seine Erzeugnisse in ungefähr 60 Ländern. (27)


China

Zhongpin nimmt neues Fleischwerk
bald in Betrieb

(AIC) – Der zu den größten chinesischen Fleischher-stellern zählende Lebensmittelkonzern Zhongpin wird seine neue Produktionsstätte in der ostchinesischen Hafenstadt Tianjin voraussichtlich am 20. Januar 2010 eröffnen. Damit kann das Werk noch vor dem chinesischen Neujahrstag und dem Frühjahrsfest, die zwischen dem 14. und 28. Februar gefeiert werden, seine Produktion aufnehmen. Durch die frühzeitige Fertigstellung kann Zhongpin von der in diesem Zeitraum stark wachsenden Nachfrage nach Schweinefleisch auf dem chinesischen Markt profitieren.

In dem Betrieb kann die Aktiengesellschaft, die ihren Stammsitz in Changge in der zentralchinesischen Provinz Henan hat, jährlich bis zu 100.000 t Schweinefleisch herstellen. Das Werk wird eine Produktionskapazität von jährlich 70.000 t gekühltem Schweinefleisch und 30.000 t tiefgekühltem Schweinefleisch besitzen. Zhongpin will die dort hergestellten Erzeugnisse hauptsächlich in den wirtschaftlich prosperierenden Ballungsräumen um Tianjin und Peking sowie in anderen Regionen Nordchinas vermarkten. Der Zhongpin-Vorstandsvorsitzende Xianfu Zhu erhofft sich von der Konzentration des Absatzes auf diese Wachstumsgebiete deutliche Marktanteilsgewinne.

Zhongpin errichtet zurzeit noch eine zweite Produktionsstätte in Tianjin. In diesem Betrieb, der voraussicht-lich im dritten Quartal 2010 die Produktion aufneh-men wird, will der Konzern jährlich bis zu 36.000 t Schweinefleisch verarbeiten. Die Investitionen in den Bau beider Werke betragen zusammen ungefähr 62 Mio. USD (41 Mio. EUR). Dafür erhielt Zhongpin im Dezember 2009 Investitionshilfen der chinesischen Regierung in Höhe von umgerechnet rund 2 Mio. EUR. (28)


Japan

Exportchancen
für Schweinefleisch

(AIC) – Die US-Exportförderungsorganisation für Fleisch USMEF (U.S. Meat Export Federation). Den-ver/Colorado, erwartet, dass Japans Importbedarf an Schweinefleisch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Zwar habe der japanische Schweinesektor die Erzeugung im Jahr 2009 um fast 6 % erhöht. Dieses Wachstum könne jedoch im kommenden Jahr und auch langfristig aus demographischen Gründen nicht fortgesetzt werden. Das Durchschnittsalter der japanischen Landwirte liege zurzeit bei 64 Jahren. Diese Menschen stünden kurz vor der Rente. Nachfolger seien rar, denn für junge Leute ist die Landwirtschaft nur wenig attraktiv. Deshalb dürfte es für die heimi-sche Produktion schwer werden, mit der wachsenden Nachfrage Schritt zu halten.

Im Jahr 2008 haben die USA Schweinefleisch im Wert von mehr als 1,5 Mrd. USD (1 Mrd. EUR) und damit gut ein Drittel mehr als im Vorjahr nach Japan expor-tiert. Trotz dieses rasanten Wachstums legten die Ex-porte in den ersten drei Quartalen des laufenden Jah-res um weitere 3 % zu. Die USMEF betreibt Exportmarketing für mittelständi-sche US-Fleischanbieter. Die Einrichtung finanziert ihre Aktivitäten durch freiwillige Beiträge der Wirt-schaft und staatliche Zuschüsse. Im Rechnungsjahr 2008/09 (Oktober bis September) erhielt USMEF Sub-ventionen in Höhe von rund 17,7 Mio. USD (11,9 Mio. EUR). (29)


Japan

Optimistische Umsatz- und Gewinnprognose bei Nippon Meat Packers

(AIC) – Der größte japanische Fleisch- und Lebensmit-telkonzern Nippon Meat Packers (NMP), Osaka, will im Geschäftsjahr 2009/10 (April bis März) seinen Kon-zernumsatz um 3,1 % auf 1,06 Bil. JPY (8 Mrd. EUR) steigern, obwohl die Verkaufserlöse zwischen April und September 2009 deutlich unter den Erwartungen gelegen haben. In dem Sechsmonatszeitraum sind sie nämlich um 11,3 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 475 Mrd. JPY (3,6 Mrd. EUR) eingebrochen. NMP erwirtschaftete dabei einen Nettogewinn in Höhe von gut 5,4 Mrd. JPY (40,9 Mio. EUR). Das waren zwar 16,5 % weniger als im Vorjahr, aber über die Hälfte mehr als früher prognostiziert. Dennoch hält Präsident Hiroshi Kobayashi an seiner früheren Gewinnschätzung von 10 Mrd. JPY (75,8 Mio. EUR) für das Gesamtjahr unverändert fest.

Im Rahmen seines „mittelfristigen Managementplans III“ will NMP im Geschäftsjahr 2011/12 den Gesamt-umsatz um weitere 8,5 % auf 1,15 Bil. JPY (8,7 Mrd. EUR) ausweiten. Der Nettogewinn soll dann mit rund 17 Mrd. JPY (129 Mio. EUR) den diesjährigen Planwert um 70 % übertreffen. Die ehrgeizigen Umsatz- und Gewinnziele will die Konzernführung von NMP bis Ende März 2012 nach eigenen Angaben trotz Rezession, starken Wechselkursschwankungen und einer international sinkenden Verbrauchernachfrage realisieren.

NMP hat im Geschäftsjahr 2008/09 einen Konzernum-satz von fast 1,03 Bil. JPY (7,8 Mrd. EUR) erzielt. Da-von entfielen mit rund 566 Mrd. JPY (4,3 Mrd. EUR) gut 55 % auf den Absatz von Frischfleisch. Weitere wichtige Produktgruppen waren „verarbeitete Le-bensmittel“ sowie „Schinken und Wurstwaren“ mit 18,2 % bzw. 13,5 % des Konzernumsatzes. (30)


Indien

„Revolutionäre” Broilerzuchtlinie vorgestellt

(AIC) – Marshall Breeders, ein Tochterunternehmen des Geflügelzüchters C & M Farming Ltd. in Mumbai, hat nach etwa einem Jahrzehnt Forschung die neue Broilerzuchtlinie „Marshall UC“ vorgestellt. Die Linie zeichne sich durch eine „exzellente“ Futterverwertung aus und eigne sich vor allem für die Haltung unter klimatisch heißen und tropischen Bedingungen wie in Indien und Asien. Damit reagiert das Unternehmen auf erwartete Preissteigerungen für Geflügelfutter als Folge eines einkommensbedingten Nachfragewachstums. (31)

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Internationale Fleischnachrichten IF Nr. 5 vom 9. Dezember 2009

Deutschland

Dänische Schweinefleischanbieter
wollen Spitzenposition verteidigen

(AIC) – Der Dachverband LF (Landbrug & Fødevarer) der dänischen Land- und Ernährungswirtschaft wird im Rechnungsjahr 2009/10 (Oktober bis September) in Deutschland voraussichtlich 5,1 Mio. DKK (0,7 Mio. EUR) zur Durchführung von Gemeinschaftsmarketingaktivitäten für Schweinefleisch einsetzen. Bei ihrer Absatzförderungstätigkeit verfolgt die Kopenhagener Organisation in Deutschland das Hauptziel, die Position Dänemarks als „bester ausländischer Lieferant“ von Schweinefleisch für B2B-Kunden zu behaupten. Dabei soll insbesondere das „gute Image“ und die Spitzenstellung beim Import von Schweinefleisch verteidigt oder sogar ausgebaut werden.

In den Mittelpunkt der Absatzförderungsmaßnahmen für dänisches Schweinefleisch in Deutschland stellt LF imagefördernde Kommunikations- und Werbeaktivitäten gegenüber Entscheidungsträgern im LEH, in der Fleischverarbeitungsindustrie und im Food-Service-Sektor. Vor allem in den deutschen Discountern soll der Absatz von dänischem Schweinefleisch erhöht werden. (1)


Deutschland

Adler setzt auf Export und Premiumware

(AIC) – Die Hans Adler OHG, einer der führenden deutschen Schinken- und Wursthersteller mit Hauptsitz in Bonndorf/Baden-Württemberg, hat im laufenden Geschäftsjahr in Absatz und Umsatz deutlich zugelegt, schreibt die „Fleischwirtschaft“. „Wir sind bislang über Plan“, kommentiert der Geschäftsführende Gesellschafter Peter Adler das Ergebnis. „Und wir haben ehrgeizige Ambitionen für die Zukunft.“ Dazu gehören der Ausbau des Premium-Sortiments und verstärkte Aktivitäten in den Exportmärkten. Der wichtigste Wachstumsimpuls wird aus dem Exportgeschäft kommen, ist Adler überzeugt: „Wir haben in diesem Jahr mit einem zweistelligen Absatzplus gut vorgelegt und intensivieren jetzt nochmals unsere Anstrengungen in der Bearbeitung der Märkte.“ Die wichtigsten Exportmärkte seien Frankreich, Österreich, die Benelux-Länder und zunehmend Osteuropa. Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat Adler in zusätzliche Arbeitsplätze und in die Weiterqualifizierung von Mitarbeitern investiert.

Auf dem Ausbau des Premium-Segments liegt ein besonderes Augenmerk. Mit dem Premiumfleisch „Qualivo“ ist Adler Trendsetter. „Qualivo“ stehe für beste Fleischqualität aus regionaler Erzeugung. Die Tiere werden optimal gehalten und gefüttert. „Dieses Segment weiterzuentwickeln, ist eine unserer großen Herausforderungen.“
Innovative Entwicklungen, insbesondere im Convenience- und Snackbereich, stünden kurz vor der Marktreife. Damit gingen Optimierungen in der Verpackung Hand in Hand.

2008 belief sich der Gesamtumsatz von Adler auf etwa 90 Mio. EUR. Dies waren 12,5 % mehr als im Vorjahr. Die Spezialitäten Schwarzwälder Schinken, „Alemannenschinken“ und Schinkenspeck machten rund 70 % des Umsatzes aus. Das Adler-Sortiment wird vor allem über den LEH vertrieben. Weitere Absatzkanäle sind Großverbraucher, die regionale Gastronomie, der Fachhandel, die Industrie und der Versand. Adler betreibt momentan elf Fleischereifachgeschäfte als eigene Filialen. Vier weitere Filialen werden von Franchisepartnern betreut. (2)


Deutschland

Absatzplus
durch neue Aufschnitt-Verpackung

(AIC) – Der Absatz der Aufschnittlinie „I Freschi“ unter der Marke „Montorsi“ des italienischen Herstellers Negroni hat sich im Oktober 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 20 % auf 200.000 Produktverpackungen erhöht. Dies entspricht unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Verpackungsgewichte (70 bis 120 g) einem Zuwachs von 2,3 t bis 3,9 t verkaufter Ware. Negroni führt seinen Erfolg auf das Anfang Oktober lancierte Verpackungsdesign zurück, das den Verbrauchern die Attribute „frisch“ und „appetitanregend“ vermitteln soll. Deutschland ist das erste Land in Europa, in dem die neue Verpackung eingeführt wurde.

Die „I Freschi“-Palette umfasst 15 verschiedene aufgeschnittene Wurst- und Schinkenwaren: vielfältige Salamivariationen, rohe und gekochte Schinkenspezialitäten, Mortadella di Bologna, Coppa Parma und Bresaola.

Die Marke „Montorsi“ ist mit einem mengenmäßigen Marktanteil von knapp 32 % führend unter den italienischen Wurst- und Schinkenwaren in der SB-Theke des deutschen LEH. Im vergangenen Jahr erzielte Negroni einen Umsatz von rund 306 Mio. EUR (Vj.: 300 Mio. EUR). Davon entfielen 109 Mio. EUR auf das Exportgeschäft. Wichtigste Exportzielländer sind in absteigender Reihenfolge Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Das bei Modena ansässige Unternehmen ist eine Tochterfirma des italienischen Lebensmittelkonzerns Veronesi. (3)


Niederlande

Hochleistungsmaschine
zur Geflügelentbeinung am Markt

(AIC) – Meyn Food Processing Technology, Oostzaan, bietet seit November 2009 eine neue leistungsfähige Maschine zur Geflügelentbeinung an. Die „Meyn WLD“ ist halbautomatisch und hat eine Kapazität von 3.000 Beinen je Stunde. Die Bedienung der Maschine ist dem Unternehmen zufolge leicht zu erlernen und schone Muskeln und Gelenke des Bedienungspersonals.

Mit dieser Innovation reagiert Meyn auf die rasante Verlagerung des weltweiten Konsums weg von vollständigen Tieren hin zu Teilstücken und entbeinten Geflügelprodukten. Entsprechend rege sei die Nachfrage von Verarbeitungsunternehmen nach Maschinen mit hoher Entbeinungskapazität. Meyn ist einer der weltweit führenden Hersteller von Systemen zur Geflügelverarbeitung. (4)


Frankreich

L.D.C. übernimmt Arrivé
unter Auflagen

(AIC) – Die französische Wettbewerbsbehörde hat grünes Licht für die Übernahme der Groupe Arrivé durch die börsennotierte Groupe L.D.C. mit Hauptsitz in Sable sur Sarthe/Pays de la Loire gegeben. Damit die Wettbewerbsposition des französischen Marktführers bei Geflügelfleisch gegenüber Metzgern und Supermärkten im Premiumsegment und gegenüber Geflügelmästern im Südwesten Frankreichs nicht kritisch wird, muss die L.D.C. erwartungsgemäß Produktionsanlagen der Arrivé-eigenen Geflügelfleischgruppe Fermiers Landais und deren Marke „Saint-Sever“ verkaufen. Die Arrivé-Marke „Maître Coq“ dagegen wird von L.D.C. weitergeführt.

Darüber hinaus darf L.D.C. Einkäufern keine Preisnachlässe für den gleichzeitigen Kauf unterschiedlicher Produkte gewähren. Auch die Bindung von Konditionen für den Kauf einer Marke an Konditionen für den Kauf einer anderen Marke ist untersagt. Damit will die Kartellbehörde die Marktmacht von L.D.C. gegenüber Wettbewerbern wie Doux, Gastronome und Duc einschränken. Keines dieser Unternehmen verfüge über eine ähnlich breite Produktpalette wie L.D.C.

Die Fusion mit Arrivé folgt der Übernahme des Delikatessenherstellers Marie in der ersten Jahreshälfte 2009. Durch die Verschmelzung mit Arrivé erhöht sich der kalkulatorische Umsatz von L.D.C. um gut 580 Mio. EUR auf gut 2,5 Mrd. EUR (ohne Marie). Davon entfallen über 300 Mio. EUR auf Geflügelfleisch, 150 Mio. EUR auf Futtermittel und 120 Mio. EUR auf das Sandwichgeschäft. Marie erwirtschaftete im Jahr Geschäftsjahr 2008/09 (März bis Februar) einen Jahresumsatz von 265 Mio. EUR. Dieses Unternehmen soll bis Ende 2009 vollständig integriert werden. Der nicht konsolidierte kalkulatorische Umsatz von L.D.C. würde sich dann auf insgesamt fast 2,8 Mrd. EUR belaufen.

Im aktuellen Halbjahresbericht für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 weist L.D.C. ein Eigenkapital in Höhe von 500 Mio. EUR, Reserven von 130 Mio. EUR und einen Cashflow von 53,5 Mio. EUR aus. Diese „umfangreichen“ Mittel würden ausreichen, um die beiden Unternehmenszukäufe zu finanzieren. Für das Geschäftsjahr 2010/11 erwartet L.D.C. einen konsolidierten Umsatz in Höhe von etwa 2,5 Mrd. EUR. (5)


Dänemark

Geringere Verkaufserlöse
bei allen Konzernsparten von Danish Crown

(AIC) – Der größte dänische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Danish Crown, Randers/Mitteljütland, hat im Geschäftsjahr 2008/09 (Oktober bis September) bei einem Jahresüberschuss von 1,02 Mrd. DKK (137 Mio. EUR) einen konsolidierten Gesamtumsatz von rund 45 Mrd. DKK (6 Mrd. EUR) erzielt. Damit wurde der Vorjahresumsatz um 4,7 % verfehlt. Von diesem Rückgang waren alle vier Geschäftsbereiche betroffen: Den stärksten Umsatzeinbruch erlitt mit fast 16 % auf rund 3,25 Mrd. DKK (436 Mio. EUR) die Konzernsparte „Handelsfirmen und Sonstiges“. In diesem Geschäftsbereich musste primär die international agierende Fleischhandelsgesellschaft Ess-Food dramatische Umsatzeinbußen und einen hohen Verlust hinnehmen.

Die beiden Konzernsparten von Danish Crown für Schweinefleisch und für Rindfleisch verzeichneten eine Verringerung ihrer Verkaufserlöse um 5,9 % bzw. 5,0 %. Das geringste Umsatzminus gab es mit – 1,1 % im Geschäftsbereich „verarbeitetes Fleisch“. Hier konnten aber die beiden Fleischwarentöchter Plumrose USA und Sokołów (Polen) 2008/09 ihre Verkaufserlöse und Gewinne gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Auch die anderen Veredelungsunternehmen des Konzerns, Tulip Ltd. (Vereinigtes Königreich), Tulip Food Company (Dänemark, Deutschland, Schweden) und DC Livsmedel (Schweden), steigerten ihre Gewinne.

Das relativ gute Abschneiden der Fleischverarbeitungssparte wertet der Aufsichtsratsvorsitzende Niels Mikkelsen als Bestätigung der seit 2004 von Danish Crown eingeschlagenen Strategie, die Internationalisierung und Fleischveredelung des Konzerns zu verstärken. (6)


Dänemark

Umsatzeinbruch
beim Schlachtereikonzern Tican

(AIC) – Der zweitgrößte dänische Schlachtereikonzern Tican, Thisted/Nordwestjütland, hat im Geschäftsjahr 2008/09 (Oktober bis September) einen Konzernumsatz von ungefähr 3,7 Mrd. DKK (474 Mio. EUR) verzeichnet. Das waren 13 % weniger als im Vorjahr. Der massive Umsatzschwund des Genossenschaftskonzerns war hauptsächlich auf die Verringerung der Schweineschlachtungen um 8 % auf fast 1,7 Mio. Tiere und auf die ungünstige Entwicklung bei mehreren wichtigen Auslandswährungen zurückzuführen. Tican exportiert nämlich rund 90 % seines in Dänemark erzeugten Schweinefleisches. Außerdem betreibt der Konzern mehrere ausländische Fleischwarenhersteller und Handelsgesellschaften, die in Großbritannien, Polen, Deutschland und Zypern tätig sind.

Tican erwirtschaftete 2008/09 einen Nettogewinn in Höhe von 87 Mio. DKK (11,7 Mio. EUR). Damit wurde der Vorjahreswert um 17 % übertroffen. Der Gewinnzuwachs reichte allerdings nicht aus, um den angeschlossenen Schweinemästern eine gleich hohe genossenschaftliche Rückvergütung von 0,70 DKK (0,09 EUR) je kg Lebendgewicht wie der dänische Branchenprimus Danish Crown zu zahlen. Um gleichzuziehen, musste Tican etwa 5 Mio. DKK (0,7 Mio. EUR) aus den Rücklagen entnehmen. Die Genossenschaft hatte im Vorjahr für den gleichen Zweck noch Mittel von rund 23 Mio. DKK (3,1 Mio. EUR) aus den Rücklagen benötigt.

Zur positiven Entwicklung im Geschäftsjahr 2008/09 trug vor allem eine Erhöhung des operativen Ergebnisses EBIT um 22 % gegenüber dem Vorjahr bei. Für das massive Plus war primär die Verbesserung des Geschäftsergebnisses der polnischen Tochterfirma ZM Nove, das allerdings immer noch negativ war, ausschlaggebend. ZM Nove ist auf die Herstellung und Vermarktung von Fleisch- und Wurstwaren spezialisiert. Das Unternehmen hat seit der Übernahme durch Tican immer hohe Verluste gemacht. Auch für das Geschäftsjahr 2008/09 hat der polnische Fleischwarenhersteller ein Defizit von 7 Mio. DKK (0,9 Mio. EUR) gemeldet. (7)



Dänemark

Hilton beliefert größten LEH-Konzern Coop
mit SB-Frischfleisch

(AIC) – Der britische Fleischwarenhersteller Hilton Food Group, Huntingdon/Cambridgeshire, wird ab Jahresmitte 2011 die insgesamt rund 1.200 Geschäfte des führenden dänischen LEH-Konzerns Coop Danmark mit SB-Frischfleisch und diversen Verarbeitungserzeugnissen versorgen. Hilton will neben Hackfleisch und Aufschnitt verschiedene Premiumprodukte sowie Schweine-, Rind-, Kalb- und Lammfleischerzeugnisse an Coop liefern. Der Konzern will dafür auf der Grundlage eines langfristigen Vertrags mit dem dänischen Kooperationspartner ungefähr 22 Mio. EUR investieren. Dieser Betrag wird laut Hilton für den Bau und den Anfangsbetrieb eines neuen Fleischwerks direkt neben einem Vertriebszentrum von Coop in der zweitgrößten dänischen Stadt Århus/Jütland benötigt. Dadurch will Hilton ungefähr 220 neue Arbeitsplätze schaffen.

Hilton ist nach eigener Einschätzung einer der führenden Spezialanbieter von SB-Frischfleisch für den europäischen LEH. Der Konzern, der im Jahr 2008 etwa 730 Mio. GBP (811 Mio. EUR) umgesetzt hat, beliefert zurzeit bereits große LEH-Ketten in zehn Ländern. Hilton betreibt fünf Produktionsstätten, darunter eine Fleischfabrik in Polen. Der Konzern beschäftigt insgesamt über 1.500 Mitarbeiter. (8)


Dänemark

Gut 3 % mehr Marketingmittel
für Schweinefleisch


(AIC) – Der so genannte Schweineabgabefonds (Svineafgiftsfonden) mit Sitz in Kopenhagen will im Rechnungsjahr 2009/10 (Oktober bis September) 49,8 Mio. DKK (6,7 Mio. EUR) zur Förderung von Gemeinschaftsmarketingaktivitäten für dänisches Schweinefleisch einsetzen. Dies sind 3,4 % mehr Mittel, als dafür im Vorjahr vorgesehen waren.

Der Schweineabgabefonds wird 2009/10 mit 31,2 Mio. DKK (4,2 Mio. EUR) knapp 63 % der Marketingmittel für Maßnahmen im Ausland verwenden. Davon sind allein 15,2 Mio. DKK (2,0 Mio. EUR) für die Bearbeitung des japanischen Marktes bestimmt. Weitere wichtige ausländische Zielmärkte sind das Vereinigte Königreich, Deutschland und Schweden.

Der Fonds subventioniert 2009/10 die Absatzförderung von dänischem Schweinefleisch auf dem heimischen Markt mit einer Summe von 9,7 Mio. DKK (1,3 Mio. EUR). Zudem fördert er die Marktberichterstattung im In- und Ausland mit einem Betrag von 6,9 Mio. DKK (0,9 Mio. EUR).
Wichtigste Einnahmequelle des Fonds zur Finanzierung des Gemeinschaftsmarketings sind 2009/10 mit knapp 36,5 Mio. DKK (4,9 Mio. EUR) parafiskalische Abgaben der Schweineerzeuger und der Schweineexporteure. Weitere bedeutende Finanzierungsquelle ist das dänische Lebensmittelministerium, das nationale Beihilfen in Höhe von 13,3 Mio. DKK (1,8 Mio. EUR) zur Verfügung stellt. (9)

Spanien

Coren erschließt weitere Auslandsmärkte

(AIC) – Der genossenschaftliche Fleischanbieter Coren (Cooperative Orensanas), Santa Cruz de Arrabalde/Galizien, will angesichts wachsender rezessionsbedingter Absatzschwierigkeiten auf dem spanischen Markt den Export forcieren. Zu diesem Zweck will Coren weitere als aussichtsreich eingestufte Fleischabsatzmärkte in Europa verstärkt erschließen. Dazu gehört auch Deutschland, wo der Konzern in diesem Jahr ein Verkaufsbüro eingerichtet hat. Hier will die Genossenschaftsgruppe in der Anfangsphase vor allem Schinken, Frischgeflügel und bestimmte Fleischerzeugnisse absetzen.

Coren bietet als eines der größten spanischen Branchenunternehmen ein breit gefächertes Warensortiment aus Geflügel, Schweine- und Rindfleisch an. Schwerpunkt ist dabei Geflügel, das Coren als integriertes Unternehmen in eigenen Züchtungs- und Mastbetrieben hält. Der Konzernumsatz der Coren-Gruppe übersprang im Geschäftsjahr 2008 erstmals die Umsatzschwelle von 1 Mrd. EUR. Damit wurde das Vorjahresniveau um etwa 3,5 % übertroffen. (10)

Großbritannien

QMS startet Innovationsprojekt

(AIC) – Ein Forschungsprojekt zur automatischen Ermittlung der Essqualität von Rindfleisch will die schottische Absatzförderungsorganisation für Fleisch QMS (Quality Meat Scotland), Newbridge, Anfang 2010 starten. Wie QMS vor kurzem mitteilte, wird die Entwicklung dieser innovativen Technik mit Geldern der Regionalregierung im Rahmen eines Förderprogramms für die schottische Fleischbranche kofinanziert. Das Förderbudget des Programms beläuft sich auf insgesamt 1 Mio. GBP (1,1 Mio. EUR). Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre. Bei Erfolg des Projektes könnten Fleischverarbeiter ihre Produkte weltweit mit exakten Angaben über die Zartheit des Fleisches und andere Kriterien der Essqualität bewerben und sich damit deutlich von der Konkurrenz abheben. QMS zufolge soll mittelfristig auch das Schweine- und Lammfleischmarketing von den Ergebnissen des Forschungsprojekts profitieren. (11)


Großbritannien

TV-Werbespot für Lammfleisch erfolgreich

(AIC) – Der im laufenden Jahr in Wales und England ausgestrahlte TV-Werbespot für walisisches Lammfleisch war erfolgreich. Dies teilte HCC (Hybu Cyg Cmru), die in Aberystwyth ansässige Absatzförderungsorganisation für walisisches Fleisch, mit. Einer von HCC kürzlich durchgeführten Umfrage zufolge hielten 88 % der Verbraucher in Südengland die in der Kampagne vermittelten Werbebotschaften für glaubwürdig. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass die Kampagne ihre Kaufbereitschaft gesteigert habe. Südengland ist ein wichtiger Absatzmarkt für das walisische Premiumfleisch. In dieser Region verfügen die Verbraucher über eine relativ hohe Kaufkraft.

In Wales waren die Umfrageergebnisse HCC zufolge noch erfreulicher als in Südengland: 96 % der Befragten gaben an, dass sie walisisches Lammfleisch gerne im Familienkreis essen würden. 81 % sagten, dass sie walisisches Lammfleisch ausländischer Ware vorziehen würden.

Im Mittelpunkt des TV-Spots steht die walisische Herkunft, die an der Ladentheke mit dem „Welsh Lamb“-Label und dem EU-Siegel für die geschützte geographische Angabe (g.g.A.) kommuniziert wird. Weitere zentrale Werbeargumente sind die qualitätsgesicherte Erzeugung, der hervorragende Geschmack, die einzigartige Fleischqualität und die natürlichen Haltungsbedingungen. Der Text des Werbespots wird von dem Hollywood-Schauspieler Matthew Rhys gesprochen.

Im Wirtschaftsjahr 2008/09 (April bis März) hat HCC insgesamt rund 2,3 Mio. GBP (2,6 Mio. EUR) in Werbemaßnahmen gesteckt. Der Löwenanteil dieses Betrages wurde aus steuerähnlichen Branchenabgaben generiert. (12)


Irland

Bauernverband setzt Fleischwarenhersteller Callan wegen Importen unter Druck

(AIC) – Der irische Bauernverband IFA greift den heimischen Lebensmittelhersteller Callan Bacon, Kilkenny, wegen der umfangreichen Verarbeitung von ausländischem Schweinefleisch und angeblich verbrauchertäuschender Kennzeichnung seiner Veredelungsprodukte öffentlich an. Der Vorsitzendende des IFA-Schweineausschusses Tim Cullinan traf sich vor kurzem nach einer Protestkundgebung zahlreicher Schweineerzeuger gegen die Importstrategie von Callan Bacon mit Managern des Fleischverarbeiters.

Er forderte dabei öffentlich, dass Callan Bacon den Anteil der mit dem irischen Güte- und Herkunftslogo „Quality Assured“ gekennzeichneten Schweinefleischerzeugnisse erhöhen müsse. Die irischen Schweinehalter würden nämlich unter Kreditengpässen und roten Zahlen leiden. Angesichts dieser Situation dürfe Callan Bacon die heimischen Erzeuger nicht im Stich lassen und Schweinefleisch „minderer Qualität“ importieren.

Zudem ist es Cullinan zufolge nicht akzeptabel, dass das Unternehmen auf den Packungen seiner aus ausländischem Fleisch hergestellten Erzeugnisse Verbraucher täuschende Symbole wie beispielsweise eine irische Kartenskizze verwende. Deshalb forderte er Callan Bacon auf, auf dem irischen Markt nur noch Produkte unter dem einheimischen Güte- und Herkunftszeichen „Quality Assured“ anzubieten. Alle mit diesem Siegel gekennzeichneten Erzeugnisse müssen aus Fleisch von Tieren hergestellt werden, die auf irischen Schweinebetrieben gehalten und im Inland geschlachtet wurden. Die betreffenden Erzeugerbetriebe und Schlachtereien müssen gemäß dem Qualitätsstandard „Quality Assured“ der irischen Agrarmarketinggesellschaft Bord Bia zertifiziert sein. (13)


Italien

Rindfleischbranche bündelt Kräfte

(AIC) – Die italienische Rindfleischbranche will sich zur stufenübergreifenden Interprofession InterCarniPro zusammenschließen. Ziel ist es, wirtschaftliche und strukturelle Probleme sowie die Unwägbarkeiten der EU-Agrarpolitik nach 2013 gemeinsam zu bewältigen.

Zunächst gehe es darum, die Wertschöpfung zu steigern. Dabei setzt InterCarniPro auf die Kommunikation von Qualitätsargumenten, um sich von den Mitbewerbern am Weltmarkt, wie z. B. Brasilien, den USA, Kanada und China, abzugrenzen. Im Vordergrund steht die Entwicklung eines gemeinsamen Logos, mit dem Fleisch von in Italien aufgezogenen und gemästeten Tieren ausgelobt werden soll. Damit könnte auch die Kälberaufzucht in Italien gestärkt werden. Denn die heimischen Landwirte stallen jährlich etwa 1,5 Mio. französische Kälber zur Mast auf.

Außerdem peilt die Interprofession die umfassende Vermarktung von Rindfleisch unter dem EU-Gemeinschaftszeichen für garantiert traditionelle Spezialitäten (g.t.S.) an. Das Logo bescheinigt nicht die Herkunft, sondern die traditionelle Zusammensetzung oder ein traditionelles Herstellungsverfahren.

Mitglieder der geplanten Organisation sind der Fleischindustrieverband Assocarni, der Genossenschaftsverband LegaCoop Agroalimentare, der Dachverband der italienischen Agrargenossenschaften Fedagri-Confcooperative sowie die Erzeugervereinigung Italia Zootecnica. (14)



Belgien

Franky Fresh Food
übernimmt Fleischwarenhersteller

(AIC) – Franky Fresh Food, eine flämische Tochterfirma der Willy Naessens-Gruppe, hat das Fleischwarenunternehmen der Familie Blancke gekauft. Bei Blancke handelt es sich um eine Fleischwarenfabrik, einen Großhandel und einen Cash & Carry-Markt. In diesen Betrieben sind insgesamt etwa 100 Menschen beschäftigt. Mit der Übernahme erhöht sich der kalkulatorische Jahresumsatz von Franky Fresh Food um fast 32 Mio. EUR auf 92 Mio. EUR.

Franky Fresh Food besteht aus den Betrieben Franky und Frank Delmote. Franky konzentriert sich auf den Vertrieb von Fleischwaren, Salaten, Fertiggerichten, Tiefkühlprodukten und Konserven. Frank Delmote erzeugt Räucherspeck, Bacon und gebratene Fleischprodukte. Beide Betriebe beschäftigen insgesamt etwa 135 Menschen und erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 60 Mio. EUR. Blancke ist aktiv in Wallonien und in Brüssel, während Franky Fresh Food vor allem in Flandern agiert. Der Unternehmer Naessens betont, dass seine Gruppe trotz der Finanzkrise im Lebensmittelsektor weiter wachsen will. Bislang erzielt die Gruppe ihren Hauptumsatz im Industriebausektor und sieht ihre Aktivitäten im Fleischsektor als Diversifikation. (15)


Schweiz

Micarna forciert Exportanstrengungen

(AIC) – Die Aktiengesellschaft Micarna, Courtepin/Kanton Fribourg, bemüht sich seit kurzem ihr bislang unbedeutendes Auslandsgeschäft verstärkt zu entwickeln. Die Tochterfirma des führenden eidgenössischen LEH-Konzerns Migros strebt hierbei „internationale Kooperationen“ an. Micarna präsentiert im Rahmen ihrer aktuellen Internationalisierungsstrategie mehrere ausgewählte Fleischspezialitäten unter der Exportmarke „DeliSwiss“. Das Exportsortiment, dessen Markennamen die Schweizer Herkunft der Premiumprodukte besonders betont, umfasst neben herkunftsgeschütztem Bündner Fleisch mehrere Fleischspezialitäten aus der Westschweiz und Graubünden sowie einige Geflügelerzeugnisse.

Micarna ist eigenen Angaben zufolge in der Schweiz Marktführer bei Schweine-, Rind- und Kalbfleisch sowie bei Geflügel und Fisch. Das Unternehmen beschäftigt an acht Standorten mehr als 2.000 Mitarbeiter. Mit gut 1,1 Mrd. CHF (748 Mio. EUR) übertraf der Umsatz der Micarna im Jahr 2008 erstmals die Grenze von 1 Mrd. CHF. Davon entfielen 523 Mio. CHF (347 Mio. EUR) auf Frischfleisch, 296 Mio. CHF (196 Mio. EUR) auf Fleisch- und Wurstwaren sowie 212 Mio. CHF (141 Mio. EUR) auf Geflügelerzeugnisse. (16)


Schweden

Kurzfristig gute Absatzchancen
für ausländischen Bioschinken

(AIC) – Der Verkauf von Bioschinken hat sich in den vergangenen Wochen im schwedischen LEH überraschend stark erhöht. Aufgrund des unerwarteten Absatzbooms sind viele schwedischen LEH-Ketten im Vorweihnachtsgeschäft auf ausländische Produkte angewiesen. Denn die inländischen Anbieter von Bioschinken können die hohe Nachfrage nicht befriedigen. Bei vielen Herstellern und Einzelhändlern war bereits Ende November der Bioschinken ausverkauft. Traditionell ist gekochter oder geräucherter Schinken bei den meisten
schwedischen Familien ein unverzichtbarer Bestandteil des weihnachtlichen Festtagsessens. Im vergangenen Jahr entfielen etwa 6 % des Absatzes von „Weihnachtsschinken“ auf Bioerzeugnisse. In diesem Jahr zeichnet sich schon jetzt ein wesentlich höherer Markanteil ab.

Auslöser für diesen Absatzboom bei Bioschinken ist eine von der schwedischen Tierschutzorganisation „Djurräts-alliansen“ organisierte Kampagne, durch die besonders konventionelle Schweinefleischerzeugnisse bei den inländischen Verbrauchern in Misskredit geraten sind. Im Rahmen dieser Kampagne hat die Organisation nach eigener Einschätzung skandalöse Missstände und Verstöße gegen das nationale Tierschutzgesetz in der schwedischen Schweinehaltung aufgedeckt. In der zweiten Novemberhälfte 2009 hat der Verband deshalb rund 90 heimische Schweinebetriebe angezeigt und besonders krasse Missstände öffentlichkeitswirksam in den Medien präsentiert. Diese Kampagne führte dazu, dass im schwedischen LEH der Absatz von Schweinefleisch, Schinken und anderen Verarbeitungserzeugnissen aus konventioneller Produktion innerhalb kürzester Zeit einbrach. Viele Verbraucher kauften nämlich stattdessen Bioerzeugnisse. Dadurch kam es bei diesen Waren und besonders bei Bioschinken wegen des saisonbedingten Nachfragehochs zu Angebotsengpässen. (17)


Russland

Cooperl und Pulkovo
gründen Gemeinschaftsunternehmen

(AIC) – Die größte französische Schweineschlachtereigruppe Cooperl Arc Atlantique, Lamballe, und der russische Agribusinesskonzern Pulkovo, St. Petersburg, wollen 2010 ein gemeinsames Züchtungs- und Vermehrungsunternehmen für Schweine etablieren. Dies haben die beiden Konzerne vor kurzem vertraglich vereinbart. Pulkovo wird sich zu 51 % und Cooperl zu 49 % an dem Joint Venture beteiligen. Das vorläufig als „Nucleus Pulkovsky“ bezeichnete Gemeinschaftsunternehmen wird voraussichtlich rund 50 Mio. EUR in die Errichtung eines Züchtungszentrums mit 665 Muttersauen sowie von vier Züchtungs- und Vermehrungsbetrieben mit jeweils 2.200 Muttersauen in verschiedenen russischen Regionen investieren.
Die agroindustrielle Unternehmensgruppe Pulkovo ist zurzeit einer der wichtigsten russischen Importeure von Schweine- und Rindfleisch. Außerdem betreibt der 1992 gegründete Konzern mehrere große Landwirtschafts-, Futtermittel- und Zuchtsauenbetriebe. Der Genossenschaftskonzern Cooperl ist mit einem Jahresumsatz von 1,7 Mrd. EUR die führende Schweineschlachtereigruppe in Frankreich. (18)


Ukraine

Fleischabsatz von MHP profitiert
von verändertem Konsumentenverhalten

(AIC) – Der ukrainische Fleisch- und Lebensmittelkonzern MHP, Kiew, leidet kaum unter der schweren Wirtschaftskrise und der dadurch verursachten Zurückhaltung der inländischen Konsumenten beim Fleischverzehr. Dies erklärte vor kurzem der MHP-Vorstandsvorsitzende Jurij Kosjuk. Sein Konzern könne zurzeit nahezu alle produzierten Hähnchen vermarkten. Zu diesem Erfolg trage primär das krisenbedingt veränderte Verbraucherverhalten in der Ukraine bei. Dabei ersetzten die Konsumenten zusehends beim Einkauf relativ teures Rind- und Schweinefleisch durch preisgünstiges Geflügel aus der Ukraine. Von diesem Trend profitiere insbesondere MHP als wichtigster Produzent und Anbieter von Geflügel. Zurzeit beläuft sich dessen Marktanteil bei dieser Produktgruppe auf schätzungsweise 35 %.

Die an der Londoner Börse notierte Aktiengesellschaft MHP hat von Januar bis September 2009 den Konzernumsatz um rund 6 % gegenüber dem Vorjahr auf 3,33 Mrd. UAH (281 Mio. EUR) gesteigert. Dagegen ist der Nettogewinn des Konzerns um 11 % auf 791 Mio. UAH (67 Mio. EUR) gesunken. Damit erwirtschaftete MHP aber immer noch eine im internationalen Branchenvergleich ungewöhnlich hohe Umsatzrendite von fast 24 %.

Diese hohe Rentabilität ist hauptsächlich auf extrem niedrige Produktions- und Lohnkosten in der Ukraine zurückzuführen. Seit längerem bemüht sich MHP um EU-Importlizenzen für Geflügel und Rindfleisch. Danach will der Konzern laut Ankündigungen des Vorstandsvorsitzenden Kosjuk vor allem verarbeitete Geflügelerzeugnisse und Halbfertigprodukte nach Deutschland und Frankreich exportieren. MHP stellt als integrierter Mischkonzern neben Geflügel und Rindfleisch auch Futtermittel und Getreideerzeugnisse her. (19)


USA

Hamburger mit Fleisch
von „vegetarischen“ Rindern

(AIC) – Die Schnellimbisskette Fuddruckers, Austin/Texas, hat einen neuen Premium-Hamburger unter der Marke „Fudds Prime“ lanciert. Das Rindfleisch stammt von Tieren, die auf der Weide sowie mit einem proteinreichen Mais- und Getreidefutter gemästet werden. Auf den Einsatz von Futtermittelkomponenten tierischer Herkunft wird verzichtet. Die Produkteinführung läuft unter dem Werbeslogan „Besserer Hamburger durch besseres Rindfleisch“ („Better Beef makes a better Burger“). Fuddruckers betreibt über 230 Restaurants in 35 US-Bundesstaaten, Kanada und Puerto Rico. (20)


USA

Tyson erweitert Snack-Linie

(AIC) – Tyson Foods, der weltgrößte Fleischanbieter mit Hauptsitz in Springdale/Arkansas, erwartet, dass sich die US-Nachfrage nach Snacks in den nächsten zehn Jahren um fast 20 % erhöht. Deshalb erweitert das Unternehmen seine Snack-Linie „Any'tizers“ um vier neue Varianten: Hühnerbruststücke mit scharfer „General Tso“-Sauce oder mit einer süß-sauren Sauce sowie knusprig gebratene Flügel mit einer „Zitrus Feuer Sauce“ oder „General Tso-Sauce“.

Mit Fertigmahlzeiten erwirtschaftete Tyson im gerade abgelaufenen Wirtschaftsjahr (27. September 2008 bis 3. Oktober 2009) 1,9 Mrd. EUR. Im laufenden Wirtschaftsjahr erwartet der Konzern in diesem Geschäftsfeld trotz steigender Rohstoffpreise „starke“ Ergebnisse. Um schrumpfenden Margen zu begegnen, vereinbart Tyson mit seinen Kunden immer weniger Festpreise. In den neuen Verträgen orientieren sich die Produktpreise vielmehr an der Entwicklung der Rohstoffkosten. (21)



USA

Südkoreanisches Unternehmen
plant großen Schlachthof


(AIC) – FK Corp. USA Inc., Minnesota, sucht in Nord-Dakota einen geeigneten Standort zur Errichtung eines Schlachthofs für Rinder. Die Tochtergesellschaft eines südkoreanischen Unternehmens veranschlagt die Investitionskosten auf 60 Mio. bis 90 Mio. USD (40 Mio. bis 60 Mio. EUR). Im kommenden Jahr soll mit dem Bau begonnen werden. Die erforderliche Bauzeit schätzt der stellvertretende Vorsitzende der FK Corp., Hank Imm, auf anderthalb bis zwei Jahre. Die Tageskapazität des Schlachthofs soll sich auf ungefähr 700 bis 800 Rinder belaufen. Etwa 60 % des Fleisches sind für den Export nach Südkorea bestimmt. Der Rest soll in den USA und in anderen Ländern verkauft werden. Der Betrieb soll über 300 Menschen beschäftigen. (22)


Neuseeland

Gewinneinbruch
beim Schlachtereikonzern Affco

(AIC) – Die neuseeländische Aktiengesellschaft Affco Holdings, Hamilton (Nordinsel), hat im Geschäftsjahr 2008/09 (Oktober bis September) einen Nettogewinn von 25,4 Mio. NZD (12,3 Mio. EUR) erwirtschaftet. Damit wurde der Vorjahresgewinn um fast 58 % verfehlt. Der konsolidierte Umsatz lag 2008/09 mit gut 1,1 Mrd. NZD (533 Mio. EUR) um 1,4 % unter dem Vorjahreswert.

Der stark auslandsorientierte Schlachtereikonzern Affco führt nach eigenen Angaben jährlich mehr als 150.000 t Fleisch aus. Er gehört damit zu den vier größten Exporteuren von neuseeländischem Fleisch. Affco unterhält auf mehreren bedeutenden Auslandsmärkten wie in den USA und im Vereinigten Königreich eigene Verkaufsbüros. (23)


Australien

Branchenfinanzierung im Rindersektor
bis 2015 gesichert

(AIC) – Die Mitglieder der australischen Branchenorganisation MLA (Meat & Livestock Australia) haben sich vor kurzem mit großer Mehrheit für die Beibehaltung der „Transaktionsabgabe für Rinder“ („cattle transaction levy“) um weitere fünf Jahre ausgesprochen. Aufgrund dieses Beschlusses wird das australische Finanzministerium die zweckgebundene Erzeugerabgabe in Höhe von 5 AUD (3,07 EUR) je Schlachtrind bis 2015 erheben. Davon sind bei Grünlandhaltung 3,66 AUD (2,25 EUR) und bei Getreidemast 3,41 AUD (2,09 EUR) je Tier zur Finanzierung von Gemeinschaftsmarketingaktivitäten der MLA bestimmt. Mit den übrigen Abgabeeinnahmen werden Maßnahmen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Tiergesundheit und Rückstandskontrollen finanziert.


Die MLA erwartet im Rechnungsjahr 2009/10 (Juli bis Juni) Einnahmen aus der Marketingabgabe von insgesamt 51,3 Mio. AUD (31,5 Mio. EUR). Davon will die Organisation 33,1 Mio. AUD (20,3 Mio. EUR) für „aggressive“ Absatzförderungsaktivitäten für australisches Rindfleisch einsetzen. Wichtigste Zielmärkte sind Japan, Aus-tralien und Südkorea. Zudem will die MLA nach Ankündigungen von Präsident Don Heatley noch in diesem Jahr eine Niederlassung in der indonesischen Hauptstadt Djakarta eröffnen. Indonesien habe sich nämlich 2008 durch den Import von rund 700.000 Lebendrindern und 38.000 t Rindfleisch aus Australien zum drittgrößten Auslandsmarkt entwickelt. (24)


China

Führender Fleischverarbeiter Shineway
erwartet Umsatzsprung

(AIC) – Der landesweit größte Fleischverarbeiter Shineway Industry Group mit Hauptsitz in Luohe in der zentralchinesischen Provinz Henan will im Geschäftsjahr 2010 seinen Gesamtumsatz auf 50 Mrd. CNY (4,9 Mrd. EUR) hochschrauben. Damit würde der dynamisch wachsende Konzern nach Aussagen seines Präsidenten Long Wan das diesjährige Umsatzziel von 40 Mrd. CNY (3,9 Mrd. EUR) um ein Viertel übertreffen. Für das Geschäftsjahr 2009 rechnet Long bei Shineway mit einem Gewinn von 3,2 Mrd. CNY (316 Mio. EUR). Dies wären 52 % mehr als im Jahr 2008. Für diesen Gewinnboom soll seinen Angaben zufolge insbesondere das inländische Konjunkturförderungsprogramm sorgen.

In diesem Jahr will Shineway laut Long mit beinahe 3 Mrd. CNY (0,3 Mrd. EUR) rund die Hälfte mehr investieren als im Geschäftsjahr 2008. Diese Mittel will der Konzern schwerpunktmäßig für den Bau und die Übernahme von Schlachtereien und Fleischverarbeitungsbetrieben verwenden. Aufgrund der gesunkenen Schweinefleischpreise und der internationalen Finanzkrise seien nämlich bestimmte kleinere Konkurrenten momentan zu günstigen Bedingungen zu kaufen. (25)


Japan

Itoham macht weiterhin Verlust

(AIC) – Der große japanische Fleisch- und Lebensmittelkonzern Itoham Foods, Nishinomiya/Hyogo, hat im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/10 (April bis September) einen Konzernumsatz von knapp 223 Mrd. JPY (1,7 Mrd. EUR) erzielt. Dies waren gut 12 % weniger als im Vorjahr. Der Umsatzeinbruch bei Itoham ist nach Einschätzung von Präsident Chikara Kasei auf rückläufige Verbraucherausgaben und einen Verfall der Fleischpreise in Japan zurückzuführen. Diese ungünstigen Rahmenbedingungen trugen auch dazu bei, dass Itoham im Beobachtungszeitraum einen Verlust von 775 Mio. JPY (5,9 Mio. EUR) erlitten hat. Im Vorjahr hatte der Konzern laut Kasei noch einen Nettogewinn von fast 1,5 Mrd. JPY (11,3 Mio. EUR) erwirtschaftet.

Trotz deutlich unter den Erwartungen liegenden Verkaufserlösen in den ersten sechs Monaten rechnet Kasai weiterhin mit einem Gesamtumsatz von rund 484 Mrd. JPY (3,7 Mrd. EUR) für das Geschäftsjahr 2009/10. Gemäß seiner Prognose peilt Iltoham weiterhin einen Nettogewinn von ungefähr 2 Mrd. JPY (15,2 Mio. EUR) an. Kasai erwartet nämlich, dass Itoham zwischen Oktober 2009 und März 2010 dank gesunkener Rohstoffpreise und anderer Kosten wieder schwarze Zahlen schreiben wird. (26)

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Internationale Fleischnachrichten Nr. 4 vom 25. November 2009

Niederlande

Marktzugang nur mit GLOBALGAP möglich

(AIC) – Die drei niederländischen Trägerorganisationen der stufenübergreifenden IKB-Qualitätssicherungssysteme für Schweine-, Geflügel- und Kalbfleisch bemühen sich zurzeit um die Zulassung zum internationalen System GLOBALGAP. Der Großteil des niederländischen Fleisches wird im Rahmen von IKB-Systemen erzeugt. Die GLOBALGAP-Anerkennung dieser Syteme ist eine wichtige Voraussetzung für den in- und ausländischen Marktzugang: Zum einen hat der Verband des niederländischen Lebensmitteleinzelhandels CBL (Centraal Bureau Levensmiddelenhandel) in den vergangenen Monaten wiederholt angekündigt, ab dem Jahr 2010 nur noch Fleisch zu verkaufen, das im Rahmen von GLOBALGAP erzeugt wird. Zum anderen bemüht sich der GLOBALGAP-Systemträger um eine Anerkennung durch die „Global Food Safety Initiative“. Diese Initiative international aktiver LEH-Unternehmen und Nahrungsmittelhersteller strebt die Harmonisierung von länderspezifisch unterschiedlichen Qualitätssicherungssystemen an. (1)


Niederlande

VanDrie will Alpuro übernehmen


(AIC) – Der Weltmarktführer bei Kalbfleisch, die integrierte VanDrie Group mit Hauptsitz in Mijdrecht/Gelderland, will die ebenfalls niederländische Alpuro Group übernehmen. Darauf haben sich die Familie VanDrie und die Geschäftsführung von Alpuro geeinigt. Auch Alpuro ist auf die integrierte Erzeugung von Kalbfleisch spezialisiert. Mit der Übernahme will VanDrie seine Wettbewerbsposition stärken. Im europäischen Lebensmitteleinzelhandel vollzieht sich dem Unternehmen zufolge ein rasanter Konzentrationsprozess. Dadurch steige die Marktmacht der Einkäufer, die große Mengen an Fleisch in homogener Form und Qualität zu einem konkurrenzfähigen Preis fordern.
Nach der Akquisition würde sich der kalkulatorische Jahresumsatz der VanDrie Group um 240 Mio. EUR auf 1,9 Mrd. EUR erhöhen. Die Zahl der jährlichen Schlachtungen würde um 265.000 auf fast 1,7 Mio. Kälber steigen. Dies entspräche einem Marktanteil von schätzungsweise 30 % in Europa.

Vor der Übernahme müssen allerdings die niederländischen und die EU-Kartellbehörden ihre Zustimmung geben. In der ersten Hälfte des kommenden Jahres soll die Fusion vollzogen sein. Der Unternehmenssprecher der VanDrie Group, Henny Swinkels, geht nicht davon aus, dass im Zuge kartellrechtlicher Auflagen Betriebsteile verkauft und Alpuro-Mitarbeiter entlassen werden müssen.

Beide Unternehmen sind international aktiv. Zur VanDrie Group gehören 19 Unternehmen in den Niederlanden, Frankreich, Italien, Belgien und Deutschland. Vier davon sind Schlachtereien. Die übrigen Firmen konzentrieren sich auf die Kälberhaltung, die Erzeugung von Kälbermilchpulver und die Verarbeitung von Kalbfellen. Bei VanDrie sind etwa 1.700 Menschen beschäftigt. Das Unternehmen arbeitet mit rund 1.200 Vertragsmästern zusammen. Ein ähnliches integriertes Konzept verfolgt auch Alpuro, für die etwa 200 Landwirte im Rahmen von Lohnmastverträgen arbeiten. Darüber hinaus beschäftigt die Gruppe rund 280 Mitarbeiter. Alpuro hat Niederlassungen in den Niederlanden und Italien.

Sowohl VanDrie als auch Alpuro haben sich die Übernahme gesellschaftlich Verantwortung auf die Fahnen geschrieben, z. B. durch Markenkonzepte, die die „tierfreundlichere“ Erzeugung in den Vordergrund stellen. (2)

Deutschland

Moksel verhalten optimistisch

(AIC) – Der Moksel-Konzern mit Hauptsitz in Buchloe/Bayern rechnet in diesem Jahr mit einem leicht positiven Ergebnis. Im vergangenen Jahr schrieb die Gruppe noch rote Zahlen (- 10,1 Mio. EUR). Allerdings hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres mit 1,4 Mrd. EUR 7,3 % weniger im Vergleich zum Vorjahr erlöst. Als Grund führt Moksel „zurück gehende Rohstoffpreise“ an. Unter anderem sei der mengenmäßige Absatz im Geschäftsfeld Convenience als Folge der Wirtschaftskrise gesunken. Das Ergebnis vor Steuern und Besserungsschein liege jedoch im erwarteten, leicht positiven Bereich. Zurzeit bestehen laut Moksel „keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risiken“.

Mit 355.000 Rinderschlachtungen im Beobachtungszeitraum bleibt der Marktanteil der Gruppe in Deutschland mit 13 % auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Schweineschlachtungen erhöhte sich um fast 10 % auf 1,8 Mio. Damit stieg der Marktanteil bei den Schweineschlachtungen auf etwa 4 %. Dies dürfte vor allem auf die erstmalig vollständige Berücksichtigung der seit April 2008 gepachteten Betriebe in Straubing und Pfarrkirchen zurückzuführen sein.

Im Jahr 2008 erzielte die Moksel-Gruppe einen Umsatz in Höhe von rund 1,9 Mrd. EUR. Davon wurden gut 700 Mio. EUR im Ausland erlöst. Etwa 20 % des mengenmäßigen Absatzes entfielen auf Convenience-Produkte. Das Angebot reicht von vorverpackten Frisch- und Tiefkühlwaren, Finger-Food, Produkt-Toppings, Fertiggerichten und internationalen Fleischspezialitäten bis hin zu einem umfangreichen Sortiment an biologischen und vegetarischen Produkten. Moksel ist ein Tochterunternehmen des niederländischen Lebensmittelkonzerns Vion, der zu den weltweit größten Fleischanbietern gehört. (3)

Deutschland

Müller-Gruppe
auf rasantem Wachstumskurs

(AIC) – Die Müller-Gruppe mit Hauptsitz in Birkenfeld/Baden-Württemberg hat sich in den vergangenen Jahren durch hohe Erweiterungsinvestitionen zum führenden süddeutschen Frischfleischanbieter im Familienbesitz entwickelt. Die Unternehmensgruppe hat vor kurzem umfangreiche Ausbaumaßnahmen im Süddeutschen Schweinefleischzentrum am zweiten baden-württembergischen Produktionsstandort in Ulm abgeschlossen. Der Konzern der Familie Müller hat dort seit dem Jahr 2006 über 20 Mio. EUR investiert. Dadurch hat die Unternehmensgruppe die Schlacht- und Zerlegekapazität in Ulm auf wöchentlich über 25.000 Schweine erhöht.

Die Müller-Gruppe kann jetzt jährlich insgesamt rund 1 Mio. Schweine und annähernd 300.000 Rinder schlachten und zerlegen. Mit dieser Tierzahl ist der Konzern nach dem niederländischen Branchenprimus Vion und der Genossenschaftsgruppe Westfleisch der drittgrößte Rinderschlachter in Deutschland. Müller zählt auch bei Schweinen zu den zehn wichtigsten deutschen Schlachtereigruppen.

Die gesamte Frischfleischproduktion der Müller-Gruppe liegt zurzeit bei wöchentlich ungefähr 5.000 t. Für das Kalenderjahr 2009 rechnet die Unternehmensgruppe mit Verkaufserlösen von mehr als 650 Mio. EUR. Im Jahr 2007 hatte der Umsatz erst bei etwa 460 Mio. EUR gelegen. Zurzeit wird schätzungsweise ein Viertel des Konzernumsatzes im Ausland erzielt. Die Müller-Gruppe exportiert ihre Erzeugnisse vor allen nach Frankreich, der Schweiz, Spanien, Griechenland, Osteuropa und Asien. (4)

Deutschland

Umfangreiche Investitionen von Tönnies in Weißenfels

(AIC) – Der größte deutsche Fleischverarbeiter Tönnies, Rheda-Wiedenbrück/Nordrhein-Westfalen, will seinen zweitgrößten Schlachterei- und Zerlegebetrieb für Schweine in Weißenfels/Sachsen-Anhalt weiter ausbauen. Dies hat Geschäftsführer Josef Tillmann vor kurzem in einem Interview mit der Lebensmittelzeitung angekündigt. Demnach will Tönnies die Schlachtleistung in dem Werk von derzeit täglich 1.375 t sukzessive erhöhen und die Produktpalette verbreitern. Tillmann hält dort langfristig eine Schlachtleistung von täglich 2.300 t für realisierbar. Dies würde dem aktuellen Schlachtvolumen von jährlich rund 7 Mio. Schweinen im Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück entsprechen.

Tönnies hat laut Tillmann seit 1990 mehr als 150 Mio. EUR in den Betrieb in Weißenfels investiert und dort über 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Betrieb hat 2008 bei einer Mitarbeiterzahl von rund 1.800 einen konsolidierten Umsatz von 680 Mio. EUR erzielt. Die Exportquote lag bei über 30 %. Hauptabnehmer der Erzeugnisse im Ausland ist Osteuropa.

Tönnies unterhält im Ausland Verkaufsbüros in 12 EU-Ländern sowie in Russland, der Ukraine und China. Der Konzern errichtet zurzeit im russischen Belgograd (etwa 800 km südlich von Moskau) einen Schlachterei- und Zerlegebetrieb mit einer Kapazität von jährlich rund 2 Mio. Schweinen. In dem 90.000 qm großen Betrieb, der zusammen mit der russischen Aktiengesellschaft Prioskolje gebaut wird, will Tönnies nach der Fertigstellung etwa 2.000 Personen beschäftigen. (5)


Dänemark

Alle Schweineschlachtereien dürfen Russland wieder beliefern


(AIC) – Der größte dänische Schlachtereikonzern Danish Crown, Randers/Mitteljütland, kann ab sofort seine Schweinefleischexporte nach Russland wieder ohne Einschränkungen abwickeln. Die russischen Behörden haben nämlich Mitte November 2009 offiziell mitgeteilt, dass die drei Schlachtereien des Genossenschaftskonzerns in Blans, Sæby und Esbjerg (Südjütland) nach gut einjähriger Unterbrechung ihre Produkte wieder auf dem russischen Markt absetzen dürfen. Damit besitzen jetzt alle dänischen Schweineschlachtereien wieder eine Importgenehmigung der russischen Veterinärbehörden. Im vergangenen Jahr exportierte Dänemark Schweinefleisch im Wert von insgesamt rund 1,4 Mrd. DKK (188 Mio. EUR) nach Russland. (6)

Dänemark

18 % weniger Fördermittel
für den Schweinesektor

(AIC) – Der so genannte Schweineabgabefonds (Svineafgiftsfonden) mit Sitz in Kopenhagen will im Rechnungsjahr 2009/10 (Oktober bis September) gut 188 Mio. DKK (25 Mio. EUR) zur Förderung der exportorientierten dänischen Schweinebranche einsetzen. Dies sind 18 % weniger Mittel, als im vorjährigen Haushaltsplan der Finanzierungseinrichtung vorgesehen waren.


Ausgabenschwerpunkt des Schweineabgabefonds soll 2009/10 mit rund 97 Mio. DKK (13 Mio. EUR) der Bereich „Forschung und Versuchswesen“ sein. Knapp 50 Mio. DKK (7 Mio. EUR) will der Fonds für die Durchführung von Gemeinschaftsmarketingaktivitäten ausgeben. Dabei soll die Absatzförderung für dänisches Schweinefleisch in Japan, Dänemark, Großbritannien, Deutschland und Schweden im Vordergrund stehen.

Wichtigste Finanzierungsquelle des Schweineabgabefonds werden 2009/10 mit rund 90 Mio. DKK (12 Mio. EUR) parafiskalische Abgaben der Erzeuger und der Exporteure sein. Weitere bedeutende Einnahmequelle sind nationale Beihilfen des dänischen Lebensmittelministeriums von voraussichtlich 71 Mio. DKK (9,5 Mio. EUR). (7)

Dänemark

Danish Crown steigert Jahresüberschuss

(AIC) – Der führende dänische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Danish Crown hat im Geschäftsjahr 2008/09 (Oktober bis September) einen Jahresüberschuss von 1,021 Mrd. DKK (137 Mio. EUR) erwirtschaftet. Damit hat der Genossenschaftskonzern den Vorjahreswert um mehr als 2 % übertroffen. Danish Crown wird mit 981 Mio. DKK (132 Mio. EUR) den größten Teil des Gewinns an die angeschlossenen Schlachtviehlieferanten in Form genossenschaftlicher Rückvergütungen ausschütten. Dabei sollen die Genossenschaftsmitglieder z. B. eine Nachzahlung von 0,70 DKK (0,09 EUR) je kg geliefertes Schweinefleisch auf Lebendgewichtsbasis erhalten.

Zur positiven Ergebnisentwicklung bei Danish Crown haben besonders das Umsatzwachstum und der Gewinnanstieg bei den Fleischverarbeitungstöchtern Tulip Food Company (Dänemark, Deutschland) und Tulip Ltd. (Großbritannien) sowie bei den internationalen Aktivitäten der Tochterfirma DAT-Schaub beigetragen. Dies gilt auch für die ausländischen Produktionsstätten der Rindfleisch- und der Schweinefleischsparte, die sich hauptsächlich in Deutschland und Polen befinden. Dagegen sind Danish Crown 2008/09 hohe Kosten bei der Anpassung der Kapazitäten an die geringere Schlachtschweineproduktion in Dänemark entstanden. Dabei kam es zur Schließung mehrerer Schlachtereien, die das Konzernergebnis durch Sonderabschreibungen und Ausgaben für Sozialpläne belasteten.

Der Gesamtumsatz von Danish Crown ist 2008/09 um knapp 5 % auf rund 44,8 Mrd. DKK (6 Mrd. EUR) geschrumpft. Hauptgründe für den Rückgang waren nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Kjeld Johannesen vor allem hohe Kursverluste wichtiger Auslandswährungen und die starke Abnahme der Schweineschlachtungen in Dänemark. Diese deutliche Verringerung der Schlachtzahlen ist laut Johannesen Ausdruck der unzureichenden Wettbewerbsfähigkeit von Danish Crown im Schweinesektor. Die mangelnde Konkurrenzfähigkeit hat dazu geführt, dass viele dänische Schweinemäster aufgrund relativ niedriger Notierungen ihre Tiere zu höheren Preisen an andere Schlachtereien geliefert oder ihre Produktion eingestellt haben. (8)

Großbritannien

Cranswick mit kräftigem Gewinnzuwachs


(AIC) – Der börsennotierte Schweinefleischhersteller Cranswick in Kingston upon Hull/Yorkshire hat in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2009/10 (April bis März) einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 21,3 Mio. GBP (23,6 Mio. EUR) erwirtschaftet. Dies waren fast 22 % mehr als im Vorjahr. Angesichts der positiven Entwicklung erhöht die Aktiengesellschaft die Zwischendividende im Vergleich zum Vorjahr um 14 % auf 0,08 GBP (0,09 EUR) je Aktie.

Gleichzeitig erhöhte sich der Umsatz um 19 % auf 355,6 Mio. GBP (394,7 Mio. EUR). Etwa 7 Prozentpunkte der Steigerung waren auf die Umsätze mit frischem Schweinefleisch aus einem im Juni dieses Jahres erworbenen Verarbeitungsbetrieb zurückzuführen. Außerdem verzeichnete das Unternehmen ein anhaltendes Nachfragewachstum bei Wurstwaren. Die Verbraucher würden den Außer-Haus-Verzehr weiterhin einschränken und sich stattdessen zu Hause mit Premium-Wurstware versorgen. Diese Entwicklung hat Cranswick nach eigenen Angaben mit „hervorragenden“ Werbemaßnahmen unterstützt. Auch der Umsatz mit Aufschnitt, getrocknetem Bacon und gekochtem Fleisch habe sich positiv entwickelt. Im April 2009 hatte das Unternehmen seine Tiernahrungssparte verkauft, um sich auf sein Kerngeschäft „Lebensmittel“ zu konzentrieren. (9)

Irland

Kepak ist Marktführer
bei Convenience-Produkten


(AIC) – Der irische Fleischhersteller Kepak Group, Clonee, ist gegenwärtig im Inland Marktführer bei fleischhaltigen Convenience- und Snackprodukten. Mit dem „Global Cuisine“-Sortiment ist die Unternehmensgruppe nach eigenen Angaben in Irland und Großbritannien der wichtigste Anbieter von „vorgekochten Mahlzeitenlösungen“ („pre-cooked meal solutions“). Mit „Big Al´s“ präsentiert Kepak im irischen LEH das erfolgreichste Markensortiment bei tiefgekühlten Fleischwaren.

Die Konzerntochter Kepak Convenience Foods ist nach eigener Einschätzung „ein führender Hersteller von gekühlten, in der Mikrowelle zubereitbaren“ Fleischsnacks für den europäischen Markt. Kepak Convenience Foods verkauft diese Produkte vor allem unter den Marken „Rustlers“ und „Ugo´s Deli Café“. „Rustlers“ ist sowohl in Irland als auch in Großbritannien das bedeutendste Markensortiment bei gekühlten Fleischsnacks, die in der Mikrowelle erhitzt werden können.

Die Kepak Group betreibt zurzeit neun Produktionsstätten in Irland und Großbritannien. In diesen Werken verarbeitet der Konzern nach eigenen Angaben jährlich mehr als 300.000 Rinder und rund 1,5 Mio. Schafe zu Erzeugnissen für den Endverbrauchermarkt. Kepak setzt den größten Teil der Erzeugnisse im Ausland ab.

Der Konzern erzielt einen Gesamtumsatz von jährlich mehr als 750 Mio. EUR. Davon stammt der größte Teil aus dem Verkauf von Rind- und Schaffleisch sowie dessen Verarbeitungsprodukten. Der weltweit in zahlreichen Ländern vertretene Konzern beschäftigt insgesamt über 2.000 Mitarbeiter. (10)

Italien

Gute Absatzchancen
für ausländisches Rindfleisch

(AIC) – Die irische Agrarmarketingorganisation Bord Bia, Dublin, sieht auf dem italienischen Markt trotz der schweren Rezession, sinkenden Preisen und einem verschärften Wettbewerb gute Absatzchancen für ausländisches Rindfleisch. Denn der italienische Rindfleischsektor weist laut Bord Bia bei rückläufiger Tendenz einen Selbstversorgungsgrad von nur noch 50 % auf. Dies mache die Einfuhr von jährlich annähernd 500.000 t Rindfleisch und bis zu 2 Mio. Lebendrindern zur Bedarfsdeckung notwendig. Aus diesem Grund hat Bord Bia eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr die Werbung und Verkaufsförderungsmaßnahmen für irisches Rindfleisch auf der Apenninenhalbinsel forciert und dort auch ein Handelsseminar zur Ankurbelung des Exports irischer Lebendrinder durchgeführt.

Wie aus einer im November 2009 veröffentlichten Branchenanalyse von Bord Bia hervorgeht, bleibt Italien trotz aktuell sinkender Verkaufspreise ein „Premiummarkt für Rindfleisch“. Die Verkaufspreise bei allen wichtigen Teilstücken lägen nämlich dort im Durchschnitt höher „als auf jedem anderen EU-Markt“. Die Rezession und wachsende Arbeitslosenzahlen tragen allerdings laut Bord Bia dazu bei, dass immer mehr italienische Verbraucher preiswerte Teilstücke kauften und im Einzelhandel verstärkt Sonderangebote nutzten. Von dem veränderten Konsumentenverhalten profitiere besonders polnisches Rindfleisch, das in der Regel billiger als die meisten Konkurrenzprodukte verkauft werde. Bord Bia rechnet für 2009 mit einem Absatz von 60.000 t polnischem Rindfleisch auf dem italienischen Markt. Im Jahr 2005 waren es erst etwa 25.000 t gewesen. Die Organisation erwartet außerdem, dass der Italien-Export von irischem Rindfleisch 2009 mit 46.000 t wieder das Vorjahresniveau erreichen wird. Bord Bia wertet die Stagnation als Erfolg, da die Ausfuhr nach Italien infolge des Dioxinskandals bei irischem Schweine- und Rindfleisch Anfang dieses Jahres zunächst eingebrochen war. (11)


Italien

„Quality Standard”-Rindfleisch
in Mailand lanciert

(AIC) – Englisches Rindfleisch mit dem „Quality Standard“-Label wird künftig auch in Mailänder Luxusrestaurants serviert. Dies ist ein erster Erfolg der Werbekampagne, die die Absatzförderungsorganisation für englisches Rind- und Lammfleisch EBLEX (English Beef and Lamb Executive) Anfang November 2009 in Italien gestartet hat. Der Michelin-prämierte Koch Andrea Berton bereitete in einem Lebensmittel-Entwicklungszentrum bei Mailand ein Menu mit besonderen Rindfleisch-Gerichten für italienische Berufskollegen und Gastronomie-Fachjournalisten zu. Das „Quality Standard“-Label steht für englisches Rindfleisch, das im Rahmen eines Qualitätssicherungssystems erzeugt wurde. Seit Ende 2006 wird englisches Rindfleisch zunehmend an italienische Luxusrestaurants geliefert. EBLEX rechnet für das laufende Jahr mit Exporten in Höhe von 7.000 t Premiumfleisch nach Italien. Die Absatzförderungsorganisation generiert ihr Werbebudget vorwiegend aus steuerähnlichen Branchenabgaben. (12)


Österreich

Schirnhofer baut „Gläserne Fabrik“

(AIC) – Der Fleisch- und Wurstwarenhersteller Schirnhofer will Ende kommenden Jahres seine „Gläserne Fabrik“ am Firmenhauptsitz Kaindorf fertig stellen. Bereits ab Januar 2010 können Besucher von einer Glasgalerie aus das Verpacken von Würsten, Schnitzeln und Steaks beobachten. Der Neubau auf einer Fläche von 10.000 qm kostet etwa 17 Mio. EUR. Durch diese Investition erhöht das Unternehmen seine Kapazität von 17.000 t auf etwa 25.000 t Fleisch- und Wurstwaren pro Jahr.

Wachstumspotenzial sieht Schirnhofer vor allem im Export. Die Exportquote beläuft sich derzeit auf gut 10 % des Umsatzes. Wichtigste Zielländer für Ausfuhren bleiben Deutschland und Georgien. Erste Erfolge wurden in Skandinavien erzielt. Darüber hinaus exportiert die Gruppe nach Italien, in die Niederlande, nach Bosnien-Herzegovina, Ungarn, Tschechien, Griechenland, in die Schweiz und nach Slowenien.

Die Schirnhofer Familien Unternehmen Holding gehört zu den führenden Konzernen der österreichischen Fleisch- und Wurstwarenindustrie und erwirtschaftete im Jahr 2008 mit einer Absatzmenge von insgesamt 34.000 t einen Umsatz von 190 Mio. EUR. Davon entfielen 105 Mio. EUR auf den Stammbetrieb. Die Tochterunternehmen Aibler, Blasko und Weiss erlösten 55 Mio. EUR, 22 Mio. EUR bzw. 8 Mio. EUR. Für das laufende Jahr peilt die Geschäftsführung einen Gesamtumsatz von 200 Mio. EUR an. (13)

Österreich

Exportchancen besser nutzen

(AIC) – Nur „eine Handvoll“ Unternehmen der österreichischen Fleischwarenhersteller betreiben professionell Exportgeschäfte. Dies sagte der Direktor des Verbands der Fleischwarenindustrie, Helmut Schmerker, gegenüber der Fachpresse. Dem stehe ein bislang ungenutztes und umfangreiches Absatzpotenzial im Ausland gegenüber. Beispielsweise würden die Benelux-Staaten, Skandinavien und teilweise auch osteuropäische Länder zurzeit ungenügend bearbeitet. Dort müsse die Branche ansetzen. Vorbildfunktion haben Schmerker zufolge z. B. finanzkräftige französische Konsortien, die auf diesen Märkten intensiv und erfolgreich mit der Herkunft ihrer Produkte werben. Im Wirtschaftsjahr 2007/08 erwirtschaftete die österreichische Fleisch- und Wurstbranche einen Gesamtumsatz von 2,8 Mrd. EUR. Dieser Wert dürfte im laufenden Wirtschaftsjahr erneut erreicht werden, meint Schmerker. (14)

Belgien

Ter Beke erwartet stabiles Ergebnis


(AIC) – Der börsennotierte Fleischkonzern Ter Beke in Waarschoot/Flandern erwartet im Jahr 2009 ein Nettoergebnis, das mindestens das Niveau des Vorjahres erreichen soll (2008: 7,6 Mio. EUR). Damit könnte das Unternehmen den bislang vollzogenen Aufwärtstrend fortsetzen. Der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres entsprach nach eigenen Angaben etwa dem Vorjahreswert. Dabei glichen Zuwächse im Hauptgeschäftsfeld Fleischwaren die Umsatzeinbußen bei Fertiggerichten aus. Die positive Entwicklung bei Fleischwaren begründet Ter Beke mit dem Ausbau seiner Kapazitäten zur Herstellung von Aufschnitt. Für diesen Zweck hatte das Unternehmen in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 ungefähr 12,5 Mio. EUR investiert. Darüber hinaus wurden Rationalisierungsmaßnahmen zur Kostensenkung durchgeführt.
Im vergangenen Jahr erzielte Ter Beke einen Gesamtumsatz in Höhe von 393 Mio. EUR. Davon entfielen etwa 270 Mio. EUR auf Fleischwaren. Absatzmärkte sind die Benelux-Länder, Großbritannien und Deutschland. Der Konzern verfügt über vier Fleischwerke in Belgien sowie jeweils zwei Betriebe zur Herstellung von Aufschnitt in Belgien und den Niederlanden. (15)


Norwegen

Nortura will russischen Fleischmarkt verstärkt erschließen

(AIC) – Der marktbeherrschende norwegische Schlachtereikonzern Nortura, Oslo, möchte den Export von Fleisch nach Russland ankurbeln. Der Genossenschaftskonzern lässt seit Mitte November 2009 zehn Schlachtereien und Fleischfabriken von russischen Veterinärbeamten kontrollieren, um für diese Betriebe entsprechende Ausfuhrlizenzen zu erhalten.

Die Konzernleitung von Nortura ist zuversichtlich, trotz des Auftretens der „H1N1-Grippe“ in 35 norwegischen Schweinebetrieben die für das Russlandgeschäft notwendigen Lizenzen zu bekommen. Sie ist nämlich davon überzeugt, dass diese Betriebe die von der russischen Regierung geforderten Hygiene- und Qualitätsstandards einhalten.

Nortura hat im Jahr 2008 bei einer Mitarbeiterzahl von 6.500 einen Konzernumsatz von ungefähr 17 Mrd. NOK (2 Mrd. EUR) erzielt. Der Konzern ist seit seiner Gründung im November 2006 durch eine Fusion Marktführer bei Geflügel, Rind-, Schweine- und Schaffleisch in Norwegen. Nortura stellt derzeit in 39 Werken ungefähr 2.000 verschiedene Fleisch- und Eiprodukte her. (16)

Schweden

KLS Ugglarps zweitgrößte Schlachterei

(AIC) – Durch den vor kurzem von der Kartellbehörde genehmigten Zusammenschluss der drei Firmen KLS Livsmedel, Ugglarps Slakteri und Danish Crown Livsmeddel zur neuen Aktiengesellschaft KLS Ugglarps ist das zweitgrößte Schlachtereiunternehmen in Schweden entstanden. KLS Ugglarps wird im Gründungsjahr als vollständige Tochtergesellschaft des größten dänischen Schlachtereikonzerns Danish Crown einen Umsatz von rund 1,5 Mrd. SEK (147 Mio. EUR) erzielen. Das Unternehmen wird bei einer Mitarbeiterzahl von gut 400 an den beiden Standorten in Ugglarps (Provinz Schonen) und Kalmar voraussichtlich jährlich gut 500.000 Schweine, 52.000 Rinder und 20.000 Schafe bzw. Lämmer schlachten.

Der Mutterkonzern Danish Crown verspricht sich von dem Zusammenschluss der schwedischen Schlachtereitöchter unter einem Dach eine Reduzierung der Verwaltungskosten sowie wirtschaftliche Vorteile beim Ein- und Verkauf. Danish Crown will die Schlachtereien von KLS Ugglarps mit verstärkter Intensität weiter betreiben. Im Jahr 2010 will der Konzern dort insgesamt 600.000 Schweine schlachten. Dies wären rund 50 % mehr Schlachtungen als im Jahr 2008. (17)


Russland

Cherkizovo steigert
Schweinefleisch- und Geflügelverkäufe

(AIC) – Der größte russische Fleischanbieter Cherkizovo hat im Zeitraum Januar bis September 2009 den Absatz von Schweinefleisch und Geflügel im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet. Die Aktiengesellschaft erhöhte den Verkauf von Schweinefleisch um 23 % auf annähernd 35.600 t und von Geflügel um 1 % auf gut 138.900 t. Ein großer Teil des Fleisches stammt von Tieren, die Cherkizovo auf eigenen Geflügel- und Schweinemastbetrieben aufgezogen hat. Bei dem Unternehmen handelt es sich nämlich um einen integrierten Schlachterei- und Fleischkonzern, der neben Schlachtereien und Fleischfabriken auch Futtermittel- und Landwirtschaftsbetriebe besitzt.

Cherkizovo konnte in den ersten drei Quartalen 2009 in Russland seine Verkaufspreise bei Fleisch und Fleischerzeugnissen deutlich anheben. Dabei stiegen die Netto-Durchschnittspreise bei Geflügel um 19 % auf 73,88 RUB (1,71 EUR) und bei Schweinefleisch um 14 % auf 75,38 RUB (1,75 EUR) je kg. Bei verarbeiteten Produkten erhöhte Cherkizovo die Nettopreise um 13 % auf durchschnittlich 112,75 RUB (2,62 EUR) pro kg. Der Absatz dieser relativ teuren Fleisch- und Wurstwaren litt unter der geringeren Kaufkraft vieler russischer Verbraucher infolge der Wirtschaftskrise. Er brach nämlich in dem Neunmonatszeitraum um 13 % auf ungefähr 95.400 t ein. (18)

Russland

Expansives Wachstum bei Atria

(AIC) – Die russische Tochterfirma des zweitgrößten finnischen Schlachterei- und Fleischwarenkonzerns Atria verzeichnete im Zeitraum Januar bis September 2009 ein hohes Umsatzplus. Die Verkaufserlöse von Atria Russia schnellten um 42,5 % gegenüber dem Vorjahr auf über 83 Mio. EUR nach oben. Zu diesem Umsatzsprung trug ausschließlich die Übernahme des russischen Fleischwarenherstellers Campomos im Herbst 2008 bei. Dieser vom spanischen Branchenunternehmen Campofrio übernommene Betrieb macht aber trotz einschneidender Rationalisierungsmaßnahmen noch immer Verlust. Die Konzernleitung von Atria hofft, 2009 in dem Moskauer Tochterunternehmen wieder ein positives EBIT zu erwirtschaften. Zu diesem Zweck hat Atria Russia im dritten Quartal 2009 etwa 1 Mio. EUR in unterschiedliche Marketingaktivitäten investiert. (19)


Polen

Duda endlich wieder in der Gewinnzone

(AIC) – Die polnische Aktiengesellschaft PKM Duda, Warschau, hat im dritten Quartal 2009 einen Nettogewinn von rund 1,2 Mio. PLN (0,3 Mio. EUR) erwirtschaftet. Damit konnte das drittgrößte polnische Schlachterei- und Fleischwarenunternehmen nach zuvor zwei Quartalen mit hohen Verlusten wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Ertragswende gelang, obwohl der Umsatz von Duda gegenüber dem zweiten Quartal 2009 um über 17 % eingebrochen ist.

Zu dem Turnaround trug hauptsächlich ein im Juli 2009 von den Gläubigerbanken akzeptiertes Umschuldungsprogramm bei, das die Zahlungsunfähigkeit verhinderte und zugleich zur deutlichen Reduzierung der Fremdkapitalzinsen führte. Im Rahmen dieser Maßnahme konnte Duda Kredite im Wert von gut 301 Mio. PLN (73 Mio. EUR) in Aktien umwandeln und erhielt zusätzlich ein neues Bankdarlehen über 132 Mio. PLN (32 Mio. EUR).

Im Zeitraum Januar bis September 2009 hat Duda seinen Umsatz um 15 % gegenüber dem Vorjahr auf ungefähr 1,2 Mrd. PLN (293 Mio. EUR) erhöht. Davon entfielen knapp 130 Mio. PLN (32 Mio. EUR) auf den Export. Damit wurde der vergleichbare Vorjahreswert um etwa 3 % übertroffen. Aufgrund hoher Verluste in der ersten Jahreshälfte lag das konsolidierte Nettoergebnis der Duda-Gruppe zwischen Januar und September 2009 mit
- 74,5 Mio. PLN (- 18,2 Mio. EUR) tief in den roten Zahlen. Der hohe Verlust war ausschließlich das Ergebnis von finanziellen Belastungen aus Fremdwährungsgeschäften und einer Bankgarantie für das insolvente Tochterunternehmen Beef Poland. Duda erwirtschaftete im operativen Geschäft ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 47,4 Mio. PLN (11,6 Mio. EUR). (20)


Brasilien

Herber Ergebniseinbruch bei weltgrößtem Rindfleischanbieter JBS

(AIC) – Der führende brasilianische Rindfleischkonzern JBS SA, São Paulo, hat im dritten Quartal 2009 beim Nettogewinn einen Rückgang von 78 % im Vergleich zum Vorjahr auf rund 151,5 Mio. BRL (59 Mio. EUR) hinnehmen müssen. Branchenkenner machen für die negative Entwicklung vor allem die rückläufigen Rindfleischverkaufspreise, die um 12 % erhöhten Rohstoffkosten des Konzerns und die massiv gesunkenen Einnahmen aus Finanzanlagen verantwortlich.

Der Brutto-Konzernumsatz von JBS lag im Zeitraum Juli bis September 2009 mit etwa 8,6 Mrd. BRL (3,3 Mrd. EUR) um 7,6 % über dem Vorjahreswert. Während der Inlandsumsatz um über 26 % auf rund 6,5 Mrd. BRL (2,5 Mrd. EUR) nach oben schnellte, brach der Auslandsumsatz um gut 26 % auf ungefähr 2,1 Mrd. BRL (0,8 Mrd. EUR) ein. Hauptgrund für den Einbruch im internationalen Geschäft war der gegenüber dem US-Dollar gestiegene brasilianische Real, der einerseits den Export erschwerte und andererseits besonders den Umsatz der in US-Dollar fakturierenden Tochterfirma JBS USA belastete.

Zurzeit bemüht sich JBS USA, ihre Marktposition durch den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von 64 % am insolventen Geflügelfleischkonzern Pilgrim´s Pride zu verbessern. Das Unternehmen muss allerdings noch die zur Finanzierung dieses Deals und der Fusion mit dem brasilianischen Rindfleischkonzern Bertin notwendigen Mittel von ungefähr 2,5 Mrd. USD (1,7 Mrd. EUR) an der New Yorker Börse beschaffen.

Nach der geplanten Verschmelzung mit dem drittgrößten brasilianischen Rindfleischanbieter Bertin und dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an Pilgrim´s Pride peilt das JBS-Management im Jahr 2010 einen Rekordumsatz von 52 Mrd. BRL (20 Mrd. EUR) an. (21)


Brasilien

Brasil Foods schreibt wieder schwarze Zahlen

(AIC) – Der größte brasilianische Geflügel- und Schweinefleischkonzern Brasil Foods, São Paulo, hat im dritten Quartal 2009 mit rund 211 Mio. BRL (82 Mio. EUR) wieder schwarze Zahlen geschrieben. Damit schaffte die Aktiengesellschaft, die im Mai 2009 aus der Fusion der beiden brasilianischen Konkurrenten Perdigão und Sadia entstanden ist, nach hohen Verlusten im ersten Halbjahr 2009 eine deutliche Ertragswende. Zum Turnaround trugen vor allem deutlich niedrigere Zins-zahlungen auf die in US-Dollar aufgenommenen Auslandskredite bei, was durch die Aufwertung des brasilianischen Real gegenüber der amerikanischen Währung stark begünstigt wurde. Der Brutto-Umsatz von Brasil Foods lag allerdings im dritten Quartal 2009 mit knapp 6,2 Mrd. BRL (2,4 Mrd. EUR) um etwa 4 % unter dem auf vergleichbarer Konsolidierungsbasis erreichten Vorjahreswert. Davon stammten bei einem Zuwachs von etwa 2 % fast 3,9 Mrd. BRL (1,5 Mrd. EUR) aus dem Inlandsgeschäft. Der Auslandsumsatz schrumpfte dagegen um 12 % auf ungefähr 2,3 Mrd. BRL (0,9 Mrd. EUR).

Brasil Foods hat im Zeitraum Januar bis September 2009 bei einem Brutto-Umsatz von gut 18 Mrd. BRL (7 Mrd. EUR) einen Nettogewinn in Höhe von 222 Mio. BRL (86 Mio. EUR) erwirtschaftet. Im gleichen Neunmonatszeitraum 2008 hatten die beiden Vorgängerunternehmen Perdigão und Sadia noch einen Verlust von zusammen rund 1,1 Mrd. BRL (428 Mio. EUR) eingefahren. Davon entfiel fast der gesamte Betrag auf Sadia, das sich mit Finanzderivaten in Fremdwährungen verspekuliert hatte. (22)

USA

Tyson trotz Verlust optimistisch

(AIC) – Tyson Foods, der weltweit größte Fleischanbieter, hat im gerade abgeschlossenen Wirtschaftsjahr (27. September 2008 bis 3. Oktober 2009) wegen einer Sonderbelastung einen Nettoverlust in Höhe von 536 Mio. USD (360 Mio. EUR) erwirtschaftet. Dieses Defizit ist auf eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Firmenwert im vierten Quartal in Höhe von 560 Mio. USD (366 Mio. EUR) zurückzuführen. Im operativen Geschäft erwirtschaftete das Unternehmen allerdings einen Gewinn in Höhe von rund 23 Mio. USD (15 Mio. EUR). Dies war nur ein Bruchteil des im Vorjahr erzielten Gewinns in Höhe von 86 Mio. USD (58 Mio. EUR). Der Gesamtumsatz verringerte sich geringfügig (- 0,6 %) auf insgesamt 26,7 Mrd. USD (17,9 Mrd. EUR). Davon entfiel der Löwenanteil mit 10,8 Mrd. USD (7,2 Mrd. EUR) auf Rindfleisch, gefolgt von Geflügel, Schweinefleisch und Fertigmahlzeiten.

Für 2009/10 erwartet Tyson bei Rindfleisch ähnliche Bedingungen wie im abgelaufenen Wirtschaftsjahr. In diesem Geschäftsfeld hat sich das Betriebseinkommen (ohne Sonderbelastung) 2008/09 mehr als verdoppelt. Nach bislang wachsenden Verlusten bei Geflügel geht das Unternehmen im Zuge von erwarteten Verbraucherpreissteigerungen und sinkenden Futterkosten von einer deutlichen Verbesserung im neuen Wirtschaftsjahr aus. Bei Schweinefleisch rechnet der Konzern trotz eines abnehmenden Schlachttierangebots in der ersten Hälfte des neuen Wirtschaftsjahres mit einer regional angemessenen Versorgung der eigenen Produktionsstätten. (23)

Neuseeland

Alliance Group
zahlt Rekordpreise für Lämmer

(AIC) – Der neuseeländische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Alliance Group, Invercargill/Südinsel, kann nach Aussagen seines Vorsitzenden Owen Poole auf „ein erfolgreiches Jahr“ zurückblicken. Das als Kapitalgesellschaft organisierte Genossenschaftsunternehmen habe nämlich einen „starken Gewinn“ und „sehr hohe Erlöse“ für seine rund 5.000 landwirtschaftlichen Tierlieferanten erzielt. Besonders der Erzeugerpreis für Lämmer hat laut Poole ein Rekordniveau erreicht. Dabei hätten die von der Alliance Group zusätzlich zur Notierung gezahlten „Qualitätsvertragsprämien“ („yield quality contract premiums“) und genossenschaftlichen Rückvergütungen („pool surplus payments“) durchschnittlich 7,30 NZD (3,65 EUR) pro Lamm betragen.

Die Alliance Group hat im Geschäftsjahr 2008/09 (Oktober bis September) den Umsatz um etwa ein Achtel auf ungefähr 1,5 Mrd. NZD (750 Mio. EUR) erhöht. Das deutliche Umsatzwachstum der zweitgrößten neuseeländischen Fleischgenossenschaft war primär auf die Übernahme des Schlachterei- und Fleischverarbeitungsbetriebs Levin im November 2008 zurückzuführen. In diesem mittlerweile umfassend modernisierten Werk auf der Nordinsel verarbeitet die Alliance Group vor allem Lamm- und Rindfleisch. Das Unternehmen erwirtschaftete 2008/09 einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 27,1 Mio. NZD (13,6 Mio. EUR). Das waren rund zwei Fünftel weniger als im Vorjahr.

Die Alliance Group ist nach eigenen Angaben zurzeit „einer der weltweit größten Verarbeiter von Schaffleisch“. Das Unternehmen betreibt in Neuseeland insgesamt neun Produktionsstätten, in denen jährlich ungefähr 7 Mio. Lämmer, 1 Mio. Schafe, 150.000 Rinder und 130.000 Rehe geschlachtet werden. Die Alliance Group vermarktet über 1.200 verschiedene Erzeugnisse in ungefähr 65 Ländern. Das Unternehmen unterhält auf besonders wichtigen Exportmärkten wie Großbritannien, dem Nahen Osten und Nordamerika eigene Verkaufsniederlassungen. (24)

China

Kostspielige Erweiterungsinvestitionen von Zhongpin

(AIC) – Der zu den führenden inländischen Fleischherstellern zählende Lebensmittelkonzern Zhongpin mit Stammsitz in Changge in der zentralchinesischen Provinz Henan investiert zurzeit rund 97 Mio. USD (64 Mio. EUR) in den Ausbau seiner Produktions- und Logistikkapazitäten. Davon sind mit ungefähr 62 Mio. USD (41 Mio. EUR) fast zwei Drittel für die Errichtung von zwei Werken in der ostchinesischen Hafenstadt Tianjin bestimmt. Die erste Produktionsstätte, in der Zhongpin jährlich bis zu 100.000 t Schweinefleisch erzeugen will, wird den Betrieb voraussichtlich im ersten Quartal 2010 aufnehmen. Das Werk soll eine Produktionskapazität von jährlich 70.000 t gekühltem Schweinefleisch und 30.000 t tiefgekühltem Schweinefleisch besitzen. In dem zweiten Betrieb, der im dritten Quartal 2010 die Produktion aufnehmen soll, kann Zhongpin jährlich bis zu 36.000 t Schweinefleisch verarbeiten.

Zhongpin investiert zusätzlich etwa 21 Mio. USD (14 Mio. EUR) in einen Neubau neben dem Hauptbetrieb in Changge. In diesem Neubau will das Unternehmen bereits im vierten Quartal 2009 mit der Erzeugung von schockgefrosteten Wurstwaren und anderen Schweinefleischerzeugnissen für den Cateringsektor beginnen. Die neue Fleischwarenfabrik, in der modernste Anlagen und Maschinen namhafter internationaler Hersteller installiert werden, soll eine Produktionskapazität von jährlich 36.000 t haben. An den drei genannten Investitionsprojekten wird sich die chinesische Regierung nach Angaben von Zhongpin mit Subventionen in Höhe von 37,8 Mio. CNY (3,7 Mio. EUR) beteiligen.

Darüber hinaus verwendet Zhongpin einen Betrag von insgesamt 13,6 Mio. USD (9,1 Mio. EUR) für den Bau von drei Logistik- und Vertriebszentren für kühlbedürftiges Schweinefleisch und andere Lebensmittel mit einer Betriebsfläche von jeweils mehr als 20.000 qm. Das Unternehmen errichtet die Zentren direkt neben den Fleischfabriken in Anyang, Zhumadian und Luoyang in der zen-tralchinesischen Provinz Henan.

Zhongpin konnte im Zeitraum Januar bis September 2009 den Umsatz um fast 28 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 510,5 Mio. USD (340 Mio. EUR) erhöhen. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Nettogewinn von 33,7 Mio. USD (22,5 Mio. EUR). Damit wurde der Vorjahreswert um gut 30 % übertroffen. Für das Kalenderjahr 2009 rechnet das Management von Zhongpin mit einem Gesamtumsatz von mindestens 720 Mio. USD (480 Mio. EUR) und einer Nettogewinnmarge von über 6 %. (25)


Venezuela

EAC Foods rechnet mit hohem Profit

(AIC) – Der zum dänischen Lebensmittelkonzern East Asiatic Company in Kopenhagen gehörende venezuelanische Fleischwarenhersteller EAC Foods rechnet mit einem Umsatzplus von 27 % und einer Gewinnmarge von 12 % für das Kalenderjahr 2009. EAC Foods, dem gute Beziehungen zum Präsidenten Hugo Chávez nachgesagt werden, ist in dem lateinamerikanischen Ölförderland relativ erfolgreich: Das Unternehmen konnte seinen Umsatz im Zeitraum Januar bis September 2009 um knapp 38 % auf etwa 3,1 Mrd. DKK (417 Mio. EUR) steigern. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich in dem Neunmonatszeitraum um gut 8 % auf 398 Mio. DKK (53 Mio. EUR).

Der Umsatzsprung von EAC Foods ist vor allem auf stark gestiegene Verkaufspreise und einem Mehrabsatz von verarbeiteten Fleischerzeugnissen auf dem venezuelanischen Markt zurückzuführen. Dem Unternehmen gelang es insbesondere den Verkauf von Schinken und Wurstwaren deutlich auszuweiten. Aufgrund dabei auftretender Kapazitätsengpässe floss ein großer Teil der diesjährigen Investitionen von insgesamt rund 234 Mio. DKK (31 Mio. EUR) in die Erweiterung der Produktion von Schinken und Wurstwaren. (26)


Indien

Chancen der Fleischverarbeitung nutzen

(AIC) – Indische Unternehmer und Investoren dürfen die Nutzung von Marktchancen in der heimischen Fleisch- und Geflügelverarbeitung nicht ausländischen Anbietern überlassen. Dies sagte der indische Minister für Lebensmittelverarbeitung, Subodh Kant Sahai, kürzlich auf der ersten nationalen Konferenz, die die Absatzförderungseinrichtung für den Fleisch- und Geflügelsektor NMPPB (National Meat and Poultry Processing Board) in Neu-Delhi organisiert hatte.

Die Voraussetzungen für eine „Revolution“ im Fleischsektor seien günstig, so der Minister: Die Kaufkraft der indischen Mittelklasse steige, und bei der Fleischverarbeitung gebe es keine Einkommensteuer und keine Verarbeitungssteuer wie in anderen Sektoren. Darüber hinaus habe er in den indischen Bundesstaaten weitere Steuersenkungen für den Sektor angeregt. Sahai rief die Branche auf, die Hygiene im Produktionsprozess mehr als bisher in den Mittelpunkt zu stellen. Damit könne sich das Sektoreinkommen verzehnfachen. (27)

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Internationale Fleischnachrichten Nr. 3 vom 11. November 2009

Niederlande

PVV erhöht Absatzförderungsbudget 2010

(AIC) – Der halbstaatliche Marktverband Vieh und Fleisch PVV (Productschap Vee en Vlees) in Zoetermeer/Provinz Südholland will sein Absatzförderungsbudget im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 100.000 EUR auf fast 1,3 Mio EUR aufstocken. Der zusätzliche Geldbetrag soll in die Kalbfleischwerbung fließen und durch eine Erhöhung der steuerähnlichen Branchenabgaben um 0,33 EUR auf 1,08 EUR/Kalb finanziert werden. Die übrigen Ausgabeposten des Tätigkeitsfeldes „Absatzförderung“ bleiben unverändert. Das meiste Geld stellt die PVV nach wie vor für die Exportförderung von Lebendvieh, die Imagekampagne für die Schweinehaltung sowie für die allgemeine Sektor-PR zur Verfügung. (1)


Niederlande

Bald Schweinefleischexporte nach China?

(AIC) – Im Dezember 2009 werden chinesische Veterinäre niederländische Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen prüfen, die eine Zulassung für Schweinefleischexporte nach
China erhalten wollen. Dies teilt der Marktverband Vieh und Fleisch PVV (Productschap Vee en Vlees) in Zoetermeer/Provinz Südholland mit. Dabei geht es vor allem um Ausfuhren von Schweinerüsseln, -ohren und
-schwänzen, die in China als Delikatessen gelten.

Die bilateralen Verhandlungen über die Marktöffnung für die niederländischen Schlachtnebenprodukte sind bislang mühsam verlaufen. Bereits im Oktober vergangenen Jahres wurde die Anbahnung von Exporten schriftlich vereinbart. Daraufhin mussten die interessierten niederländischen Unternehmen umfangreiche Fragebögen ausfüllen. Nach Berichten der niederländischen Fachpresse ist bislang noch nicht klar, welche der insgesamt 36 Unternehmen überhaupt kontrolliert werden sollen. Der Chefveterinär der PVV rechne damit, dass die Exporte erst im Frühjahr 2010 starten könnten. (2)


Niederlande

„Tierfreundlicher“ erzeugtes Fleisch
darf mehr kosten


(AIC) – Fast 60 % der niederländischen Verbraucher sind bereit, Fleisch von Tieren kaufen, die unter „tierfreundlicheren“ Bedingungen gehalten wurden (höheres Platzangebot, Freiland-Auslauf und Einstreuhaltung). Dafür würden 33 % einen Preisaufschlag von 10 % im Vergleich zu konventionell erzeugtem Fleisch akzeptieren. Einen Preisaufschlag von 10 % bis 25 % würden nur noch etwa 19 % der Befragten in Kauf nehmen. Eine Verteuerung um über 25 % würden lediglich 2 % der Verbraucher hinnehmen. Dies hat eine Umfrage ergeben, die der Hilversumer Fernsehsender EénVandaag im Oktober 2009 unter 24.000 Verbrauchern durchgeführt hat.

Die Zahlungsbereitschaft für „tierfreundlicher“ erzeugtes Fleisch deckte sich weitgehend mit den Ergebnissen für ökologisch erzeugtes Fleisch, die der Fernsehsender im Rahmen derselben Umfrage ermittelte. Rund 70 % der Befragten gaben allerdings an, dass bei der Kaufentscheidung der Preis eine wichtigere Rolle spiele als die Haltungsbedingen.

In den Niederlanden liegt „tierfreundlicher“ erzeugtes Fleisch bereits im Fleischregal: Die niederländische Supermarktkette Albert Heijn lobt beim Fleischverkauf zunehmend die „tierfreundlichere“ Erzeugung mit dem Gütezeichen „Besser Leben“ („Beter Leven“) aus. Das Zeichen wird von der niederländischen Tierschutzorganisation Dierenbescherming je nach Niveau der Tierfreundlichkeit mit einem bis drei Sternen vergeben. Drei Sterne erhält beispielsweise Fleisch von Tieren aus ökologischer Haltung. (3)


Deutschland

Westfleisch erweitert Schlachterei
in Coesfeld

(AIC) – Die Westfleisch-Unternehmensgruppe, Münster/Nordrhein-Westfalen, wird im Jahr 2010 einen noch nicht bekannten Betrag in den Ausbau ihres Fleischcenters Coesfeld/Nordrhein-Westfalen investieren. Durch diese bereits genehmigte Erweiterung will die größte deutsche Fleischgenossenschaftsgruppe die Schlachtkapazität in dem Betrieb um gut die Hälfte auf wöchentlich 55.000 Schweine erhöhen. Die Investitionen am Standort Coesfeld werden auch Maßnahmen zum Lärm- und
Emissionsschutz sowie den Um- und Ausbau, unter anderem der Kühlräume, umfassen.

Das Werk Coesfeld ist bereits jetzt der größte Schlacht- und Zerlegebetrieb von Westfleisch. Das Unternehmen hat dort im Jahr 2008 gut 1,8 Mio. Schweine geschlachtet und zu rund 220.000 t Schweinefleisch zerlegt. Der Betrieb beschäftigt ungefähr 1.150 Mitarbeiter.

Westfleisch hat in der ersten Jahreshälfte 2009 knapp 929 Mio. EUR umgesetzt, 0,6 % weniger als im Vorjahr. Die Genossenschaftsgruppe vermarktete dabei fast 395.000 t Fleisch, davon über 136.000 t im Ausland. Damit verfehlte sie beim Gesamtabsatz die Vorjahresmenge um 1,6 %, während das Exportvolumen um 0,8 % anstieg. Westfleisch schlachtete im ersten Halbjahr 2009 rund 3,1 Mio. Schweine und etwa 148.000 Rinder. Das waren 4,1 bzw. 1,8 % mehr Tiere als im gleichen Vorjahreszeitraum. (4)


Deutschland

QS-System verschärft Anforderungen

(AIC) – Im stufenübergreifenden Qualitätssicherungssystem QS sollen ab dem 1. Januar 2010 auch geringe Mängel Einfluss auf die qualitative Einstufung teilnehmender Unternehmen haben. Damit verfolgt die QS Qualität und Sicherheit GmbH in Bonn als Systemträger das Ziel, die Situation in den Betrieben noch präziser zu beschreiben. Die Audits werden der Gesellschaft zufolge zukünftig hervorragende Ergebnisse einerseits und kritische Punkte andererseits deutlicher widerspiegeln. Zu diesem Zweck wurden die Leitfäden und Checklisten im QS-Prüfsystem überarbeitet.

Auch für die Systemkette „Fleisch und Fleischwaren“ bedeutet die Verschärfung, dass eine Einstufung auf dem höchsten Niveau künftig schwerer zu erreichen ist. Im vergangenen Jahr hatten rund 95 % aller Unternehmen den besten Status erreicht. Ab Anfang 2010 wird das Auditergebnis stärker vom Erfüllungsgrad der Einzelkriterien – von A (sehr gut) bis D (ausreichend) – abhängig sein. Um den besten Status zu erreichen, dürfen die geprüften Unternehmen im Audit z. B. bei keinem Kriterium eine D-Bewertung mehr erhalten. Auch kleinere Mängel können sich deshalb negativ auf die Gesamtbeurteilung auswirken.

Strengere Anforderungen betreffen ab dem kommenden Jahr auch die Auditoren. So darf derselbe Auditor einen Betrieb maximal dreimal hintereinander prüfen. Außerdem werden Auditoren, die landwirtschaftliche Betriebe kontrollieren, nach ihrer tierartspezifischen Kompetenz eingesetzt. Die Auditoren im QS-System müssen zukünftig für die einzelnen Tierarten Rind, Schwein oder Geflügel Zulassungen vorweisen.

Mehr als 102.000 Unternehmen aus den Bereichen Futtermittel, Landwirtschaft, Schlachtung/Zerlegung, Verarbeitung, Fleischerhandwerk, Großhandel und Lebensmitteleinzelhandel nehmen bislang am QS-Prüfsystem für Lebensmittel teil. Der Großteil der fast 8.500 ausländischen Systemteilnehmer ist dem niederländischen Schweinesektor zuzurechnen. (5)


Deutschland

4.500 Fleisch- und Wurstwaren mit
staatlichem „Bio“-Siegel

(AIC) – In Deutschland trugen Ende September 2009 insgesamt 4.500 Fleisch- und Wurstwaren das staatliche „Bio“-Siegel, wie die Informationsstelle Bio-Siegel der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn mitteilte. Dies waren 52 mehr als Ende August. Die Grafik (S.4) zeigt allerdings, dass in den Vorjahren deutlich höhere Zuwächse erzielt wurden.

Insgesamt 322 Unternehmen mit Bio-Fleisch- und Wurstwaren waren im September 2009 bei der BLE angemeldet. Alle Unternehmen, die ihre Produkte auf dem deutschen Markt mit dem staatlichen „Bio“-Siegel kennzeichnen, müssen dies der BLE mitteilen. (6)


Dänemark

Kostensenkung durch neue Exportverpackung bei Danish Crown

(AIC) – Der größte dänische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Danish Crown, Randers/Mitteljütland, kann in Kürze die Arbeits- und Materialkosten sowie die Umweltbelastungen durch den Einsatz einer neuen Verpackung reduzieren. Der Genossenschaftskonzern und der dänische Verpackungshersteller SCA Packaging Denmark haben den neuen Umkarton für tiefgekühlte Nackenfilets gemeinsam entwickelt. Bei einem Praxistest in der größten Danish-Crown-Schlachterei in Horsens/Mitteljütland zeigte sich, dass der aus Wellpappe hergestellte Karton nicht nur zu einer kürzeren Abpackzeit und niedrigeren Lohnkosten, sondern auch zu Einsparungen bei Material, Transport und Logistik sowie zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beiträgt. Danish Crown kann dadurch z. B. seine Materialkosten um jährlich über 750.000 DKK (100.000 EUR) senken.

Die Realisierung des Verpackungskonzepts ist Teil der aktuellen Strategie von Danish Crown, zusammen mit seinen Zulieferern nach kostengünstigeren und umweltfreundlicheren Lösungen zu suchen. Durch solche Kooperationsprojekte will der Genossenschaftskonzern auch in Zukunft weitere Einsparungen bei der Beschaffung von Betriebsmitteln sowie Roh- und Hilfsstoffen durchsetzen und zugleich die Umweltbelastung seiner Produktion vermindern. (7)

Dänemark

Internationaler Fleischhändler Ess-Food leidet unter der Finanzkrise

(AIC) – Die dänische Fleischhandelsgesellschaft Ess-Food, Kopenhagen, leidet offensichtlich unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 sind nach Schätzungen von Branchenkennern Umsatz und Nettogewinn bei Ess-Food gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Dies dürfte der Hauptgrund für die Schließung einiger Auslandsniederlassungen und die Entlassung von Mitarbeitern in diesem Jahr gewesen sein.

Ess-Food hatte im Geschäftsjahr 2007/08 (Oktober bis September) einen Umsatz von mehr als 2,4 Mrd. DKK (327 Mio. EUR) und einen Nettogewinn von etwa 17,5 Mio. DKK (2,3 Mio. EUR) erwirtschaftet. Ess-Food ist als Tochterunternehmen des marktbeherrschenden dänischen Schlachtereikonzerns Danish Crown auf den Absatz von jährlich rund 220.000 t gekühltem und tiefgefrorenem Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch auf internationaler Ebene konzentriert. Die Handelsfirma vermarktet regelmäßig Fleisch in weltweit mehr als 100 Ländern. (8)

Spanien

Campofrio plant Umschuldung

(AIC) – Der spanische Fleischverarbeiter Campofrio Food Group, Madrid, prüft derzeit Möglichkeiten zur Refinanzierung seiner Schulden. Durch die Umschuldung will sich das Unternehmen, das Ende 2008 mit dem US-Fleischkonzern Groupe Smithfield Holdings fusioniert hat, genug Kapital zur Finanzierung seiner künftigen Wachstumsstrategie beschaffen.

Campofrio ist gegenwärtig der wichtigste Fleischwarenanbieter in Spanien. Das Unternehmen hat bereits im Jahr 2008 insgesamt ungefähr 70.000 t Frischfleisch sowie rund 372.000 t Fleisch- und Wurstwaren hergestellt. Darunter waren etwa 100.000 t Kochschinken, 80.000 t Hot Dogs und 73.000 t Trockenwürste.


Wichtigster Absatzmarkt von Campofrio ist Frankreich vor Spanien. Das Unternehmen erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2009 einen Nettogewinn von 9,8 Mio. EUR. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Campofrio noch einen Verlust von 13,3 Mio. EUR erlitten. Zur Ertragswende haben laut Campofrio „Synergieeffekte“ in Höhe von 11,1 Mio. EUR durch die Verschmelzung mit Smithfield beigetragen. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet das Management von Campofrio mit einem Fusionsgewinn von knapp 20 Mio. EUR

In der ersten Jahreshälfte 2009 hat Campofrio einen Umsatz von 882,5 Mio. EUR erzielt. Damit wurde der Vorjahreswert aufgrund der Verschmelzung mit Smithfield um knapp 107 % übertroffen. Auf vergleichbarer Konsolidierungsbasis lag der Umsatz allerdings wegen der rezessionsbedingten Verbraucherzurückhaltung um 3,5 % unter dem Vorjahresniveau. (9)


Großbritannien

ABP übernimmt Schlachthof
von Chitty Food Group

(AIC) – Der Konzern Anglo Beef Processors (ABP) hat im Oktober 2009 von dem Lebensmittelhersteller Chitty Food Group einen Schlachthof mit Verarbeitungsanlagen in Guildford/Surrey erworben. Damit erhöht sich die Verarbeitungskapazität von ABP zusammen mit dem im Juli 2009 gekauften Schlachthof in Sturminster Newton/Dorset um 1.500 Rinder/Woche. Mit der Übernahme verfolgt das Unternehmen nach eigenen Angaben die Ziele, seine regionale Präsenz in Südengland auszubauen, erzeugernah zu schlachten, lange Transportwege zu vermeiden und damit umweltfreundlich zu wirtschaften.


ABP ist mit jährlich rund 300.000 Schlachtungen in insgesamt zwölf Schlacht- und/oder Verarbeitungsbetrieben im Vereinigten Königreich einer der größten europäischen Rindfleischanbieter. In den letzten Jahren hat das Unternehmen kräftig in den Zukauf von Produktionsanlagen und Maschinen investiert. Die ABP-Geschäftsführung teilte mit, auch in Zukunft den Expansionskurs fortsetzen zu wollen.

ABP ist ein Tochterunternehmen von Anglo Beef Processors Holdings Ltd. Diese Gesellschaft ist ein Tochterunternehmen von Devenish Investments, die dem irischen Lebensmittelkonzern Irish Food Processors und der Investmentfirma Cranfield Unlimited auf der Insel Jersey gehört. Die gesamte Unternehmensgruppe wird von dem irischen „Rindfleisch-Baron“ Larry Goodman und seiner Familie kontrolliert. (10)


Großbritannien

Obligatorischer Herkunftshinweis gefordert


(AIC) – Die Verbraucherschutzorganisation Which? in London hat die Lebensmittelbehörde FSA (Food Standards Agency) kürzlich aufgefordert, sich für eine obligatorische Angabe der Länderherkunft beim Verkauf von Fleisch und Milchprodukten einzusetzen. Dabei stützt sich die Organisation auf Ergebnisse einer eigenen Umfrage. Diese hat ergeben, dass rund 80 % der britischen Verbraucher für die Einführung eines entsprechenden Labels auf der Produktverpackung sind. Auf diese Weise sei britische von ausländischer Ware irrtumsfrei zu unterscheiden. Fast die Hälfte der Befragten hielt es für wichtig, dass auch verarbeitete Lebensmittel, die Fleisch enthalten, entsprechend gekennzeichnet werden. Bislang können die Hersteller selbst entscheiden, ob sie die Länderherkunft auszeichnen. (11)


Großbritannien

Fleischexporte legen kräftig zu

(AIC) – Großbritannien hat im ersten Halbjahr 2009 Fleisch im Wert von insgesamt 632,9 Mio. GBP (708,8 Mio. EUR) exportiert. Dies waren etwa 15 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie der Verband der Lebensmittelhersteller FDF (Food and Drink Federation) in London mitteilte.

Vor allem Rindfleisch (+ 41 %) und Lammfleisch (+ 30 %) trugen zum Exportwachstum bei. Wichtigste Auslandsmärkte bei Rindfleisch waren die Niederlande, Italien und Frankreich. Wichtigste Abnehmer für Lammfleisch waren Frankreich, Belgien und Deutschland. Auch bei den Ausfuhren von Geflügelfleisch (+ 11 %) und Wurstwaren (+ 40 %) legte Großbritannien zu. Größter Abnehmer für Wurstwaren war Deutschland. Einziger Verlierer unter den Fleischarten war Schweinefleisch
(- 4 %). Den Exportwert dieser Warengruppe teilt die Organisation nicht mit.

Ein Großteil der Exporterfolge dürfte auf Wechselkurseffekte zurückzuführen sein. Das britische Pfund verlor im Beobachtungszeitraum gegenüber dem Euro etwa 15 % an Wert. (12)



Großbritannien

KCF profitiert vom Absatzboom
bei Fleischsnacks

(AIC) – Der irische Fleischwarenhersteller Kepak Convenience Foods (KCF) ist nach eigenen Angaben derzeit im britischen Handel der dominierende Anbieter von in der Mikrowelle erhitzbaren Fleischsnackerzeugnissen („Hot snacking products“). Das Tochterunternehmen des irischen Fleischverarbeiters Kepak Group hat im 52-Wochenzeitraum bis zum 8. August 2009 bei dieser dynamisch wachsenden Produktkategorie einen Umsatzanteil von rund 71 % erreicht. Dies entsprach nach Daten von Nielsen Scantrack einem Einzelhandelsumsatz von mehr als 100 Mio. GBP (111 Mio. EUR).

Umsatzstärkstes KCF-Markensortiment in diesem Bereich war „Rustlers“ mit einem Marktanteil von allein 52 % im oben genannten Zeitraum. Dabei waren diese Convenience-Produkte laut Nielsen bei rund zwei Dritteln der britischen Einzelhändler erhältlich. Unter der Marke „Rustlers“ bietet KCF vor allem mehrere verschiedene Hamburger-Produkte sowie Hot-Dogs, Hackbällchen und andere schnell in der Mikrowelle zubereitbare Fleischsnacks an. (13)



Finnland

Atria schafft Turnaround

(AIC) – Der zweitgrößte finnische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Atria hat im dritten Quartal 2009 einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 14,4 Mio. EUR erwirtschaftet. Damit schreibt die im südwestfinnischen Nurmo tätige Aktiengesellschaft wieder schwarze Zahlen, nachdem sie im ersten Halbjahr 2009 noch einen Verlust von 1,1 Mio. EUR erlitten hatte. Diesen Turnaround schaffte Atria vor allem durch kostensenkende Maßnahmen, zu denen auch die Veräußerung unrentabler Tochterfirmen gehörte.

Atria hat in den ersten neun Monaten 2009 einen konsolidierten Umsatz von knapp 976 Mio. EUR erzielt. Damit wurde der vergleichbare Vorjahreswert um 2 % unterschritten. Wichtigster Absatzmarkt war Finnland mit Verkaufserlösen von gut 574 Mio. EUR. Dies waren fast 3 % weniger als im Vorjahr. Auch in den anderen skandinavischen Ländern schrumpfte der Umsatz um annähernd 11 % auf rund 306 Mio. EUR. Dieser deutliche Rückgang ist primär auf die Veräußerung des schwedischen Fertigkostherstellers Lätta Måltider zurückzuführen.

Die Konzernleitung von Atria rechnet jetzt für das Gesamtjahr 2009 mit einem Rückgang des Umsatzes und des operativen Ergebnisses (EBIT). Sie begründet dies mit der allgemeinen Konsumflaute infolge der Wirtschaftskrise sowie mit der Aufgabe unrentabler Geschäftsaktivitäten in Schweden und Russland. (14)


Finnland

HKScan will Eigenkapital aufstocken

(AIC) – Der führende finnische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern HKScan, Turku, will durch die Emission neuer Aktien sein Eigenkapital um ungefähr 75 Mio. EUR erhöhen. Bei der Zeichnung der neuen Wertpapiere erhalten die Altaktionäre ein Vorkaufsrecht. Mit dem zusätzlichen Eigenkapital will HKScan Hybridobligationen über 20 Mio. EUR zurückzahlen sowie seine „operationale und strategische Flexibilität erhöhen“. Die entsprechende Kapitalerhöhung soll am 24. November 2009 auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen werden.

Die Zustimmung der Versammlung mit der notwendigen Mehrheit gilt als sicher, da sich die finnischen und schwedischen Hauptaktionäre von HKScan bereits im Vorfeld für eine Teilnahme an der Kapitalerhöhung ausgesprochen haben. Bei den Hauptaktionären handelt es sich um die beiden Viehabsatzgenossenschaften LSO Osuuskunta (Finnland) und Swedisk Meats Ekonomisk Förening (Schweden). Beide Genossenschaften halten zusammen zwar nur rund 48 % der Aktien, aber mehr als 85 % der Stimmrechte an HKScan.

HKScan hat dank intensiven Rationalisierungsmaßnahmen in den ersten neun Monaten 2009 einen Nettogewinn von 18,7 Mio. EUR erwirtschaftet. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum musste der Konzern noch einen Verlust von 0,4 Mio. EUR hinnehmen. HKScan hat im genannten Zeitraum einen konsolidierten Umsatz von knapp 1,6 Mrd. EUR erzielt. Damit wurde der Vorjahreswert um beinahe 8 % verfehlt. Umsatzstärkste Konzerngesellschaft war die schwedische Tochterfirma Scan mit Verkaufserlösen von gut 759 Mio. EUR (Grafik S. 8). Dies waren 13,5 % weniger als im Vorjahr. Für den größten Teil dieses Umsatzeinbruchs war die Abwertung der schwedischen Krone gegenüber dem Euro verantwortlich. In heimischer Währung sind die Verkaufserlöse nämlich nur geringfügig gesunken. Auf dem Heimatmarkt Finnland setzte die Tochterfirma HK Ruokatalo rund 547 Mio. EUR um. Das entsprach einem Zuwachs von 0,7 %. (15)


Estland

Rakvere Lihakombinaat
baut Wurst- und Hackfleisch-Produktion aus

(AIC) – Der estnische Fleischwarenhersteller Rakvere Lihakombinaat hat in jüngster Zeit rund 10 Mio. EUR in die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten bei Hackfleisch und Frankfurter Würstchen investiert. Aufgrund dieser Investition ist die Tochterfirma des größten finnischen Schlachterei- und Fleischwarenkonzerns HKScan nunmehr das erste Unternehmen in den baltischen Staaten, das mittels einer neuen Technologie Fleischbällchen mit verschiedenen Frischkäse- und Feta-Füllungen herstellen kann. Zudem hat Rakvere Lihakombinaat dank der Investitionen eine neue Produktionslinie mit einer Kapazität von jährlich ungefähr 15.000 t Frankfurter Würstchen aufgebaut.

Rakvere Lihakombinaat ist zurzeit nach eigenen Angaben der wichtigste Hersteller und Anbieter von verarbeiteten Fleischerzeugnissen in den baltischen Ländern. Das Unternehmen betreibt die drei Tochterfirmen Ekseko (Estland), Rigas Miesnieks (Lettland) und Klaipedos Maistas (Litauen). Diese Firmen kontrollierten zusammen mit der Muttergesellschaft Rakvere Lihakombinaat im Jahr 2008 in Estland, Lettland und Litauen Marktanteile von rund 35 %, 21 % und 10 % bei verarbeitetem Fleisch. In den ersten drei Quartalen 2009 konnten diese Marktanteile weiter erhöht werden. Unter dem Dach von Rakvere Lihakombinaat erzielten die Firmen im vergangenen Jahr zusammen mit dem größten estnischen Eier- und Geflügelunternehmen Tallegg einen Umsatz von gut 168 Mio. EUR. (16)


Norwegen

Nortura beschließt weiteres Sparprogramm

(AIC) – Der marktbeherrschende norwegische Schlachtereikonzern Nortura, Oslo, hat vor kurzem weitere Rationalisierungsmaßnahmen in seinen Produktionsstätten und in der Verwaltung angekündigt. Durch sie will der Genossenschaftskonzern 487 Stellen streichen und
Einsparungen von jährlich rund 315 Mio. NOK (37 Mio. EUR) durchsetzen.

Im Rahmen des neuen Kostensenkungsprogramms will Nortura den Schlachterei- und Zerlegebetrieb in der nordnorwegischen Gemeinde Sortland/Provinz Nordland und die Fleischfabrik in der südwestnorwegischen Stadt Haugesund/Rogaland jeweils zum 1. Juni 2010 schließen. Der Schlacht- und Zerlegebetrieb im mittelnorwegischen Ålesund/Møre og Romsdal soll bis zum 1. April 2011 stillgelegt werden. Aufgrund der drei Betriebsschließungen wird Nortura insgesamt 220 Arbeitsplätze wegrationalisieren. Weitere 267 Stellen will der Konzern in seiner Verwaltung bis spätestens Ende 2010 streichen. Dadurch werden durchschnittlich etwa 30 % aller Verwaltungsstellen bei Nortura wegfallen.

Der Aufsichtratsvorsitzende Sveinung Svebestad bezeichnete diese einschneidenden Rationalisierungsmaßnahmen als „notwendig“, um die „ernste wirtschaftliche Lage des Konzerns“ zum Besseren zu wenden. Der Wettbewerb bei Fleisch hat sich nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden Geir Olav Opheim im norwegischen LEH immer mehr verschärft. Dieser wachsende Konkurrenzdruck erfordere eine laufende Anpassung der Kosten an die sinkenden Verkaufspreise. Seit dem Jahr 2001 hat der Konzern im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen bereits ungefähr 1.500 Arbeitskräfte entlassen. Davon haben laut Nortura aufgrund vom Konzern unterstützten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen etwa 90 % wieder eine Beschäftigung gefunden. (17)

Russland

Fertigstellung der Fleischfabrik
in Gorelovo verzögert sich erneut


(AIC) – Der zweitgrößte finnische Schlachtereikonzern Atria wird die Produktion in seiner neuen Fleischwarenfabrik in der russischen Gemeinde Gorelovo, einem südlichen Vorort von St. Petersburg, voraussichtlich erst Anfang 2010 aufnehmen. Damit verzögert sich laut Atria die Inbetriebnahme, die nach den ursprünglichen Plänen bereits vor etwa einem Jahr erfolgen sollte, weiter. Als Grund für die Verzögerung gibt der Konzern das Fehlen der für den Betrieb notwendigen Wasser- und Abwasserleitungen an. Hierfür erhielt Atria vom Bauträger in den ersten drei Quartalen 2009 Entschädigungszahlungen von insgesamt etwa 4,5 Mio. EUR.

In dem neuen Werk will Atria künftig täglich bis zu 100 t Fleisch verarbeiten. Die Aktiengesellschaft investiert in die Fleischwarenfabrik einen Betrag von umgerechnet ungefähr 70 Mio. EUR. Nach der Produktionsaufnahme in Gorelovo kann Atria seine Position als größter ausländischer Fleischwarenhersteller in Russland weiter ausbauen. Schon jetzt beschäftigt der Konzern etwa 2.000 Mitarbeiter, die in den beiden russischen Tochterfirmen Pit-Product und Campomos tätig sind. (18)

Russland

Cremonini errichtet neues Fleischwerk


(AIC) – Der italienische Fleischwaren- und Lebensmittelkonzern Gruppo Cremonini, Castelvetro/Modena, investiert einen Betrag von umgerechnet rund 90 Mio. EUR in den Bau eines neuen Logistikzentrums und einer neuen Hamburger-Fabrik in Odinzovo in der Nähe von Moskau. Die Produktionsstätte soll im Dezember 2009 ihren Betrieb aufnehmen und eine Kapazität von jährlich mehr als 25.000 t Rindfleisch aufweisen. Cremonini will den größten Teil der Produktion an McDonald´s und andere Schnellrestaurant-Ketten in Russland absetzen. Bereits für das kommende Jahr rechnet die Konzernleitung von Cremonini mit einem Umsatz von umgerechnet über 180 Mio. EUR auf dem russischen Markt. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen dort Verkaufserlöse von gut 132 Mio. EUR erzielt. Cremonini hat 2008 einen konsolidierten Gruppenumsatz von gut 2,2 Mrd. EUR erreicht. Davon entfielen über 1 Mrd. EUR auf den größten italienischen Rindfleischhersteller Inalca JBS, an dem der führende brasilianische Branchenkonzern JBS seit März 2008 zur Hälfte beteiligt ist. (19)

Polen

Positive Entwicklung von Sokolów

(AIC) – Das polnische Schlachterei- und Fleischwarenunternehmen Sokolów erzielte im Zeitraum Januar bis September 2009 ein EBIT von umgerechnet 12,8 Mio. EUR. Damit hat sich das Betriebsergebnis des zweitgrößten polnischen Fleischherstellers gegenüber dem Vorjahr fast verdreifacht. Das im ostpolnischen Sokolów Podlaski ansässige Unternehmen konnte sein Ergebnis vor allem durch Kostendämpfungsmaßnahmen und stark steigende Absatzmengen an inländische Lebensmittelketten verbessern. Auch der Fleischexport von Sokolów entwickelte sich begünstigt vom schwachen Zloty positiv. In nationaler Währung erhöhte sich der Gesamtumsatz des Unternehmens in den drei ersten Quartalen 2009 gegenüber dem Vorjahr um rund 16 %. Auf Eurobasis schrumpfte er jedoch um knapp 9 % auf 373 Mio. EUR.

Sokolóv befindet sich jeweils zur Hälfte im Besitz des führenden dänischen Schlachtereikonzerns Danish Crown und des größten finnischen Fleischwarenherstellers HKScan. Beide Eigentümer investierten im Zeitraum Januar bis September 2009 fast 13 Mio. EUR in die Modernisierung und Erweiterung der Produktionsstätten von Sokolów. (20)

Kanada

Transportdauer für Nutztiere verringern

(AIC) – Einen Gesetzesvorschlag zu einer deutlichen Verringerung der zulässigen Transportdauer für Nutztiere in Kanada hat die Abgeordnete Alexandra Mendes aus dem Quebecer Wahlkreis Brossard-La Prairie ins kanadischen Parlament eingebracht. Demnach soll die maximale Transportdauer für Wiederkäuer auf zwölf Stunden und für Schweine und Pferde auf acht Stunden begrenzt werden. Zurzeit können Rinder, Schafe, Ziegen und andere Wiederkäuer in Kanada noch bis zu 48 Stunden lang ohne Wasser und Futter transportiert werden. Für Schweine und Pferde gilt eine Obergrenze von 36 Stunden. Mendes, die der Liberalen Partei Kanadas angehört, orientierte sich mit ihrem Gesetzesvorschlag an den in der Europäischen Union geltenden Transportvorschriften. (21)


Kanada

Umfangreiche Fördermittel
für die Fleischbranche

(AIC) – Das Anfang 2009 gestartet staatliche Förderprogramm für die Fleischverarbeitung SIP (Slaughter Improvement Program) wird rege genutzt: Das Rindfleischverarbeitungsunternehmen Keystone Processors Ltd. in Winnipeg/Manitoba erhielt in diesem Herbst einen zinslosen Kredit von rund 10 Mio CAD (6,3 Mio EUR). Damit werden Eigenmittel des Unternehmens in ähnlicher Höhe ergänzt, mit denen eine im vergangenen Jahr erworbene Produktionsstätte modernisiert werden soll. Ziel ist es, die Ausstattung der neuen Anlage den kanadischen und auch den EU-Standards anzupassen, um die dortigen Exportchancen nutzen zu können.

Auch die Schlacht- und Verarbeitungsgenossenschaft Levinoff-Colbex in St-Cyrille-de-Wendover/Quebéc erhält einen zinslosen Kredit in Höhe von 9,6 Mio. CAD (6,0 Mio. EUR). Damit soll die Hälfte der Investitionskosten für den Bau einer neuen Verarbeitungsanlage gedeckt werden. Den Rest finanziert das Unternehmen mit einem Kredit der Bank Farm Credit Canada. Levinoff-Colbex schlachtet Rinder aus Ontario, Quebec und den „atlantischen Provinzen“. Das Unternehmen ist mit einer Schlacht- und Verarbeitungskapazität von 150.000 Rindern/Jahr das größte in Ostkanada.

Das SIP stellt im Rahmen des kanadischen Konjunkturförderprogramms insgesamt 50 Mio. CAD (31,4 Mio EUR) zur Verfügung, die als zinslose Kredite vergeben werden. Damit verfolgt die kanadische Regierung das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Rotfleischsektors durch Investitionen in die Modernisierung und die Kapazität von Produktionsanlagen zu erhöhen. Bis zu 50 % der gesamten Investitionskosten sind förderfähig. Bevorzugt werden Projekte in Gebieten, in denen die Schlachtkapazität das Sektorwachstum begrenzt. Die geförderten Projekte müssen bis zum 31. März 2012 fertig gestellt werden. (22)

USA

Streit über Herkunftsangabe
bei Fleisch schwelt weiter

(AIC) – Die Aufgabe, über die WTO-Konformität der in den USA obligatorischen Angabe der Länderherkunft auf der Fleischverpackung zu entscheiden, wird voraussichtlich am 19. November 2009 einem Streitschlichtungsgremium der Welthandelsorganisation übertragen. Das Urteil des Panels ist innerhalb der darauf folgenden neun Monate zu erwarten.

Kanada und Mexiko hatten sich seit Monaten vergeblich bei der WTO beschwert, dass die Herkunftsangabe als nicht tarifäres Handelshemmnis den Lebensmitteleinzelhandel, Fleischverarbeiter und Rancher in den USA davon abschrecken würde, Rind- und Schweinefleisch bzw. lebende Tiere aus Kanada und Mexiko zu kaufen. Mexiko erklärte, dass die Kennzeichnungsregelung bereits zu Preisnachteilen für die heimischen Exporteure geführt hätte. (23)

Brasilien

Marfrig auf rasantem Vormarsch


(AIC) – Der große brasilianische Rindfleischkonzern Marfrig Alimentos, São Paulo, hat im Zeitraum Oktober 2008 bis September 2009 den Nettoumsatz um gut 92 % auf knapp 9,5 Mrd. BRL (3,6 Mrd. EUR) gesteigert. Hauptursachen für den Umsatzsprung waren mehrere Akquisitionen von Fleischanbietern im In- und Ausland sowie Absatzerfolge im operativen Geschäft. Aus dem gleichen Grund sind auch im dritten Quartal 2009 die Verkaufserlöse des Schlachterei- und Fleischkonzerns um etwa 58 % auf mehr als 2,4 Mrd. BRL (0,9 Mrd. EUR) nach oben geschnellt. Dabei erwirtschaftete Marfrig einen Nettogewinn von rund 200 Mio. BRL (75,5 Mio. EUR). Im dritten Quartal 2008 hatte der Konzern noch einen Verlust von fast 53 Mio. BRL (20 Mio. EUR) erlitten. Zur Ertragswende haben vor allem Rationalisierungsmaßnahmen und Synergieeffekte mit übernommenen Konkurrenten beigetragen.

In den vergangenen drei Jahren hat Marfrig rund 40 Firmenübernahmen und Unternehmensbeteiligungen vollzogen. Dadurch entwickelte sich der Konzern seit 2006 zu einem der weltweit größten Anbieter von Rind- und Geflügelfleisch. Seit September 2009 hat Marfrig drei weitere Transaktionen angekündigt: Es handelt sich um den Erwerb des brasilianischen Geflügel- und Schweinefleischanbieters Seara Alimentos, eine Beteiligung von 51 % an dem uruguayischen Lederproduzenten Zenda sowie um die Pachtung von zwölf Produktionsstätten zweier brasilianischer Rindfleischanbieter.

Teuerste Akquisition ist dabei die Übernahme von Seara, für die Marfrig gut 706 Mio. USD (474 Mio. EUR) an den US-Mischkonzern Cargill bezahlen will. Zusätzlich soll Marfrig die Schulden von Seara in Höhe von knapp 194 Mio. USD (130 Mio. EUR) übernehmen. Zur Finanzierung dieser Akquisition hat Marfrig Ende Oktober im Rahmen einer Kapitalerhöhung die Ausgabe von fast 61 Mio. neuen Aktien bekannt gegeben. Dadurch will sich der Konzern Mittel von mindestens 1,2 Mrd. BRL (460 Mio. EUR) beschaffen. (24)

Neuseeland

Silver Fern Farms stärkt Kapitalbasis

(AIC) – Der umsatzstärkste neuseeländische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Silver Fern Farms, Dunedin (Südinsel), hat im Rahmen einer im Oktober 2009 vollzogenen Kapitalerhöhung seine Finanzierungsstruktur weiter verbessert. An der Kapitalerhöhung haben sich nach Aussagen des Aufsichtsratsvorsitzenden Eoin Garden knapp 5.800 der insgesamt rund 20.000 landwirtschaftlichen Aktionäre beteiligt. Diese Tierhalter haben zusammen 22,2 Mio. neue Aktien zum Ausgabepreis von 1 NZD (0,49 EUR) pro Stück gezeichnet. Sie können den gesamten Kaufpreis in den kommenden drei Jahren ratenweise von ihren Verkaufserlösen für an Silver Fern Farms gelieferte Schlachttiere abziehen lassen. Durch die Kapitalerhöhung wird der als Aktiengesellschaft organisierte Genossenschaftskonzern somit bis Herbst 2012 zusätzliche Mittel in Höhe von gut 22 Mio. NZD (10,8 Mio. EUR) generieren.

Silver Fern Farms will laut Garden das zusätzliche Eigenkapital zur Tilgung von Krediten und zur Finanzierung „neuer Marketingstrategien“ verwenden. Das Unternehmen will die Mittel unter anderem in „technologische Innovationen“ und die Einführung einer neuen Marke investieren.

Silver Fern Farms hat bereits im Geschäftsjahr 2008/09 (September bis August) seine Schulden um knapp ein Viertel auf 184,5 Mio. NZD (90 Mio. EUR) verringert. Der Schuldenabbau gelang vor allem durch die Erzielung von außerordentlichen Veräußerungsgewinnen in Höhe von 38,4 Mio. NZD (18,7 Mio. EUR) und den Verzicht auf die Ausschüttung einer Dividende.

Aufgrund der einmaligen Sondereinnahmen konnte Silver Fern Farms seinen Nettogewinn 2008/09 um 16 % gegenüber dem Vorjahr auf 43,6 Mio. NZD (21,3 Mio. EUR) steigern. Das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit brach dagegen um 93 % auf 5,1 Mio. NZD (2,5 Mio. EUR) ein. Silver Fern Farms erzielte 2008/09 einen Umsatz von gut 2 Mrd. NZD (983 Mio. EUR). Das waren 1,3 % mehr als im Vorjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende Garden macht für den Gewinneinbruch im operativen Geschäft die ungünstigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die starken Kursschwankungen des neuseeländischen Dollar verantwortlich.

Silver Fern Farms ist nach eigenen Angaben der größte Hersteller und Exporteur von Fleisch in Neuseeland. Der Konzern bietet neben Rind- und Lammfleischerzeugnissen auch Wild an. Hauptabsatzmärkte für Rindfleisch sind Neuseeland und der Nahe Osten, während bei Wild Deutschland und Schweden die wichtigsten Abnehmerländer sind. Silver Fern Farms betreibt 21 Verarbeitungsstätten und vermarktet seine Erzeugnisse in ungefähr 60 Ländern. (25)

Japan

Nippon Meat Packers plant Gewinnsprung

(AIC) – Der größte japanische Fleischkonzern Nippon Meat Packers (NMP), Osaka, will trotz der schweren Wirtschaftskrise im Geschäftsjahr 2009/10 (April bis März) den Nettogewinn auf 10 Mrd. JPY (75,2 Mio. EUR) versechsfachen. NMP peilt dabei nach eigenen Angaben einen Konzernumsatz von fast 1,1 Bil. JPY (8 Mrd. EUR) an. Dies würde gegenüber dem Vorjahr einem Umsatzwachstum von gut 3 % entsprechen. Im Rahmen seines „mittelfristigen Managementplans III“ will NMP im Geschäftsjahr 2011/12 den Gesamtumsatz um weitere 8,5 % auf 1,15 Bil. JPY (8,6 Mrd. EUR) ausweiten. Der Nettogewinn soll dann mit rund 17 Mrd. JPY (128 Mio. EUR) den diesjährigen Planwert um 70 % übertreffen.

Diese ehrgeizigen Umsatz- und Gewinnziele will die Konzernführung von NMP bis Ende März 2012 trotz Rezession, starken Wechselkursschwankungen und einer international rasch sinkenden Verbrauchernachfrage realisieren. NMP verfolgt hierbei drei Hauptziele: Neben der Erringung der Qualitätsführerschaft sind dies die „Verbesserung der Rentabilität durch größere Spezialisierung und Fokussierung“ und die „Entwicklung eines globalen Geschäftsmodells“.

Zur Umsetzung dieser Hauptziele will NMP die mehr als 100 in- und ausländischen Tochtergesellschaften und Unternehmensbeteiligungen stärker in den Konzern integrieren, die Präsenz im Ausland forcieren und die Rentabilität der inländischen Lebensmittelverarbeitungsbetriebe erhöhen. Zusätzlich möchte der Konzern den Gewinn durch die Schaffung von mehr Wertschöpfung steigern und das Markenmanagement aller Gruppenunternehmen ausbauen.

NMP hat im Geschäftsjahr 2008/09 einen Konzernumsatz von über 1 Bil. JPY (7,7 Mrd. EUR) erzielt. Davon entfielen mit rund 566 Mrd. JPY (4,3 Mrd. EUR)
über 55 % auf den Absatz von Frischfleisch. Weitere wichtige Produktgruppen waren „verarbeitete Lebensmittel“ sowie „Schinken und Wurstwaren“ mit 18,2 % bzw. 13,5 % des Konzernumsatzes. (26)


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Internationale Fleischnachrichten IF Nr. 2 vom 23. Oktober 2009

Niederlande

Vion konzentriert sich auf Nordwesteuropa

(AIC) – Der Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Vion mit Hauptsitz in Son en Breugel/Nordbrabant will in den kommenden Jahren seine Wettbewerbsposition in den Niederlanden, Deutschland und Großbritannien ausbauen, sagte der Vorstandsvorsitzende von Vion Food Nederland, Peter Beckers, Mitte Oktober auf der Landwirtschaftsmesse in
’s-Hertogenbosch. Eigene Schlachtbetriebe in Russland und China seien dagegen nicht geplant.

In den Niederlanden gehe es vor allem darum, die eigene Position im LEH zu stärken. Dabei verzichte der Konzern bewusst auf die Einführung einer eigenen Marke. Stattdessen setze man auf Business-to-Business-Marketing; die Einkäufer sollen Wert darauf legen, dass das Fleisch von Vion geliefert wird. Eine wichtige Stärke von Vion sind attraktive logistische Lösungen, so der Vorstandsvorsitzende weiter.

Die Marktsituation schätzte Beckers als schwierig ein. Er erwartet, dass die Zahl der jährlichen Schweineschlachtungen in Deutschland im kommenden Jahr um etwa 5 Mio. auf etwa 60 Mio. steigen werde. Allerdings sei nicht zu erwarten, dass die Nachfrage in Europa wachse. Darüber hinaus seien Veränderungen im Konsum zu beobachten: Beispielsweise sei Italien inzwischen weniger an schweren Schinken interessiert. Vielmehr seien dort nun leichte Schinken gefragt. Dadurch würden die Schinkenpreise um 0,10 bis 0,20 EUR/kg sinken. Auch die Abwertung des britischen Pfund gegenüber dem Euro wirke negativ auf den Umsatz von Vion.

Vion erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Gewinn von insgesamt 54 Mio. EUR bei einem Umsatz von 8,6 Mrd. EUR. Die Anteile des Unternehmens an den nationalen Schweineschlachtungen beliefen sich in den Niederlanden auf 57 %, in Deutschland auf 18 % und im Vereinigten Königreich auf 30 %. Bei Rindern nennt das Unternehmen 22 %, 28 % bzw. 11 %. Vion ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft.
Der einzige Anteilseigner ist die niederländische Landwirtschafts- und Gartenbauorganisation ZLTO. (1)

Niederlande

Wichtigste Absatzmärkte von Vion

(AIC) – Der führende europäische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Vion, Son en Breugel/Provinz Nordbrabant, hat im Geschäftsjahr 2008 einen konsolidierten Nettoumsatz von gut 8,5 Mrd. EUR erzielt. Davon entfielen mit rund 5,7 Mrd. EUR etwa zwei Drittel auf die Heimatmärkte Deutschland, Vereinigtes Königreich und Niederlande. Dies teilte der Konzern im Oktober 2009 auf der Anuga und in seinem Rechenschaftsbericht mit.
Demnach waren 2008 Italien, Frankreich, Griechenland und Spanien die wichtigsten „Auslandsmärkte“ von Vion innerhalb der EU. Auch in Dänemark, Polen und Belgien erlöste der Konzern jeweils deutlich mehr als 100 Mio. EUR. In Drittländern setzte Vion im vergangenen Jahr in Asien und den USA am meisten um. (2)

Niederlande

Albert Heijn wirbt mit
„tierfreundlicherer“ Erzeugung

(AIC) – Die Supermarktkette Albert Heijn lobt beim Fleischverkauf zunehmend die „tierfreundlichere“ Erzeugung mit dem Gütezeichen „Besser Leben“ („Beter Leven“) aus. Das Zeichen wird von der niederländischen Tierschutzorganisation Dierenbescherming je nach Niveau der Tierfreundlichkeit mit einem bis drei Sternen vergeben.

Drei Sterne erhält biologisch erzeugtes Fleisch. Zwei Sterne vergibt die Tierschutzorganisation z. B. für Schweinefleisch, das von nicht kastrierten Tieren stammt, die auf Stroh und mit Freiland-Auslaufmöglichkeit gehalten wurden. Einen Stern erhält beispielsweise irisches Rindfleisch, weil die Tiere überwiegend auf der Weide gehalten werden. Zuvor verkaufte Albert Heijn dieses Fleisch unter der Marke „Greenfields“. (3)


Deutschland

Proviande führt Werbekampagne
für „Schweizer Fleisch“ durch

(AIC) – Die Branchenorganisation Proviande der Schweizer Fleischwirtschaft hat ihre erste Beteiligung an der Lebensmittelfachmesse Anuga in Köln zu PR- und Informationsaktivitäten unter dem Label „Schweizer Fleisch“ auf dem deutschen Markt genutzt. Auf der Messe präsentierten die Unternehmen Bigler, Meinen, Metzgerei Angst, Micarna, Orior und Spiess ihre Schweizer Fleischspezialitäten. Proviande begleitete den Messeauftritt durch gezielte Informations- und PR-Aktivitäten zu „Schweizer Fleisch“ in Deutschland. Zusätzlich wollten die Schweizer Fleischexporteure und Proviande durch ihre Teilnahme an der Anuga und über die internationale Webseite www.swiss-meat.com auch Kunden in anderen Ländern gewinnen.

Proviande setzt in diesem Jahr nach Angaben von Exportmarketing- und Marktforschungsleiter Stephan Scheuner gegenüber den „Internationalen Fleischnachrichten“ knapp 0,8 Mio. CHF (0,5 Mio. EUR) für das Auslandsmarketing ein. Davon sei fast der gesamte Betrag für die Bearbeitung des deutschen Marktes bestimmt. (4)


Deutschland

Westfleisch-Exporte wachsen weiter


(AIC) – Die Genossenschaftsgruppe Westfleisch, Münster/Nordrhein-Westfalen, konnte im bisherigen Jahresverlauf die exportierte Menge trotz Wirtschafts- und Finanzkrise weiter steigern. Der große deutsche Schlachterei- und Fleischwarenkonzern verzeichnete nach Aussagen von Exportleiter Egbert Klokkers ein „weit überdurchschnittliches Neugeschäft in Ungarn, Tschechien und Russland“.

Auch die auf Veredelungserzeugnisse spezialisierte Vertriebstochter Gustoland in Oer-Erkenschwick/Nord-rhein-Westfalen meldet aktuell eine wachsende Nachfrage aus dem Ausland. Gustoland präsentierte auf dem Anuga-Gemeinschaftsstand der Westfleisch-Gruppe ein neues Sortiment von 18 Wurst- und Schinkenprodukten für die Bedientheken des LEH.

Das Westfleisch-Tochterunternehmen WestfalenLand, Münster, zeigte auf der Anuga ein breites Sortiment an Steak-, Light- und Convenience-Produkten primär für Kleinhaushalte. Mit der neuen fettreduzierten Produktlinie „Fit & Aktiv“ will WestfalenLand besonders ernährungsbewusste Verbraucher ansprechen.

Westfleisch hat im Jahr 2008 mit mehr als 2 Mrd. EUR einen Rekordumsatz erzielt. Das Unternehmen schlachtete ungefähr 6 Mio. Schweine und vermarktete rund 800.000 t Fleisch. Dabei steigerte Westfleisch die Exporte um knapp 33 %. Neben den beiden genannten Tochterfirmen betreibt Westfleisch noch vier Betriebsstätten in Coesfeld, Hamm, Lübbecke und Paderborn (alle Nordrhein-Westfalen). (5)

Deutschland

„Weltneuheit“ hält ungekühlt 12 Monate

(AIC) – Der Wurstspezialist Müller, Ebstorf/Niedersachsen, hat in der 42. Kalenderwoche 2009 eigenen Angaben zufolge eine Weltneuheit im deutschen LEH eingeführt. Bei der Innovation handelt es sich angeblich um die erste Wurstkonserve in der Kunststoffschale, die ohne Kühlung ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 12 Monaten aufweist. Die lange Haltbarkeit beruht auf der neuen „Permasafe Verpackungstechnologie“.

Müller bietet die Neuheit unter der Bezeichnung „Heideverführung“ in den Geschmacksrichtungen „Chili“ (scharf), „Süßer Senf“ (süß & pikant) und „Hopfen und Malz“ (würzig) in einem wiederverschließbaren 150-g-„Logo“-Becher zu einem empfohlenen Ladenverkaufspreis von ca. 2,19 EUR an. Das Unternehmen unterstützt die Einführung der „Heideverführung“-Erzeugnisse durch Verkostungen und andere Verkaufsförderungsmaßnahmen am POS sowie durch Werbeinserate in Handelszeitschriften. (6)

Deutschland

Reinert sieht sich als „Innovationsführer“ für Wurstwaren

(AIC) – Die deutsche Privat-Fleischerei Reinert, Versmold/Nordrhein-Westfalen, präsentierte sich auf der Anuga nach eigener Darstellung als „Innovationsführer“ für Fleisch- und Wurstwaren. Auf der Messe war Reinert einer von sechs Ausstellern der Anuga Meat, die mit dem Innovationspreis „Taste 09“ ausgezeichnet wurden. Bei dem ausgezeichneten Produkt handelt es sich um gluten- und laktosefreie Bockwürstchen der Marke „Bärchen SchlaWiener“ mit Geflügelfleisch speziell für Kinder. Diese Würstchen werden ohne Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Aromen hergestellt.

Zurzeit produziert die international agierende Unternehmensgruppe an sechs Standorten vor allem Wurstwaren und Schinkenerzeugnisse. Das Produktionsprogramm deckt laut Reinert rund 200 Wursterzeugnisse und „sämtliche Bereiche des stark wachsenden Rohschinkensegments“ ab. In den fünf deutschen Werken, in der einzigen ausländischen Produktionsstätte in Brasov (Rumänien) und bei der französischen Handelstochter ARRO in Mont-Saint-Aignan (Normandie) beschäftigt Reinert zusammen über 1.400 Mitarbeiter. Die Gruppenumsätze von Reinert liegen bei mehr als 350 Mio. EUR. Davon entfallen über 30 % auf das Auslandsgeschäft. (7)

Dänemark

Wirtschaftliche Vorteile durch neuen Roboter

(AIC) – Das dänische Fleischforschungsinstitut MRI (Meat Research Institute) in Roskilde (nahe Kopenhagen) hat vor kurzem einen technologischen Durchbruch bei der Entwicklung eines Roboters zur Trennung von Koteletts und Speck in einem Arbeitsgang geschafft. Mit Hilfe der aus der Computertomographie bekannten 3D-Bilderfassung und neuesten Sensoren kann der Roboter nach Angaben der Dachorganisation DAFC (Danish Agriculture and Food Council) die Schnittführung mit großer Präzision durchführen.

Der „Entschwarterroboter“, dessen Schnittführung noch etwas verbessert werden soll, kann laut DAFC in sieben Sekunden die Haut mit Speckschicht von den Koteletts entfernen. Dies hat neben der Einsparung von Arbeitskosten den Vorteil, als Endprodukt einen Speck am Stück zu erhalten. Bei dem bisherigen Verfahren zur Entschwartung dagegen fallen viele kleine Speckstückchen an. Diese Erzeugnisse erzielen nach Angaben von MRI-Projektleiter Per Black derzeit nur etwa ein Viertel des Preises ganzer Speckseiten. Die noch nicht ganz abgeschlossene Entwicklung des Roboters wird vom dänischen Lebensmittelministerium mit einem nicht bekannten Betrag gefördert. (8)


Frankreich

Erstes neuseeländisches SB-Lammfleisch im Handel


(AIC) – Der umsatzstärkste neuseeländische Fleischkonzern Silver Fern Farms, Dunedin (Südinsel), hat im französischen LEH erstmals frisches Lammfleisch in verbrauchergerechten Hartschalen eingeführt. Der als Aktiengesellschaft organisierte Genossenschaftskonzern bietet zunächst vier SB-Frischfleischvarianten unter der Dachmarke „Silver Fern“ in den Geschäften der großen französischen Handelskette Intermarché an.

Den Listungserfolg bei Intermarché wertet der Geschäftsführer von Silver Fern Farms, Keith Cooper, als Bestätigung der aktuellen Marketingstrategie. Im Rahmen dieser Strategie versucht Silver Fern Farms verstärkt Premiumprodukte aus Lamm-, Rind- und Wildfleisch im europäischen LEH einzuführen. (9)


Frankreich

Charal lanciert „Grill Box“ für Fertigprodukte

(AIC) – Der Fleischkonzern Charal, Cholet/Pays de la Loire, hat Mitte Oktober auf der weltgrößten Lebensmittelmesse Anuga in Köln eine „Grill Box“ mit Cheeseburgern und Hotdogs vorgestellt. Die neue Verpackung ermögliche eine extrem rasche und praktische Zubereitung: Es genüge, die Snacks unausgepackt für 40 Sekunden in die Mikrowelle zu stellen. Die Größe der Snacks sei so bemessen, dass zum Essen kein Besteck benötigt werde. Auch Spülen nach dem Essen sei nicht notwendig. Zielgruppe für diese Innovation sind dem Unternehmen zufolge junge Familien.

Charal erwirtschaftet mit neun französischen Standorten einen Jahresumsatz von insgesamt rund 1 Mrd. EUR. Die Jahresproduktion beläuft sich auf etwa 230.000 t Fleisch. Die Produktpalette umfasst u.a. Rindfleischhälften und
-viertel, entbeintes Rindfleisch, Schweinehälften und
-teilstücke, Lammfleisch, Produkte für die Gastronomie sowie Tiefkühlware. Wichtige Export-Zielländer sind unter anderem Italien, Griechenland, Deutschland, Portugal, Großbritannien und die Niederlande. (10)

Großbritannien

QMS plant kräftige Erhöhung
der Branchenabgaben für Werbung

(AIC) – Die Absatzförderungsorganisation für schottisches Rotfleisch QMS (Quality Meat Scotland), New-
bridge, manövriert in schwierigem Fahrwasser: Zum ersten Mal seit acht Jahren will die Organisation die steuerähnlichen Branchenabgaben erhöhen. Ab April 2010 sollen die Abgaben
- je Schlachtrind um gut 20 % auf 5,50 GBP (6,38 EUR),
- je Schaf um etwa 19 % auf 0,80 GBP (0,93 EUR) und
- je Schlachtschwein um rund 12 % auf 1,26 GBP (1,46 EUR) steigen.
Damit reagiert QMS unter anderem auf sinkende Viehbestände. Als Folge würden sich die gesamten Einnahmen aus parafiskalischen Branchenabgaben im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2007/08 (April bis März) um über 10 % auf rund 4,2 Mio. GBP (4,9 Mio EUR) verringern. Damit sei die Finanzierung von Werbemaßnahmen für schottisches Rotfleisch deutlich gefährdet. Das diesjährige Werbebudget in Höhe von 1,9 Mio GBP (2,2 Mio EUR) war bereits 24 % niedriger als im Vorjahr. Deshalb musste z. B. die Lammfleischwerbung deutlich zurückgefahren werden. Die Erhöhung der Abgaben soll gewährleisten, dass die Werbebudgets in den kommenden drei Wirtschaftsjahren nicht weiter sinken. Der schottische Landwirtschaftsminister muss dem Vorhaben allerdings noch zustimmen. Eine Entscheidung wird im Dezember 2009 erwartet.

QMS setzt bei der Rotfleischwerbung auf den Herkunftshinweis, der mit dem EU-Zeichen für die geschützte geografische Angabe (g.g.A.) und einem tierartspezifischen „Scotch“-Zeichen kommuniziert wird. Darüber hinaus stehen die qualitätsgesicherte Erzeugung und die natürlichen Haltungsbedingungen im Fokus. Im Jahr 2008 wurden schätzungsweise 7.000 t schottisches Rotfleisch exportiert. Wichtigste Export-Zielländer sind Frankreich, Italien und die Benelux-Staaten. (11)

Großbritannien

HCC verzeichnet steigende Exporte

(AIC) – Die Absatzförderungsorganisation für walisisches Rotfleisch HCC (Hybu Cyg Cymru), Aberystwyth, hat von Januar bis Juli 2009 Lammfleischexporte im Wert von 60,6 Mio. GBP (68 Mio EUR) registriert. Dies waren in heimischer Währung 20 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Gut 14 Prozentpunkte dieser Steigerung waren auf Wechselkurseffekte zurückzuführen. Der Wert der Rindfleischexporte hat sich im selben Beobachtungszeitraum um 22 % auf 11,4 Mio GBP (12,8 Mio EUR) erhöht.
HCC bewirbt Lamm- und Rindfleisch in kaufkräftigen Regionen Englands und in Europa als Premiumware. Ein wichtiges Marketinginstrument ist der Herkunftshinweis mit dem EU-Siegel für die geschützte geographische Angabe (g.g.A.). Weitere Werbeargumente sind die qualitätsgesicherte Erzeugung, die gute Fleischqualität und die natürlichen Haltungsbedingungen.

Im Wirtschaftsjahr 2008/09 (April bis März) hat HCC insgesamt rund 2,3 Mio GBP (2,6 Mio EUR) in Werbemaßnahmen gesteckt. Der Löwenanteil dieses Betrages wurde aus steuerähnlichen Branchenabgaben generiert. (12)

Großbritannien

Nur noch britisches Fleisch
bei Caterer BaxterStorey

(AIC) – BaxterStorey ist das erste Cateringunternehmen Großbritanniens, das ausdrücklich nur noch Fleisch aus inländischen Tierhaltungen mit Qualitätssicherungssystem anbietet. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Reading/Berkshire hatte bislang lediglich 95 % seines Frischfleischs - Rind-, Lamm-, Schweine- und Geflügelfleisch - aus heimischer Erzeugung bezogen. Im Rahmen einer kürzlich vereinbarten Kooperation mit dem Lebensmittellieferanten Brakes bietet BaxterStorey jetzt auch britischen Bacon an. Auf dieses Produkt entfallen die restlichen 5 % des Fleischangebots. Dabei geht es um rund 6 Mio. Schinkenscheiben pro Jahr. Der Geschäftsführer John Bennet kommentierte, auf diese Weise die heimische Landwirtschaft unterstützen zu wollen. Das Unternehmen vertreibt jährlich etwa 25 Mio. Mahlzeiten, vor allem an Großunternehmen.

Großbritannien ist seit Jahren Nettoimporteur bei Schweinefleisch. Wichtigste Konkurrenten sind die Niederlande und Dänemark. Die britische Absatzförderungsorganisation für Schweinefleisch BPEX (British Pig Executive) versucht, dies über aggressive Verbraucher- und B2B-Werbung zu ändern. Wichtigstes Werbeargument von BPEX ist, dass die englischen Anforderungen an die Haltung deutlich strenger als in den Konkurrenzländern seien. Zwei Drittel des importierten Schweinefleischs wären „illegal“, wenn sie in Großbritannien erzeugt worden wären.

Im laufenden Jahr liegen die Schweinefleischimporte allerdings unter denen der Vorjahre. Dazu dürfte auch die Abwertung des britischen Pfunds beigetragen haben. Dadurch sind Importe aus der EU teurer geworden. (13)

Großbritannien

Finnebrogue erfolgreich im Export

(AIC) – Der nordirische Fleischverarbeiter Finnebrogue, Downpatrick, wird künftig seine „Guten kleinen Würste“ und „Großartigen großen Würste“ unter der Marke „Good Little Company“ („Gute kleine Firma“) auch in 150 Filialen der britischen Supermarktkette Waitrose verkaufen. Die Marke wurde im laufenden Jahr lanciert. Bislang waren die Würste lediglich in nordirischen Tesco- und Spar-Filialen erhältlich.

Die fettreduzierten Würste bestehen dem Unternehmen zufolge zu 85 % aus Schweinefleisch von Tieren aus Freilandhaltung und enthalten weder Konservierungsstoffe noch sonstige chemische Zusätze. Für jede verkaufte Packung à 2,59 GBP (3,00 EUR) werden 0,05 GBP (0,06 EUR) an die Wohlfahrtsorganisation Christian Aid abgeführt, die in Entwicklungsländern Lebensmittelhilfen finanziert.

Unter der Marke „Good Little Company“ will das Unternehmen „gesunde Lebensmittel“ anbieten, die „gut für die Kunden“ und „gut für andere“ sind. Dieses Marketingkonzept passt recht gut zur Geschäftsphilosophie von Waitrose: Die Kette bietet vorwiegend höherpreisige Lebensmittel an und hat sich die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung auf die Fahnen geschrieben. Deshalb leitet das Handelsunternehmen auch einen Teil seiner Gewinne an Wohlfahrtsorganisationen weiter.
Finnebrogue erwirtschaftet einen Jahresumsatz von schätzungsweise 4 Mio. GBP (4,6 Mio EUR). Das Hauptgeschäftsfeld ist Rehfleisch. In den kommenden zwölf Monaten erwartet das Unternehmen einen kräftigen Umsatzzuwachs. (14)

Großbritannien

Scan Foods will Absatz deutlich forcieren

(AIC) – Die britische Tochterfirma Scan Foods UK des führenden schwedischen Fleischherstellers Scan möchte im Rahmen einer neuen Produkt- und Marketingstrategie den Verkauf ihrer Fleischbällchen erhöhen. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen mit Sitz in Croydon (Surrey) im Herbst 2009 die „Swedish Kitchen Classic Meatballs“ einem Verpackungsrelaunch unterzogen und die Einführung von zwei neuen Submarken noch vor Weihnachten angekündigt. Es handelt sich um die „Swedish Kitchen Meatballs“-Sortimente „Delicatessen“ und „Mini“.

Die „Delicatessen Meatballs“ werden als Rind- und als Schweinefleischprodukte in den britischen LEH lanciert. Sie enthalten laut Swedish Kitchen einen höheren Fleischanteil als die „klassischen“ Erzeugnisse. Deshalb liegt ihr Ladenverkaufspreis mit ca. 2,20 GBP (2,42 EUR) je 300-g-Packung rund 10 % höher als bei den Standardprodukten. Scan Foods wird die „Mini Meatballs“ in den Geschmacksrichtungen „Käse“, „milder Chili“ und „sonnengetrocknete Tomaten“ einführen. Ihr Konsumentenpreis beträgt 2 GBP (2,20 EUR) pro Packung.

Scan Foods UK will nach Ankündigungen von Geschäftsführer Thomas Perkiö auch den Absatz von Wurstwaren, Fleischsnacks und anderen „Grillprodukten“ steigern. (15)

Italien

Negroni erwartet Wachstum in 2010

(AIC) – Der norditalienische Wurstwarenhersteller Negroni erwartet im kommenden Jahr einen Umsatzzuwachs in Höhe von 5 bis 10 %. Vermarktungschancen sieht das Unternehmen vor allem in Osteuropa, Ostasien und in Nordamerika. Beim Ausbau seiner Marktpräsenz setzt das Unternehmen auf die Marken „Montorsi“ und „Negroni“. Weitere zentrale Marketinginstrumente sind unter anderem

- die integrierte Produktionskette,
- die geschützte Ursprungsbezeichnung und die geschützte geografische Angabe,
- traditionelle Originalrezepte sowie
- die Aufklärung der Verbraucher über die italienische Geschmackskultur.

Das bei Modena ansässige Unternehmen ist eine Tochterfirma des italienischen Lebensmittelkonzerns Veronesi. Negroni erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 306 Mio EUR (Vj.: 300 Mio. EUR). Davon entfielen 109 Mio EUR auf das Exportgeschäft.


Wichtigste Export-Zielländer sind Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres verzeichnete das Unternehmen auf dem deutschen Markt ein Absatzwachstum von 5 %. (16)

Italien

Export von Bresaola forcieren


(AIC) – Der führende Bresaola-Hersteller Rigamonti Salumificio, Sondrio, will seine Produkte in Kooperation mit dem brasilianischen Fleischkonzern Bertin künftig auch in den „wichtigsten“ europäischen Ländern, im Nahen Osten und in Russland vermarkten. Dabei soll das umfangreiche Vertriebsnetz von Bertin in 118 Ländern genutzt werden, wie die beiden Unternehmen kürzlich der italienischen Publikumspresse mitteilten. Bislang wird der luftgetrocknete Rinderschinken aus der Region Valtellina vorwiegend in Italien, aber auch in der Schweiz verkauft. Ein wichtiges Marketinginstrument ist die geschützte geografische Angabe. Der Umsatz von Rigamonti belief sich im Jahr 2008 auf knapp 125 Mio EUR. Dies entspricht einem Bresaola-Marktanteil von 40 %. Bertin ist seit Ende 2008 mit 50 % an der nicht börsennotierten Aktiengesellschaft beteiligt. (17)

Österreich

Wiesbauer errichtet neues Werk

(AIC) – Der Wursthersteller Wiesbauer hat vor kurzem den ersten Spatenstich für den Bau eines neuen Werkes am Firmenhauptsitz in Wien getan. Mitte des Jahres 2010 soll der Neubau fertiggestellt werden. Dort will das Unternehmen Aufschnitt und die Schinkenmarke „Wiesbauer Exquisit“ herstellen. Die Investitionskosten belaufen sich nach eigenen Angaben auf über 12 Mio EUR. Damit werde die derzeitige Nutzfläche in der Produktion von Wiesbauer-Wien um mehr als ein Drittel auf 24.000 m² ausgebaut und 100 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Wiesbauer-Gruppe erzielte im Jahr 2008 einen Umsatz in Höhe von insgesamt 115 Mio. EUR. Davon entfielen schätzungsweise 35 Mio. EUR auf Exporte. Neben zwei Werken in Österreich verfügt die Gruppe auch über eine Fabrik in Ungarn. Wichtigste Exportregionen sind Deutschland und Südosteuropa; Wiesbauer verfügt über Vertriebsniederlassungen in Slowenien und Deutschland. (18)

Norwegen

Informationskampagne soll Verbrauchseinbruch wegen Schweinegrippe verhindern

(AIC) – 17 Schweinebestände in Mittel- und Südnorwegen sind nachweislich mit dem H1N1-Grippevirus infiziert. Dies hat die norwegische Lebensmittelkontrollbehörde (Mattilsynet) am 21. Oktober 2009 offiziell mitgeteilt. Die Übertragung des Virus soll nach den Erkenntnissen der Behörde über an „Schweinegrippe“ erkrankte Menschen erfolgt sein. Die infizierten Schweinebetriebe liegen in den zentral- und südnorwegischen Regionen Nord-Trøndelag, Sør-Trøndelag, Rogaland und Buskerud.

Als Reaktion auf die Krankheitsausbrüche führt der führende norwegische Schweinefleischanbieter Nortura, Oslo, in enger Kooperation mit der Lebensmittelkontrollbehörde eine Informationskampagne in den Medien durch. Im Rahmen der Kampagne werden die norwegischen Verbraucher darüber unterrichtet, dass der Verzehr von Schweinefleisch nicht zu einer Übertragung der Krankheit auf Menschen führen kann. Durch dieses „Krisenmanagement“ soll auf dem heimischen Markt einem möglichen Nachfrageeinbruch bei Schweinefleisch entgegen gewirkt werden. (19)

Europa

Danish Crown Marktführer bei frischem Schweinefleisch

(AIC) – Die fünf größten Anbieter von frischem Schweinefleisch halten in Europa einem Marktanteil von zusammen mehr als 25 %. Dies hat der Schlachterei- und Fleischwarenkonzerns Vion Mitte Oktober 2009 auf der Anuga mitgeteilt. Demnach lag im Jahr 2008 in Europa der dänische Branchenriese Danish Crown mit einem Marktanteil von 8,3 % bei frischem Schweinefleisch knapp vor Vion (8,0 %). Die Plätze drei bis fünf belegten in dieser Wertung der deutsche Familienkonzern Tönnies, die französische Unternehmensgruppe Cooperl-Arca und die deutsche Genossenschaftsgruppe Westfleisch. (20)



Europäische Union

Zollabbau hätte verheerende Auswirkungen auf die Schweinebranche

(AIC) – Ein schwerer Schlag für den EU-Schweinesektor ist zu befürchten, wenn die im Rahmen der WTO-Verhandlungen im Dezember 2008 diskutierten Vorschläge zum Zollabbau kompromisslos umgesetzt würden. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie hervor, die eine internationale Forschergruppe im Auftrag des EU-Parlaments angefertigt hat.
Als größte Konkurrenten bei Schweinefleisch würden dann in der EU die USA und Brasilien auftreten, deren Produktionskosten vor allem wegen des deutlich billigeren Futters um 35 % bzw. 40 % unter denen der heimischen Erzeuger liege. Schon heute könnte Brasilien Schweinefleisch im unteren Preissegment exportieren. Zurzeit wird dies allerdings durch ein Einfuhrverbot der EU verhindert, das wegen der dort grassierenden Schweinegrippe verhängt wurde. Nach der Umsetzung der Vorschläge zur Zollsenkung könnten die brasilianischen Betriebe unter der Voraussetzung eines entsprechenden Tiergesundheitsstatus ihr Schweinefleisch sogar ungefähr 20 % günstiger anbieten als die europäischen Konkurrenten.

Die Forscher empfehlen deshalb der EU, bei den künftigen WTO-Verhandlungen auf eine langsame und schrittweise Umsetzung der Marktöffnung hinzuwirken. Dadurch soll den heimischen Produzenten die Möglichkeit zur Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen gegeben werden. (21)


Russland

Cherkizovo erhält Auszeichnungen
für sieben Produkte

(AIC) – Der größte russische Fleischverarbeiter Cherkizovo ist auf der Agrar- und Lebensmittelmesse „Golden Autumn 2009“, die vom 9. bis 12. Oktober in Moskau stattfand, mit Medaillen für die besondere Qualität von sieben Markenartikeln geehrt worden. Bei sechs Produkten handelte es sich um Wurstwaren und bei einem Erzeugnis um ein Marken-Kotelett.

Ausgerechnet bei diesen Erzeugnissen musste das Unternehmen im ersten Halbjahr 2009 ein Absatzminus gegenüber dem Vorjahr um 14 % auf ungefähr 61.500 t hinnehmen. Marktbeobachter begründen den Nachfrageeinbruch mit der generellen Konsumzurückhaltung vieler russischer Verbraucher wegen der schweren Wirtschaftskrise sowie mit der Verteuerung von Fleisch- und Wurstwaren um 17 % in der ersten Jahreshälfte 2009. (22)


Polen

Duda rüstet sich für verstärkten Export

(AIC) – Die polnische Aktiengesellschaft Duda, Warschau, will im Rahmen ihrer Konzernstrategie den Export in andere EU-Länder sowie nach Russland und Weißrussland forcieren. Zu diesem Zweck hat das drittgrößte polnische Schlachterei- und Fleischwarenunternehmen vor kurzem seinen Betrieb in Grabkowo (Zen-
tralpolen) gemäß dem „BRC Global Standard for Food Safety“ zertifizieren lassen. Primär dadurch gelang es Duda in diesem Sommer, wieder eine Exportzulassung für den russischen und den weißrussischen Markt zu erhalten.

In der ersten Hälfte 2009 hat Duda seinen Umsatz um 26 % gegenüber dem Vorjahr auf gut 832 Mio. PLN (198 Mio. EUR) gesteigert. Davon entfielen knapp 93 Mio. PLN (22 Mio. EUR) auf den Export. Damit wurde bei einer Exportquote von gut 11 % der vergleichbare Vorjahreswert um 29 % übertroffen. Das konsolidierte Nettoergebnis lag im ersten Halbjahr 2009 mit minus 75,4 Mio. PLN (17,9 Mio. EUR) tief im roten Bereich. Der hohe Verlust war ausschließlich auf finanzielle Belastungen aus Fremdwährungsgeschäften und einer Bankgarantie für das insolvente Tochterunternehmen Beef Poland zurückzuführen. Duda erwirtschaftete nämlich im operativen Geschäft ein positives Ergebnis von 11,8 Mio. PLN (2,8 Mio. EUR).

Angesichts des hohen Defizits entging das Unternehmen in diesem Sommer lediglich knapp der Insolvenz. Nur durch die Umwandlung von Krediten der Gläubigerbanken im Wert von gut 301 Mio. PLN (71,5 Mio. EUR) in Aktien und durch die Bereitstellung neuer Bankdarlehen im Wert von 132 Mio. PLN (31 Mio. EUR) gelang es Duda, die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Wichtigste Voraussetzung für diese Umschuldung war die Auflage der beteiligten Banken, Duda durch ein Sanierungs- und Umstrukturierungsprogramm bis zum Jahr 2012 wieder in die Gewinnzone zu führen. Im Rahmen dieses Programms muss der Konzern sich voraussichtlich von mehreren seiner zuletzt etwa 30 Tochterfirmen und einem Teil der zurzeit rund 2.500 Mitarbeitern trennen. Zudem will Duda zur Steigerung der Ertragskraft die Herstellung von Veredelungsprodukten und den Export erhöhen. (23)

Brasilien

JBS präsentiert sich als weltweit größter
Fleischanbieter

(AIC) – Der brasilianische Konzern JBS , São Paulo, und viele der von ihm beherrschten Unternehmen wie beispielsweise Bertin haben auf mehreren Ständen der Anuga dem Fachpublikum ein umfangreiches internationales Rind-, Geflügel- und Schweinefleischangebot vorgestellt. Damit präsentierte sich die Gruppe als weltweit größter Fleischanbieter mit insgesamt über 120.000 Mitarbeitern. Der Konzern zeigte, dass er und seine internationalen Tochterfirmen in Brasilien, Argentinien, Australien und Italien führende Anbieter von Rindfleisch sind.

Auch in den USA kann die Tochtergesellschaft JBS USA nunmehr ihre Marktposition durch den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von 64 % an dem insolventen Geflügelfleischkonzern Pilgrim´s Pride stärken. Das US-Justizministerium hat nämlich am 14. Oktober 2009 diese Transaktion offiziell genehmigt. JBS USA muss allerdings noch die zur Finanzierung des Deals notwendigen Mittel an der New Yorker Börse beschaffen.

JBS erzielte im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von umgerechnet rund 12,7 Mrd. USD (8,7 Mrd. EUR). Nach der Fusion mit dem drittgrößten brasilianischen Rindfleischanbieter Bertin und dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an Pilgrim´s Pride hat der Konzern für das Jahr 2010 einen Rekordumsatz von knapp 52 Mrd. BRL (20 Mrd. EUR) im Visier. (24)

Brasilien

Minerva baut Schlachtkapazität kräftig aus

(AIC) – Der große brasilianische Fleischkonzern Minerva, Barettos (São Paulo), will bis Ende 2011 seine Schlachtkapazität bei Rindern um jährlich mindestens 20 % ausweiten. Damit könnte die Aktiengesellschaft dann täglich mindestens 8.640 Rinder in ihren Betrieben schlachten. Zurzeit verfügt Minerva nach eigenen Angaben über eine Schlachtkapazität von täglich 6.000 Rindern. Außerdem kann das Unternehmen täglich bis zu 1.430 t Rindfleisch verarbeiten. Dies entspricht der Fleischmenge von annähernd 9.500 Schlachtkörpern.

Minerva besitzt gegenwärtig sieben Schlacht- und Zerlegebetriebe, fünf Logistikzentren und eine Gerberei. Außerdem ist der Konzern an dem Gemeinschaftsunternehmen Minerva Dawn Farms (MDF) beteiligt. MDF ist bei einer Tageskapazität von ungefähr 100 t auf die Herstellung von Verarbeitungserzeugnissen aus Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch für den Food-Service-Sektor spezialisiert.

Im Rechnungszeitraum Juli 2008 bis Juni 2009 hat Minerva einen Gesamtumsatz von rund 2,3 Mrd. BRL (886 Mio. EUR) erzielt. Das entsprach gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 22 %. Minerva gehört eigenen Angaben zufolge zu den drei wichtigsten Exporteuren von brasilianischem Rindfleisch. Dabei beliefert der Konzern etwa 80 Auslandsmärkte. (25)

USA

Smithfield will Schweinefleischexporte
forcieren

(AIC) – Der riesige US-amerikanische Fleischkonzern Smithfield Foods Inc., Smithfield/Virginia, will die EU nach eigenen Angaben als Exportmarkt für frisches Schweinefleisch erschließen. Dabei geht es nach Angaben von John Allton Jones, des Vorstandsvorsitzenden der britischen Niederlassung, zunächst vor allem um Lendenstücke. Diese seien zurzeit in den USA im Zuge einer wachsenden Nachfrage nach Bauchfleisch überschüssig. Deshalb soll die Ware beginnend im Vereinigten Königreich an Verarbeiter und die Gastronomie vermarktet werden. Bei Erfolg könnten weitere EU-Märkte bearbeitet werden. Dies biete sich an, weil in der EU eine wachsende Nachfrage nach höherwertigen Teilstücken zu verzeichnen sei.

Darüber hinaus strebt der vertikal integrierte US-Konzern die weltweite Marktführerschaft bei SB-Fleisch an. Bislang entfallen lediglich 13 % des Umsatzes im Geschäftsfeld Schweinefleisch auf Exporte. Der Gesamtumsatz im Wirtschaftsjahr 2008/09 (Juni bis Mai) belief sich auf rund 12,5 Mrd USD (8,3 Mrd. EUR).

Allerdings soll der eigene Schweinebestand im Zuge eines Restrukturierungsplans deutlich abgebaut werden. Damit reagiert Smithfield auf seine derzeitige wirtschaftliche Schieflage: Im Wirtschaftsjahr 2008/09 verzeichnete der Konzern einen Verlust von 190 Mio USD (127 Mio EUR). Im Jahr 2008 war die eigene Schweineproduktion wegen der hohen Futterkosten in die roten Zahlen geraten. Außerdem hat die Nachfrage in den vergangenen Monaten wegen der Schweinegrippe deutlich nachgelassen. Deshalb musste Smithfield auch im ersten Quartal (Juni bis August) 2009 empfindliche Verluste hinnehmen. (26)


China

Fleischverarbeiter Zhongpin
beschafft sich mehr Eigenkapital

(AIC) – Der zu den führenden chinesischen Fleischherstellern zählendende Lebensmittelkonzern Zhongpin hat sich an der New Yorker Börse durch die Emission neuer Aktien frisches Eigenkapital von ungefähr 49 Mio. USD (33 Mio. EUR) beschafft. Diese Mittel will der Konzern mit Stammsitz in Changge in der zentralchinesischen Provinz Henan vor allem zur Finanzierung seiner Expansionspläne und des operativen Geschäfts sowie zur Tilgung kurzfristiger Kredite verwenden.
Die Konzernleitung von Zhongpin rechnet für das Jahr 2009 mit einem Umsatzwachstum von mindestens 44 % auf den Rekordwert von über 780 Mio. USD (523 Mio. EUR). Der Nettogewinn soll um rund die Hälfte auf mindestens 46,8 Mio. USD (31,4 Mio. EUR) steigen. (27)


Japan

Itoham will wieder Gewinne erwirtschaften


(AIC) – Der große japanische Fleisch- und Lebensmittelkonzern Itoham, Nishinomiya (Präfektur Hyogo) auf der Hauptinsel Honshu, will trotz der schweren Rezession im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 (April bis März) wieder schwarze Zahlen schreiben. Itoham peilt nach Informationen seines Präsidenten Chikara Kasai bei einem Gesamtumsatz von rund 484 Mrd. JPY (3,6 Mrd. EUR) einen Nettogewinn von ungefähr 2 Mrd. JPY (14,5 Mio. EUR) an. Das würde gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang von 0,6 % und eine Erhöhung des Nettoergebnisses um knapp 6,3 Mrd. JPY (46,5 Mio. EUR) bedeuten. Im Rahmen seiner mittelfristigen Planung will Itoham im Geschäftsjahr 2010/11 den Konzernumsatz um knapp 14 % auf etwa 550 Mrd. JPY (4,1 Mrd. EUR) ausweiten. Der Nettogewinn soll dann mit rund 11 Mrd. JPY (81 Mio. EUR) das Fünfeinhalbfache des diesjährigen Planwertes erreichen.

Itoham will diese ehrgeizigen Umsatz- und Gewinnziele laut Kasai vor allem durch den Abbau von Überkapazitäten, die Aufgabe unrentabler Geschäftsbereiche und den Ausbau von Bereichen mit Wachstumsperspektiven (primär Erschließung von Auslandsmärkten) realisieren. Die Schwerpunkte dieser Aktivitäten werden in den beiden wichtigsten Konzernsparten „Frischfleisch“ sowie „Schinken und Wurst“ ansetzen. Zusätzlich sollen ein striktes Kostenmanagement sowie die Kooperation mit in- und ausländischen „Topunternehmen“ die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Itoham verbessern. (28)




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Internationale Fleischnachrichten IF Nr. 1 vom 8. Oktober 2009



Niederlande

Markenkalbfleisch der VanDrie Group gewinnt
Innovationspreis

(AIC) – Der weltgrößte integrierte Kalbfleischvermarkter, die VanDrie Group in Mijdrecht (Provinz Utrecht), ist mit ihrem Convenience-Kalbfleisch unter der Marke „MAQSfood“ auf den ersten Platz beim aktuellen Ranking „Vers Top 100“ für innovative Frischprodukte gewählt worden. Dieser Wettbewerb wird vom Rotterdamer Fachverlag Denhatex Uitgeverij jährlich durchgeführt. Die nach Angaben des Verlags unabhängige Jury lobt das Unternehmen. Es habe mit seinem Produkt auf die zunehmende Nachfrage nach Lebensmitteln reagiert, die leicht zuzubereiten sind und verantwortungsbewusst erzeugt werden.

Die Abkürzung in der Marke „MAQSfood“ steht für „Mehr Bewusstsein für Qualität und Service“ („More Attention to Quality and Service“). Das Kalbfleisch stammt von Tieren, deren vorgeschriebene Haltungsbedingungen nach Absprache mit der Tierschutzorganisation Dierenbescherming über den gesetzlichen Normen liegen. Darüber hinaus wird „MAQS“-Kalbfleisch ohne Einsatz von chemischen Zusatzstoffen zubereitet und vorgegart. Damit soll garantiert werden, dass das Fleisch auch nach dem Erhitzen in der Küche saftig bleibt. Dieses neue Produktionsverfahren wurde in Kooperation mit der Niederländischen Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung TNO (Nederlandse Organisatie voor toegepast-natuurwetenschappelijk Onderzoek) und dem Gewürzhersteller Verstegen entwickelt. (1)

Niederlande

Strengere Regeln für Viehtransporte

(AIC) – Die niederländische Landwirtschaftsministerin Gerda Verburg hat Ende September 2009 nach Gesprächen mit der Tierschutzorganisation Dierenbescherming und Vertretern des Fleischsektors die Anforderungen an Transportfahrzeuge für Rinder und Schlachtsauen verschärft. In einem Brief
informierte die Ministerin das Parlament über folgende Änderungen:

- Beim Transport von Rindern muss der Freiraum über dem Widerrist des höchsten Tieres mindestens 10 cm betragen. Als Folge dieser neuen Regelung ist bei vielen Fahrzeugen eine zweistöckige Beladung nicht mehr erlaubt.
- Beim Transport von Schlachtsauen muss der Laderaum mindestens 1,10 m hoch sein. Diese Regelung lässt eine dreistöckige Beladung in den meisten Fällen nicht mehr zu.
- Bei der Berechnung der zulässigen Anzahl der Ladeebenen wird von der gesetzlich zulässigen maximalen Fahrzeughöhe von 4 m ausgegangen. Dies gilt auch für Fahrzeuge mit einer auf 4,30 m verstellbaren Dachhöhe.

Die Anforderungen an den Transport von Ferkeln, Schlachtschweinen, Schafen und Ziegen sollen zunächst unverändert bleiben. Allerdings soll die Animal Science Group der Universität Wageningen untersuchen, welche Minimalhöhe der Laderaum bei diesen Tierarten haben muss. Dabei ist - wie bei Rindern und Schlachtsauen - die niederländische Transportverordnung maßgeblich: Die Tiere müssen in natürlicher Haltung aufrecht stehen können und dürfen nicht bei ihren natürlichen Bewegungen eingeschränkt werden. Zudem muss ein angemessener Luftaustausch gewährleistet sein. (2)

Deutschland

Edeka darf umstrittenes Fleischwerk bauen

(AIC) – Die Edeka Südwest Fleisch GmbH, Offenburg, hat Ende September 2009 vom Regierungspräsidium Karlsruhe die endgültige immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Bau und den Betrieb eines neuen Werkes zur Fleisch- und Wurstverarbeitung einschließlich Kommissionier- und Versandzentrum in Rheinstetten (Baden-Württemberg) erhalten. Der Neubau auf einer Fläche von etwa 20 ha soll rund 80 Mio. EUR kosten. Die Tageskapazität der Anlage soll sich auf insgesamt 952 t Fleisch belaufen. Davon sollen 432 t auf Fleischwaren, 180 t auf Wurstwaren und 340 t auf Handelsware entfallen. Spätestens ab Mitte 2011 sollen die rund 1.200 Edeka-Märkte im Südwesten Deutschlands allein von dem neuen Werk versorgt werden. Im Gegenzug sollen die Werke in Offenburg, Heddesheim und Mögglingen (alle Baden-Württemberg) geschlossen werden.

Das Bauvorhaben der Edeka war vor allem von Anwohnern und Umweltschutzorganisationen heftig kritisiert worden. Deren zahlreiche Einwendungen sind nach Angaben der Behörde „soweit möglich“ in den Nebenbestimmungen berücksichtigt worden. Deshalb habe das Regierungspräsidium die zulässigen Auswirkungen durch Lärm und Gerüche stärker beschränkt, als dies die gesetzlichen Vorgaben vorsehen. (3)

Deutschland

German Meat jetzt online

(AIC) – German Meat, die privatwirtschaftliche Exportförderorganisation für Fleisch und Fleischwaren mit Sitz in Bonn, ist seit Anfang Oktober unter www.german-meat.de auch im Internet präsent. Die Anfang April 2009 gegründete Einrichtung wird von rund 80 großen und kleineren Fleischfirmen getragen. Darunter befinden sich 40 exportierende Unternehmen, auf die insgesamt etwa 80 % der deutschen Fleischausfuhren entfallen. Das Jahresbudget wird aus freiwilligen Branchenbeiträgen der Fleischwirtschaft generiert. Auf mittelfristige Sicht strebt German Meat eine staatliche Kofinanzierung an. Aufgaben von German Meat sind unter anderem die Beteiligung an Messen, die Unterstützung beim Vertrieb und beim Marketing, die Organisation von und die Teilnahme an Handelsmissionen, die Betreuung von Veterinärdelegationen sowie die Bereitstellung von Marktinformationen. (4)

Dänemark

Dänische Ferkel sind gefragt

(AIC) – Die dänische Branchenorganisation Dansk Svineproduktion mit Sitz in Kopenhagen rechnet für die nächsten Jahre mit einem weiteren Anstieg der Ferkelausfuhren nach Deutschland. In diesem Jahr sollen nach einem aktuellen Bericht des Verbandes erstmals über 6 Mio. dänische Ferkel an deutsche Schweinemäster geliefert werden. Damit würde die Rekordzahl von 5,3 Mio. Tieren aus dem Jahr 2008 um mehr als 13 % übertroffen.

Als Hauptgründe für die stark wachsenden Exporte nennt der Bericht die geringeren Produktionskosten der dänischen Ferkelerzeuger und die höheren Notierungen für Ferkel in Deutschland. Demnach könnten die inländischen Landwirte Ferkel mit einem Lebendgewicht von 30 kg um rund 80 DKK (10,73 EUR) billiger aufziehen als deutsche Erzeuger. Zudem liegen laut dem Bericht die Notierungen auf dem deutschen Markt in der Regel um 50 bis 100 DKK (6,70 bis 13,40 EUR) pro Ferkel höher als in Dänemark.

Der Bericht prognostiziert für den Zeitraum 2008 bis 2015 einen Anstieg der deutschen Importe von rund 7,5 Mio. auf 10 Mio. Ferkel. Von diesem Zuwachs würden neben den dänischen Landwirten primär die niederländischen Ferkelerzeuger profitieren. Diese Konkurrenten hätten 2008 etwa 2 Mio. Tiere nach Deutschland und ungefähr 2,5 Mio. Ferkel in andere europäische Länder exportiert. Jüngsten Erhebungen der Wirtschaftsgruppe Vieh und Fleisch PVV (Productschap Vee en Vlees, Zoetermeer/Provinz Südholland) zufolge haben die Niederlande ihre Ferkelausfuhren im Jahr 2009 bis Mitte September im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um gut 500.000 auf etwa 4 Mio. Tiere erhöht. Davon entfiel etwa die Hälfte auf das Bestimmungsland Deutschland. Gleichzeitig stiegen die niederländischen Ferkeleinfuhren aus Dänemark um das sechsfache auf gut 4 Mio. Tiere. Dies waren fast 80 % der gesamten niederländischen Ferkelimporte. Diese große Nachfrage nach dänischen Ferkeln begründet die PVV mit der guten Futterverwertung. (5)

Dänemark

Danish Crown treibt Kostensenkungsprogramm
energisch voran

(AIC) – Der marktbeherrschende dänische Schlachtereikonzern Danish Crown, Randers (Mitteljütland), hat Anfang Oktober 2009 neue Abrechnungssysteme für Rinder und Schweine eingeführt. Wichtigste Ziele dieser Maßnahme sind eine markt- und qualitätsorientierte Bezahlung sowie eine Verringerung der Transportkosten pro Schlachttier. Diese Einsparung soll durch eine bestmögliche Auslastung der Viehtransporter erreicht werden. Danish Crown will die bessere Auslastung der Fahrzeuge durch Prämienzahlungen für größere Lieferpartien durchsetzen. So erhalten z. B. jetzt die Landwirte bei gleichzeitiger Lieferung von mindestens 25 Schlachtrindern einen Bonus von 40 DKK (5,36 EUR) je Tier. Von den Preisaufschlägen dürften vor allem große Tierhalter profitieren. Denn sie können leichter größere Schlachtviehpartien zusammenstellen.

Die neuen Abrechnungssysteme von Danish Crown sind eines von neun Elementen des im Mai 2009 eingeführten Rationalisierungsprogramms „DC Future“. Durch dieses Programm will Danish Crown bis spätestens Ende 2010 seine Kosten um rund 1,6 Mrd. DKK (215 Mio. EUR) verringern. Der Konzern will diese Kostensenkung hauptsächlich durch eine Reduzierung der Lohnkosten um 20 % erreichen. Das Sparprogramm sieht auch den Aufbau eigener Schlachtkapazitäten für Schweine in Deutschland vor. Danish Crown verhandelt derzeit darüber bereits mit mehreren deutschen Schlachtereien. (6)

Dänemark

Behörde soll Antibiotikaeinsatz bei Schweinen reduzieren

(AIC) – Die dänische Lebensmittelministerin Eva Kjer Hansen hat vor kurzem eine Initiative der inländischen Lebensmittelaufsichtsbehörde zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Schweinehaltung angekündigt. Demnach werden nach einer Meldung des Kopenhagener Lebensmittelministeriums in den kommenden Monaten Mitarbeiter der Lebensmittelaufsichtsbehörde die Tierärzte mit den meisten Verschreibungen von Antibiotika aufsuchen und sie umfassend beraten. Dadurch sollen die Veterinärmediziner zu einer restriktiven Verschreibung dieser Medikamente veranlasst werden.

Mit dieser Maßnahme reagiert die Behörde auf die verstärkte Verwendung von Antibiotika in der Schweineproduktion. Im ersten Halbjahr 2009 erhöhte sich nämlich der Antibiotikaverbrauch um 12 % gegenüber dem Vorjahr. Branchenkenner führen diesen Anstieg auf den um 6 bis 7 % höheren Bestand an Zuchtsauen und Ferkeln in diesem Zeitraum zurück. Der überproportionale Zuwachs des Antibiotikaeinsatzes erkläre sich durch die größere Krankheitsanfälligkeit dieser Mutter- und Jungtiere.

In der ersten Jahreshälfte 2009 ist nach Angaben des Lebensmittelministeriums aber die Verwendung von Antibiotika mit möglicher Resistenzbildung in der dänischen Schweineproduktion gesunken. In diesem Zeitraum sei nämlich der Einsatz von auch in der Humanmedizin verwendeten Antibiotika rückläufig gewesen. Dies zeige die Auswertung des veterinärmedizinischen Informationssystems DANMAP. (7)

Großbritannien

Verstärkter Werbedruck bei Schweinefleisch


(AIC) – Die britische Absatzförderungsorganisation für Schweinefleisch BPEX (British Pig Executive) in der englischen Grafschaft Warwick-shire will nach eigenen Angaben ab April 2010 ihr „Quality Standard“-Logo für Schweinefleisch durch das „Roter Traktor“-Logo ersetzen. Auch das „Roter Traktor“-Logo ist in den Farben der britischen Flagge gestaltet, so dass auch in Zukunft die britische Herkunft des Fleisches bei Werbemaßnahmen hervorgehoben werden kann. Mit dem im Logo enthaltenen Hinweis „Assured Food Standard“ weist BPEX auch weiterhin auf die qualitätsgesicherte Erzeugung hin.

Durch den Wechsel zum „Roter Traktor“-Logo verstärkt BPEX den Werbedruck für heimisches Schweinefleisch. Der „Rote Traktor“ ist bislang auf der Verpackung von britischen Lebensmitteln im Wert von etwa 8,0 Mrd. GBP (9,2 Mrd. EUR) abgedruckt. Im September 2009 hatte die EU-Kommission entschieden, dass die Werbung für das Logo künftig mit Staatsgeldern und damit auch mit steuerähnlichen Branchenabgaben der produktspezifischen Absatzförderungsorganisationen finanziert werden kann. Dies ermöglicht es den produktspezifischen britischen Absatzförderungsorganisationen, die Werbung für das Logo gemeinsam zu finanzieren und damit eine höhere Schlagkraft als bei Einzelinitiativen zu erzielen. Die Verwaltung des Logos sollen künftig neben der bisher verantwortlichen privatwirtschaftlichen Organisation AFS (Assured Food Standards) auch die ebenfalls privatwirtschaftliche Absatzförderungsorganisation BPC (British Poultry Council) sowie die halbstaatliche Dachorganisation für die Absatzförderung von Agrar- und Gartenbauprodukten AHDB (Agriculture and Horticulture Development Board) übernehmen. (8)

Spanien

CAG schließt Ausbau
der größten Fleischfabrik ab

(AIC) – Der führende spanische Fleischhersteller Corporación Alimentaria Guissona (CAG) wird noch in diesem Jahr die Erweiterung des größten inländischen Fleischverarbeitungsbetriebs „La Closa“ in der nordostspanischen Gemeinde Guissona (Provinz Lleida) erfolgreich beenden. CAG investierte nach eigenen Angaben in den Ausbau der Fleischwarenfabrik seit 2005 ungefähr 80 Mio. EUR. Davon waren allein 25 Mio. EUR für die Anschaffung neuer Maschinen und Anlagen bestimmt.

CAG will noch vor Ende 2009 alle neuen Produktionsanlagen und Logistikeinrichtungen der erweiterten Fabrik stufenweise in Betrieb nehmen. Dazu gehören neue Produktions- und Verpackungslinien für verschiedene Lebensmittel und eine Trocknungsanlage für 2 Mio. Schinken. Das neue Logistikzentrum umfasst ein vollautomatisches Lager mit 25.000 Palettenplätzen und Laderampen für 100 LKW.

CAG stellte im Jahr 2008 insgesamt mehr als 350.000 t Fleischerzeugnisse und andere Produkte in „La Closa“ her. Dies waren gut 9 % mehr als im Vorjahr. Besonders kräftig, nämlich um 16 %, erhöhte CAG in dem Werk die Produktion von Schweinefleischerzeugnissen.

Das Unternehmen steigerte 2008 den Umsatz um 18 % gegenüber dem Vorjahr auf den Rekordwert von knapp 1,2 Mrd. EUR (Schaubild, S. 4). Davon entfielen knapp 685 Mio. EUR auf den Absatz von Fleisch und Fleischerzeugnissen. Verkaufserlöse von etwa 323 Mio. EUR erzielte CAG durch den Absatz von Futtermitteln. Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren dynamisch gewachsen und erwirtschaftete 2008 einen Nettogewinn von fast 38 Mio. EUR. (9)

Schweiz

Verkauf von Biofleisch floriert

(AIC) – Der Verkauf von Biolebensmitteln hat im ersten Halbjahr 2009 im Schweizer LEH (ohne Fachhandel) um 4,4 % zugenommen, wie die Branchenorganisation Bio Suisse mitteilte. Die veröffentlichten Daten basieren auf Auswertungen des Marktforschungsinstitutes GfK. Demnach stieg der Absatz von Biofleisch mit 16,7 % besonders kräftig. Dies war das höchste Wachstum aller Produktgruppen im Bio-Lebensmittelsortiment. (10)

Schweden

Danish Crown gewinnt Marktanteile


(AIC) – Der größte dänische Schlachtereikonzern Danish Crown mit Hauptsitz in Randers (Mitteljütland) hat Anfang Oktober 2009 die schwedischen Tochterfirmen KLS Livsmedel und Ugglarps Slakteri unter dem Dach von Danish Crown Livsmedel fusioniert. Das schwedische Konzernunternehmen verspricht sich von dem Zusammenschluss eine Reduzierung der Kosten und andere Synergien zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Danish Crown Livsmedel will die beiden Schweineschlachtereien der bisherigen Tochterfirmen in Kalmar und Ugglarps mit verstärkter Intensität weiter betreiben. Im Jahr 2010 will das Unternehmen dort insgesamt 600.000 Schweine schlachten. Dies wären rund 50 % mehr Schlachtungen als im Jahr 2008.

Im zweiten Quartal 2009 schlachteten Ugglarps und KLS jeweils ungefähr 15 % mehr Schweine als im Vorjahr. Damit konnten beide Unternehmen ihre Anteile an den schwedischen Schweineschlachtungen kräftig ausweiten. Denn die Anzahl der Schweineschlachtungen ist im zweiten Quartal 2009 in Schweden insgesamt um rund 5 % geschrumpft. Die Ausweitung des Marktanteils bei den Schlachtungen ist vorwiegend das Ergebnis einer erzeugerfreundlichen Preisstrategie von Danish Crown Livsmedel. Im Rahmen dieser Strategie lagen die Notierungen für Mastschweine zuletzt meistens etwas höher als bei den wichtigsten Konkurrenten. (11)


Schweden

Scan initiiert einschneidende
Rationalisierungsmaßnahmen


(AIC) – Die schwedische Tochterfirma des führenden finnischen Schlachtereikonzerns HKScan hat im September 2009 in mehreren Publikationen Einzelheiten zu einem mehrjährigen Entwicklungs- und Umstrukturierungsprogramm bekanntgegeben. Demnach will das größte schwedische Schlachterei- und Fleischwarenunternehmen Scan mit Hauptsitz in Stockholm bis 2012 den Gewinn um inflationsbereinigt 30 Mio. EUR erhöhen. Dieses Ziel will das Unternehmen hauptsächlich durch Betriebsschließungen und andere Kostensenkungsmaßnahmen realisieren. Dadurch wird Scan unter anderem die Schlachtkapazität um ein Sechstel auf jährlich etwa 1,5 Mio. Schweine reduzieren. Dennoch entfällt dann immer noch rund der Hälfte der schwedischen Schweineschlachtungen auf Scan.

Zur Finanzierung des Rationalisierungsprogramms will Scan rund 12 Mio. EUR für Investitionen sowie etwa 5 Mio. EUR für Sozialpläne und andere Zwecke einsetzen. Das Unternehmen will im Rahmen des Programms mindestens zwei Werke in Schweden und eine Schweineschlachterei in Dänemark stilllegen. Zusätzlich will Scan die Produktion im Werk im südschwedischen Skara teilweise in zwei andere inländische Schlachterei- und Zerlegebetriebe verlagern. Dadurch sollen die Werke in Kristianstad und Linköping zu zentralen Schlachterei- und Zerlegebetrieben für Schweine bzw. Rinder und Schafe ausgebaut werden. Außerdem soll sich der Betrieb in Linköping auf die Abpackung von Fleisch spezialisieren. Durch die Neustrukturierung der Produktion und Kostensenkungsmaßnahmen in der Verwaltung wird Scan rund 500 Stellen streichen.

Scan beschäftigt momentan ungefähr 3.000 Mitarbeiter in elf Betrieben. Davon befinden sich neun in Schweden sowie jeweils ein Werk in Dänemark und Polen. Das Unternehmen erzielte 2008 als Branchenprimus in der schwedischen Fleischindustrie einen Umsatz von knapp 1,2 Mrd. EUR. Mit einem Umsatzanteil von über 31 % ist Scan im schwedischen LEH unangefochten Marktführer bei Fleischprodukten vor Atria Scandinavia. (12)

Schweden

Atria investiert in
Delikatessenproduktion

(AIC) – Die schwedische Tochtergesellschaft des zweitgrößten finnischen Schlachtereikonzerns Atria will ab Herbst 2009 ungefähr 5 Mio. EUR in die Rationalisierung ihrer Produktions- und Logistikbetriebe im Delikatessenbereich investieren. Dies gab Atria Scandinavia vor kurzem bekannt. Das Unternehmen wird im Rahmen des Kostensenkungsprogramms die Produktion der Tochterfirmen Ridderheims und Gourmet Service im Werk in Kinna konzentrieren. Zudem wird Atria Scandinavia die Lager- und Vertriebsaktivitäten beider Hersteller von Fleischspezialitäten sowie der Käsereitochter Falbygdens Ost in einem Logistikzentrum in Göteborg konzen-trieren.

Durch die Standortverlagerungen und Rationalisierungsmaßnahmen werden an fünf Standorten der Delikatessensparte Atria Deli 107 Stellen gestrichen. Im Gegenzug werden durch die Produktionserhöhung im Betrieb in Kinna 30 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die geplanten Maßnahmen werden nach Aussagen von Geschäftsführer Christer Åberg zur Verringerung der Kosten bei Atria Scandinavia beitragen. Die dadurch eingesparten Mittel will das Unternehmen in die verstärkte Entwicklung von Innovationen und den Ausbau seiner Marken investieren. (13)

Schweden

Fleisch wichtigstes Tiefkühlprodukt

(AIC) – Der Umsatz mit Tiefkühlkost hat nach aktuellen Daten der Statistikbehörde SCB im Jahr 2008 im schwedischen Einzelhandel rund 13,9 Mrd. SEK (1,4 Mrd. EUR) erreicht. Davon stammten knapp 4 Mrd. SEK (389 Mio. EUR) aus dem Absatz von Fleisch und Fleischerzeugnissen. Dies entspricht fast 29 % der gesamten LEH-Verkaufserlöse bei Tiefkühlkost. Damit war Fleisch Marktführer bei tiefgekühlten Lebensmitteln vor Fisch.

Der schwedische LEH setzte 2008 Fleisch und Fleischerzeugnisse im Gesamtwert von rund 26,2 Mrd. SEK (2,6 Mrd. EUR) ab. Dies bedeutete ein Umsatzwachstum von 5,9 % gegenüber dem Vorjahr. Mit ungefähr 12 Mrd. SEK (1,2 Mrd. EUR) waren bei einem Zuwachs von gut 8 % Wurst- und Fleischwaren inkl. Schlachtnebenprodukten die wichtigste Warenkategorie. An zweiter Stelle folgte Rindfleisch mit Verkaufserlösen von rund 4,5 Mrd. SEK (441 Mio. EUR). (14)

Finnland

Atria startet Kostensenkungsprogramm


(AIC) – Der zweitgrößte finnische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern Atria hat Ende September 2009 die Durchführung eines Rationalisierungsprogramms in seinen inländischen Betrieben angekündigt. Der im südwestfinnischen Nurmo tätige Konzern will durch das Programm seine Kosten um jährlich etwa 5 Mio. EUR verringern. Dafür werde Atria rund 125 der insgesamt 2.250 Arbeitsplätze in Finnland streichen.

Im Zentrum des Kostensenkungsprogramms werden Investitionen in unbekannter Höhe zur Verbesserung der Arbeitsproduktivität stehen. Wichtigstes Investitionsvorhaben wird die Modernisierung des Zerlegebetriebs für Schweine am Hauptstandort in Nurmo sein. (15)

Finnland

HKScan halbiert Investitionen


(AIC) – Der größte finnische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern HKScan hat in der ersten Hälfte 2009 mit insgesamt 24,5 Mio. EUR rund 54 % weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum investiert. Der in Helsinki ansässige Konzern führte Investitionen von allein knapp 10 Mio. EUR in der schwedischen Tochterfirma Scan durch. Dieses umsatzstärkste Tochterunternehmen von HKScan errichtet derzeit ein neues Logistik- und Vertriebszentrum für Fleisch in der südschwedischen Stadt Linköping. Dieses Zentrum soll im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen. (16)


Norwegen

Nortura schafft Turnaround

(AIC) – Der marktbeherrschende norwegische Schlachtereikonzern Nortura, Oslo, hat im zweiten Tertial 2009 (Mai bis August) das Ergebnis vor Steuern deutlich verbessert. Der als Aktiengesellschaft strukturierte Genossenschaftskonzern erwirtschaftete mit 12 Mio. NOR (1,4 Mio. EUR) wieder ein positives Bruttoergebnis. Im Zeitraum Januar bis April 2009 machte Nortura noch einen Verlust von 244 Mio. NOK (29 Mio. EUR). Nortura schaffte die Ertragswende nach eigenen Angaben durch radikale Sparmaßnahmen und den Abbau von Überkapazitäten. Die bereits umgesetzten Rationalisierungsmaßnahmen sollen zu Kostensenkungen von jährlich mindestens 520 Mio. NOK (61,5 Mio. EUR) führen.

Nortura erhöhte im zweiten Tertial 2009 den Konzernumsatz um 0,1 % gegenüber dem Vorjahr auf knapp 5,5 Mrd. NOK (646 Mio. EUR). Zu dieser Umsatzstabilisierung trug unter anderem die Rückgewinnung von Marktanteilen bei Markenfleisch bei. Der Vorstandsvorsitzende Geir Olav Opheim kündigte Ende September 2009 weitere durchgreifende Rationalisierungsmaßnahmen bei Nortura an. Durch diese Aktivitäten und eine Aufstockung des Eigenkapitals wolle er den Schlachtereikonzern „zukunftsfest“ machen.

Nortura ist mit Marktanteilen von jeweils über 70 % der wichtigste Anbieter von Rind-, Schweine- und Schaffleisch sowie von Geflügel und Eiern in Norwegen. Der Konzern stellt derzeit in 39 norwegischen Werken ungefähr 2.000 Fleisch- und Eiprodukte her. Nortura erzielte im Jahr 2008 bei einer Mitarbeiterzahl von 6.500 einen Umsatz von etwa 17 Mrd. NOK (2 Mrd. EUR). Die Aktiengesellschaft befindet sich im Besitz von rund 28.100 norwegischen Tierhaltern. (17)

Norwegen

Absatzboom bei Hackfleisch

(AIC) – Der Verkauf von Hackfleisch boomt auf dem norwegischen Markt: Im Kalenderjahr 2008 hat er sich auf ungefähr 22.000 t erhöht. Das waren nach Angaben des größten norwegischen Fleischanbieters Nortura rund 13 % mehr als im Vorjahr.

Marktführer Nortura macht für das massive Nachfragewachstum bei Hackfleischerzeugnissen besonders zwei Faktoren verantwortlich: Zum einen handele es sich um typische Convenience-Produkte. Sie seien mit relativ geringem Aufwand zur Zubereitung von Speisen geeignet. Zum anderen könnten die Verbraucher Hackfleisch zur Herstellung oder Verfeinerung vieler trendgerechter Mahlzeiten wie Hamburger, Pasta-Gerichten und Tacos verwenden. (18)

Russland

Fleischproduzent Cherkizovo trotzt der
Wirtschaftskrise

(AIC) – Der größte russische Fleischverarbeiter Cherkizovo hat im ersten Halbjahr 2009 einen konsolidierten Umsatz von 459 Mio. USD (315 Mio. EUR) erzielt. Das waren nach eigenen Angaben 17 % weniger als im Vorjahr. Der Umsatzrückgang des Moskauer Konzerns ist ausschließlich auf den starken Kursverfall des Rubels gegenüber dem US-Dollar zurückzuführen. In nationaler Währung stieg der Umsatz nämlich um 15 %.

Der durch die Wirtschaftskrise verursachte Verbrauchseinbruch auf dem russischen Fleischmarkt beeinflusste die Verkaufserlöse und den Gewinn von Cherkizovo nur bei verarbeiteten Produkten. Der ausschließlich auf das Inlandsgeschäft ausgerichtete Konzern musste bei Fleisch- und Wurstwaren in der ersten Jahreshälfte 2009 einen Absatzrückgang von 14 % auf rund 61.550 t hinnehmen. Dagegen stieg der Verkauf bei Geflügel um 5 % auf 92.840 t und bei Schweinefleisch um 8 % auf 21.250 t.

Der Nettogewinn von Cherkizovo lag in der ersten Jahreshälfte 2009 mit 50,3 Mio. USD (34,5 Mio. EUR) um 39 % über dem Vorjahreswert. Der Konzern profitierte dabei besonders von hohen staatlichen Subventionen und stark gestiegenen Verkaufspreisen. Die Abgabepreise in Rubel lagen in den ersten sechs Monaten 2009 bei Schweinefleisch um 23 %, bei Verarbeitungsprodukten um 17 % und bei Geflügel um 16 % über den Durchschnittswerten des Vorjahrs.

Der Vorstandsvorsitzende Sergei Mikhailov zeigte sich bei der Veröffentlichung des Halbjahrergebnisses am 5. Oktober 2009 mit der Entwicklung von Cherkizovo zufrieden. Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und gesunkener Konsumausgaben in Russland hätten sich die Verkaufspreise und der Absatz „günstig“ entwickelt. Für die nächsten Jahre rechnet er mit einer weiteren deutlichen Erhöhung der Geflügel- und Schweineproduktion in Russland. Dadurch werde es zu einer wachsenden Importsubstitution zu Lasten ausländischer Erzeugnisse kommen. (19)

Polen

Sokolów mit Gewinnsprung

(AIC) – Das polnische Schlachterei- und Fleischwarenunternehmen Sokolów hat in der ersten Jahreshälfte 2009 ein EBIT von umgerechnet 8,2 Mio. EUR erzielt. Damit hat sich das Betriebsergebnis des zweitgrößten polnischen Fleischherstellers gegenüber dem Vorjahr fast versechsfacht. Das im ostpolnischen Sokolów Podlaski tätige Unternehmen konnte sein Ergebnis besonders durch stark steigende Absatzmengen an inländische Lebensmittelketten und ausländische Kunden verbessern. Sokolów profitierte beim Fleischexport primär vom schwachen Zloty. Deshalb ging der Umsatz aufgrund der Zloty-Schwäche um etwa 10 % auf gut 234 Mio. EUR zurück.

Das polnische Unternehmen befindet sich jeweils zur Hälfte im Besitz des führenden dänischen Schlachtereikonzerns Danish Crown und des größten finnischen Fleischherstellers HKScan. Beide Eigentümer investierten im ersten Halbjahr 2009 fast 11 Mio. EUR in die Modernisierung und Erweiterung der Produktionsstätten von Sokolów. (20)


Estland

Atria zweitgrößter Anbieter
von Fleischerzeugnissen

(AIC) – Die Aktiengesellschaft Atria Eesti ist jetzt der zweitgrößte Anbieter von Fleisch in Estland. Auf diese Tochterfirma des zweitgrößten finnischen Schlachtereikonzerns Atria entfällt zurzeit nach Presseberichten ein Marktanteil von fast einem Viertel. Marktführer ist die Fleischwarenfirma Rakvere Lihakombinaat des umsatzstärksten finnischen Schlachtereikonzerns HKScan.

Atria fusionierte in diesem Sommer die drei relativ kleinen estnischen Tochterfirmen Valga Lihatööstus, Wõro Kommerts und Vastse-Kuuste Lihatööstuse zur neuen Aktiengesellschaft Atria Eesti. Die drei Unternehmen haben im ersten Halbjahr 2009 einen Gesamtumsatz von lediglich rund 19 Mio. EUR erzielt. (21)

Brasilien

Marfrig will Fleischproduktion
kräftig ausweiten

(AIC) – Der große brasilianische Rindfleischkonzern Marfrig Alimentos, São Paulo, hat im September 2009 zwei spektakuläre Transaktionen zum Ausbau seiner Marktposition bei Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch angekündigt. Am 15. September gab der Konzern den geplanten Erwerb des brasilianischen Fleischherstellers Seara Alimentos bekannt, für den er insgesamt gut 706 Mio. USD (484 Mio. EUR) an den US-Mischkonzern Cargill bezahlen will. Zusätzlich habe Mafrig die Schulden von Seara in Höhe von knapp 194 Mio. USD (133 Mio. EUR) zu übernehmen. Cargill hatte Seara 2004 für einen Kaufpreis von angeblich „nur“ ungefähr 130 Mio. USD (89 Mio. EUR) erworben.

Zur Finanzierung der Übernahme von Seara und für andere Transaktionen will Marfrig laut Presseberichten im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Aktien im Wert von knapp 4,1 Mrd. Real (1,6 Mrd. EUR) ausgeben.

Durch die für das vierte Quartal geplante Übernahme von Seara würde sich der Umsatz von Mafrig um jährlich rund 1,7 Mrd. EUR erhöhen. Seara betreibt 12 Produktionsstätten zur Verarbeitung von Geflügel und Schweinefleisch sowie ein Hafenterminal. Dadurch wird Marfrig zum zweitgrößten Geflügelfleischhersteller in Brasilien avancieren

Am 22. September unterzeichnete Marfrig nach eigenen Angaben eine Absichterklärung mit den beiden brasilianischen Rindfleischanbietern Margen und Mercosul über die Anpachtung von elf Produktionsstätten und einer fast fertiggestellten Großschlachterei. Durch diesen Deal wird sich die Schlachtkapazität von Marfrig um über 40 % auf 30.150 Rinder pro Tag erhöhen.

Marfrig besitzt zurzeit Rindfleischverarbeitungsbetriebe in Brasilien, Argentinien, Uruguay und Chile. Zusätzlich stellt der Konzern Schweine- und Geflügelfleischerzeugnisse sowie andere Lebensmittel her. Seit 2008 gehören Marfrig auch Geflügelschlachtereien im Vereinigten Königreich und in Frankreich. (22)

Brasilien

JBS will Weltmarktführer bei
Fleisch werden

(AIC) – Der brasilianische Konzern JBS Friboi visiert durch die im September 2009 angekündigten Akquisitionen des drittgrößten inländischen Rindfleischherstellers Bertin und des zweitgrößten US-Geflügelfleischanbieters Pilgrim´s Pride Corp. einen Umsatz von insgesamt knapp 52 Mrd. BRL (20 Mrd. EUR) an. Durch die Realisierung beider Deals würde JBS mit Hauptsitz in São Paulo zum weltweit größten Fleischanbieter vor dem US-Konzern Tyson Foods und zum globalen Marktführer bei Rindfleisch avancieren. Nach der bereits eingeleiteten Fusion mit Bertin wird JBS in seinen Werken über eine Schlachtkapazität von täglich etwa 90.000 Rindern verfügen. Dies entspricht ungefähr 8 % der weltweiten Rinderschlachtungen.

Durch den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von 64 % an dem insolventen Geflügelfleischkonzern Pilgrim´s Pride wird JBS seine Absatzposition auf dem Fleischmarkt der USA erheblich ausbauen. Der Konzern betreibt dort über die Tochterfirma JBS USA bereits mehrere Schlachtereien und Fleischfabriken. Zurzeit ist JBS USA nach Informationen von Branchenkennern der drittgrößte Verarbeiter von Rind- und von Schweinefleisch auf dem nordamerikanischen Markt.

Der Erwerb der Beteiligung an Pilgrim´s Pride muss von den US-Behörden noch genehmigt werden. Außerdem muss JBS USA noch die Mittel zur Finanzierung dieses Deals aufbringen. Die Mittelbeschaffung soll nach den Plänen der brasilianischen Muttergesellschaft durch die öffentliche Platzierung von Aktien der JBS USA im Wert von rund 2 Mrd. USD (1,4 Mrd. EUR) erfolgen. Dieser Börsengang ist nach jüngsten Presseberichten erst für den Januar 2010 vorgesehen. (23)

Brasilien

Kartellbehörde genehmigt internationale
Großfusion

(AIC) – Die brasilianische Kartellbehörde CADE hat Ende September 2009 den im Mai angekündigten Zusammenschluss der ausländischen Tochterfirmen der beiden einheimischen Fleischhersteller Perdigão und Sadia unter Auflagen genehmigt. Demnach müssen beide Unternehmen auch nach der Fusion zum Fleisch- und Lebensmittelkonzern Brasil Foods (BRF) ihr derzeitiges Exportvolumen beibehalten und ihre bisherigen Marken weiterführen. BRF erzielte auf der Basis der Daten von Perdigão und Sadia 2008 einen Umsatz von rund 23 Mrd. BRL (8,9 Mrd. EUR). Der Konzern ist hauptsächlich auf die Produktion und die Vermarktung von Geflügel- und Rindfleisch konzentriert.

Aufgrund der Entscheidung der Kartellbehörde kann BRF ab sofort weltweit als einheitliche Unternehmensgruppe auftreten. Dadurch darf BRF jetzt die Verkaufs- und Preisverhandlungen sowie alle anderen Geschäftsaktivitäten von Perdigão und Sadia im Ausland durchführen.

BRF ist nach eigenen Angaben der führende Lebensmittelkonzern in Südamerika. Der exportorientierte Konzern will in Zukunft neben seinen Hauptmärkten Russland und Naher Osten besonders die USA verstärkt erschließen. (24)

Kanada

Eigener Qualitätsstandard für japanischen Schweinefleischmarkt notwendig

(AIC) – Um auf dem japanischen Markt für Schweinefleisch Fuß fassen zu können, seien sehr hohe Anforderungen zu erfüllen. Zu diesem Ergebnis kamen Teilnehmer einer Handelsmission nach Japan, die von den kanadischen Absatzförderungsorganisationen für Schweinefleisch im September 2009 durchgeführt wurde. Allerdings bestehe die Chance, in Japan einen Nischenmarkt für kanadisches Premiumfleisch zu entwickeln, sagte ein Vertreter des Manitoba Pork Council. Um dieses Ziel zu erreichen, könnte die Schaffung eines kanadischen Qualitätsstandards hilfreich sein. Dessen Anforderungen müssten sich an den Bedürfnissen dieses schwierigen Marktes orientieren. Im Fokus der japanischen Einkäufer stünden unter anderem folgende Aspekte:

- die Qualität des Fleisches muss sehr homogen sein. Importware erfüllt diese Anforderungen meistens nicht.
- weißes Fett wird gelbem Fett vorgezogen.
- die Fleischstücke müssen in einheitlicher Größe geliefert werden.
- das Fleisch muss eine stabile Textur haben, damit es bei den häufig sehr dünnen Schnitten nicht einreißt.

In Kanada gebe es bereits Qualitätskriterien, die sich unter anderem auf die Marmorierung, Farbe und Textur von Fleisch beziehen. Die gezielte Kombination dieser Kriterien könne die Basis für die Entwicklung eines spezifischen Industriestandards für den japanischen Markt sein. (25)

Kanada

Fast 4 Mio. EUR für Exportförderung

(AIC) – Die kanadische Provinzregierung Alberta hat kürzlich ihrem Vieh- und Fleischsektor 3,8 Mio. EUR für ein Programm zur Entwicklung internationaler Märkte im Wirtschaftsjahr 2009/10 zur Verfügung gestellt. Dies teilte die Absatzförderungsbehörde für den Vieh- und Fleischsektor ALMA (Alberta Livestock and Meat Agency), Edmonton, mit. Folgende Aktivitäten können zur Hälfte aus den Programmmitteln kofinanziert werden:

- internationale Marktforschung und die Beschaffung internationaler Marktinformationen,
- Marketingpläne für die Entwicklung von Exportmärkten,
- Promotionmaterial einschließlich Vorführprodukte für internationale Märkte,
- Einführung von Marken für tierische Produkte,
- Entwicklung von Verpackungen und Labels für Exportprodukte,
- Promotions im Einzelhandel und in der Gastronomie,
- Handelsreisen und Besuch von Fachmessen sowie
- externe Beratung und Projektmanagement.

Der Förderhöchstbetrag je Projekt beläuft sich auf gut 635.000 EUR. Wenn die Privatwirtschaft ihren Finanzierungsanteil auf 75 % der Projektkosten erhöht, ist eine höhere Fördergrenze verhandelbar.

Ungefähr die Hälfte des kanadischen Rindfleischs wird in Alberta erzeugt. Im Jahr 2007 belief sich der Wert der Exporte an Rindfleisch und Lebendrindern aus Alberta auf gut 1 Mrd. EUR. Wichtigstes Exportzielland waren die USA. Nur 8 % der Rindfleischerzeugung wurden in andere Länder ausgeführt. (26)


Neuseeland

Silver Fern Farms will Eigenkapital erhöhen

(AIC) – Der umsatzstärkste neuseeländische Fleischkonzern Silver Fern Farms mit Hauptsitz in Dunedin (Südinsel) will durch die Emission neuer Aktien an rund 20.000 Viehhalter das Eigenkapital erhöhen. Aufgrund einer zu geringen Beteiligung an der Kapitalerhöhung verlängerte die als Aktiengesellschaft organisierte Genossenschaft die Zeichnungsfrist vor kurzem um drei Wochen bis zum 9. Oktober 2009.

Silver Fern Farms will das zusätzliche Eigenkapital zum Abbau von Schulden und zur Finanzierung „neuer Marketingstrategien“ nutzen. Das Unternehmen will diese Mittel unter anderem in „technologische Innovationen“ und die „Einführung einer neuen einzigartigen Marke“ investieren. Diese neue Marke wird nach den Erwartungen des Aufsichtsratsvorsitzenden Eoin Garden „das Kaufverhalten der Konsumenten bei Rotfleisch“ auf den von Silver Fern Farms belieferten Märkten positiv beeinflussen.

Silver Fern Farms erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2007/08 (September bis August) bei einem konsolidierten Umsatz von knapp 2 Mrd. NZD (975 Mio. EUR) einen Gewinn von 37,6 Mio. NZD (18,4 Mio. EUR). Der Konzern ist nach eigenen Angaben der größte Hersteller und Exporteur von Fleisch in Neuseeland. Silver Fern Farms betreibt 21 Verarbeitungsstätten und vermarktet seine Produkte in ungefähr 60 Ländern. (27)

Australien

Verheißungsvoller Anfangserfolg der
„Angus“-Hamburger

(AIC) – Der Verkauf von Rindfleisch ist in den ersten drei Septemberwochen 2009 in den fast 800 australischen Schnellrestaurants von McDonald’s um etwa 20 % nach oben geschnellt. Der Absatzboom ist nach Angaben von McDonald’s auf die Einführung von zwei neuen Hamburgern mit „Angus“-Markenrindfleisch Ende Augus zurückzuführen. Es handelt sich um die Premiumprodukte „Mighty Angus Burger“ und „Grand Angus Burger“.

Beide Erzeugnisse werden bereits seit 2008 mit großem Erfolg in den US-Filialen von McDonald’s angeboten. Die Einführung der „Angus“-Hamburger in Australien wurde zwei Jahre lang von McDonald’s und der Organisation Certified Australian Angus Beef sowie von mehreren australischen Fleischverarbeitern und Rindermästern vorbereitet. McDonald’s bietet seit kurzem beide „Angus“-Burger auch in seinen neuseeländischen Schnellrestaurants an. (28)

China

Staatliche Investitionshilfen
für Fleischverarbeiter Zhongpin


(AIC) – Der zu den führenden inländischen Fleischherstellern zählende Lebensmittelkonzern Zhongpin mit Stammsitz in Changge in der zentralchinesischen Provinz Henan wird staatliche Beihilfen erhalten. Dabei soll es sich nach Angaben des Konzerns um Subventionen in Höhe von 37,8 Mio. CNY (3,8 Mio. EUR) handeln, die überwiegend für den Bau von drei Verarbeitungsbetrieben bestimmt sind.
Mit Hilfe dieser Fördermittel wird die Aktiengesellschaft Zhongpin zwei Fleischwarenfabriken in der östlichen Hafenstadt Tianjin und ein Werk am Hauptsitz in Changge errichten. Die beiden Betriebe in Tianjin sollen nach der Fertigstellung im ersten und im dritten Quartal 2010 eine Produktionskapazität von 100.000 t Schweinefleisch bzw. von 36.000 t Schweinefleischzubereitungen pro Jahr aufweisen.

Zhongpin investiert zudem umgerechnet ungefähr 6 Mio. USD (4,1 Mio. EUR) in einen Neubau neben dem bestehenden Fleischverarbeitungsbetrieb am Hauptstandort in Changge. An den Kosten beteiligt sich der chinesische Staat mit etwa einem Drittel. Durch den Anbau, der voraussichtlich noch in diesem Jahr vollendet werden soll, würde sich die Jahresproduktionskapazität in Changge um 37 % auf 81.670 t Schweinefleischerzeugnisse erhöhen.

Zhongpin konnte 2008 nach eigenen Angaben den Konzernumsatz um 85 % gegenüber dem Vorjahr auf den Rekordwert von umgerechnet rund 540 Mio. USD (370 Mio. EUR) steigern. Der Nettogewinn erreichte mit 31,4 Mio. USD (21,5 Mio. EUR) ebenfalls einen neuen Höchststand. (29)

China

Yurun vergrößert Schlachtkapazität bei Schweinen


(AIC) – Der große chinesische Schlachterei- und Fleischwarenkonzern China Yurun Food Group mit Hauptsitz in Nanjing in der nordöstlichen Provinz Jiangsu befindet sich auf einem rasanten Wachstumskurs. Die an der Hongkonger Börse notierte Aktiengesellschaft übernahm nach eigenen Angaben in der ersten Jahreshälfte 2009 mehrere Schlachtereien. Diese Übernahmen führten im Zeitraum Januar bis Juni 2009 zu einer Erhöhung der Schlachtkapazität von Yurun um rund 7 % auf jährlich 19,3 Mio. Schweine. Bis Ende 2010 will Yurun die Kapazität sogar auf 30 Mio. Schweine aufstocken.

In der ersten Jahreshälfte 2009 erzielte Yurun einen Umsatz von rund 5,8 Mrd. HKD (516 Mio. EUR). Damit wurde der vergleichbare Vorjahresumsatz um 3,5 % verfehlt. Dieser Rückgang war auf einen drastischen Einbruch bei den Verkaufspreisen bei Schweinefleisch auf dem chinesischen Markt zurückzuführen. Allerdings konnte Yurun von Januar bis Juni seinen Absatz um mehr als 35 % gegenüber dem Vorjahr ausweiten. Trotz des Umsatzrückgangs erwirtschaftete der Konzern nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden Yicai Zhu im ersten Halbjahr ein „zufrieden stellendes Ergebnis“. Dazu hätten vor allem ein „striktes Qualitätskontrollsystem, die hohe Markenbekanntheit und eine erfolgreiche strategische Planung“ von Yurun beigetragen. (30)